Zu den Inhalten springen

Forschungsgruppe FOR6051

Mit 5,7 Millionen Euro fördert die DFG eine Freiburger Forschungsgruppe, die die Bedeutung des Bindegewebes im Herzen für die Herzfunktion untersucht

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab 2026 für vier Jahre die neue Forschungsgruppe FOR6051 „Das Interstitium – ein Schlüssel der Herzfunktion“ mit 5,7 Millionen Euro. Die Gruppe untersucht, wie das Gewebe zwischen den Herzmuskelzellen die elektrische und mechanische Aktivität des Herzens beeinflusst. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, neue Ansätze zum Erhalt der Herzfunktion, etwa bei Herzinfarkt-Patient*innen, zu entwickeln.

„Das Gewebe zwischen den Herzmuskelzellen ist für die Arbeit des Herzens weit wichtiger, als bisher angenommen. Wir wollen verstehen, wie es Herzmuskelzellen, Blutgefäße und Nervensystem verbindet, und dabei die Herzfunktion mitprägt. Daraus sollen neue Impulse für die Herzmedizin entstehen“, sagt Prof. Dr. Peter Kohl, Sprecher der Forschungsgruppe und Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin (IEKM) des Universitätsklinikums Freiburg.

Gewebe zwischen den Zellen bislang wenig erforscht

Im Mittelpunkt der Herzforschung stehen meist die Herzmuskelzellen die den Herzschlag erzeugen, das Blutgefäßsystem welches deren metabolische Funktion absichert, und das Nervensystem welches die Herzaktivität moduliert. Zwischen all diesen Zellen befindet sich das sogenannte Interstitium – bestehend Bindegewebs- und Immunzellen, Matrix und Gewebeflüssigkeit. Das Interstitium verleiht dem Herzen Stabilität, und es bildet einen wichtigen Signalraum für die biophysikalischen und biochemischen Signale, welche die Herzfunktion regulieren. Über die Rolle des Interstitiums ist bislang wenig bekannt; das will die Freiburger Forschungsgruppe ändern. 

In der FOR6051 arbeiten 16 Wissenschaftler*innen der Universität und des Universitätsklinikums Freiburg sowie Partner*innen aus Berlin, Karlsruhe, Göttingen, Würzburg und dem Saarland zusammen. PD Dr. Achim Lother (IMIT) untersucht gemeinsam mit Dr. Remi Peyronnet (IEKM) wie mechanische Signale zu Änderungen der Genexpression führen und so zu Fibrose- und Arrhythmieentstehung im kranken Herzen beitragen.