Zu den Inhalten springen
Freiburg, 17.03.2016

Geballte Kompetenz unter einem Dach

Das Centrum für Chronische Immundefizienz und das Comprehensive Cancer Center Freiburg sind ins neue Zentrum für Translationale Zellforschung (ZTZ) eingezogen


Im neugebauten Zentrum für Translationale Zellforschung (ZTZ) des Universitätsklinikums Freiburg werden seit Anfang März Zellen unter die Lupe genommen, um neue Ansätze für die Behandlung von Immundefekten und Krebserkrankungen zu finden. 260 Mitarbeiter des Centrums für Chronische Immundeffizienz (CCI) und des Comprehensive Cancer Centers Freiburg (CCCF) arbeiten nun dort, um Patienten mit Immunerkrankungen und Krebspatienten besser helfen zu können. Ziel des neuen Zentrums ist die Überführung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung. Dass die Spezialisten nun unter einem Dach arbeiten, wird die Forschung noch produktiver machen, denn Immunzellen und Krebszellen haben viele Gemeinsamkeiten – die gemeinsame Nutzung der Geräte, gemeinsame Seminare und tägliche Diskussionen werden die beiden Disziplinen noch näher zusammenführen und den Ideenaustausch fördern.  

Seltenen Immundefekten auf der Spur  

Vier Augen sehen mehr als zwei. Und was ist mit 16, 18 oder 24? Wenn Patienten mit ihren sehr seltenen und teilweise lebensbedrohlichen Immundefekten ins Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI) des Universitätsklinikums Freiburg kommen, dann beugt sich eine ganze Schar von Ärzten und Wissenschaftlern über den Fall. Immunologen, Infektiologen, Rheumatologen, Pädiater und andere Spezialisten suchen gemeinsam eine Antwort auf die Frage: Wo ist das Problem und wie können wir helfen? Diese Art der Zusammenarbeit nennt sich translationale Medizin und sie verkürzt den Abstand zwischen den theoretischen Erkenntnissen der Forschung und der praktischen Anwendung in der Klinik. Um diese Abkürzung nehmen zu können, mussten sich Ärzte und Forscher des CCI bislang häufig aufs Fahrrad oder ins Auto setzen, denn große Teile des CCI waren in einer Außenstelle im Industriegebiet Freiburg-Nord, andere in der Klinik für Tumorbiologie untergebracht. Damit ist jetzt Schluss. Wenn sich der medizinische Direktor Professor Dr. Stephan Ehl mit dem wissenschaftlichen Direktor Professor Dr. Bodo Grimbacher beraten will, muss er im neuen Gebäude des CCI, dem Zentrum für Translationale Zellforschung (ZTZ) in der Breisacher Straße, nur eine Tür weiter. „Hier auf dem Campus funktioniert die interdisziplinäre Zusammenarbeit viel einfacher“, sagt Professor Dr. Bodo Grimbacher, Wissenschaftlicher Direktor am CCI. Und nicht nur dieser Weg ist kürzer. „Auch die drei spezialisierten Ambulanzen für Kinder, Erwachsene und HIV-Patienten sind jetzt ganz nah dran“, betont Professor Dr. Stephan Ehl, Medizinischer Direktor am CCI.  

Das Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI) des Universitätsklinikums Freiburg ist ein integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum, das seit 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Die Arbeit des CCI hat zum Ziel, durch das Zusammenwirken von Experten unterschiedlicher Disziplinen, Immunerkrankungen besser zu verstehen, damit Immundefizienz früher erkannt und besser behandelt werden kann. Mehr: www.uniklinik-freiburg.de/cci

Optimale Therapien im Blick  

Im ZTZ sind nicht nur die Immunforscher des CCI, sondern auch die Krebsforscher des Comprehensive Cancer Centers Freiburg (CCCF) untergebracht. In allen Bereichen des Tumorzentrums wird stetig an maßgeschneiderten, gut verträglichen Therapien gearbeitet, die die modernen molekularbiologischen Einblicke in die Onkogenese berücksichtigen. Als Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung fungiert die translationale Forschung, die nun im neugebauten Zentrum für Translationale Zellforschung (ZTZ) großzügige Laborflächen erhalten hat. Dort erforschen die Onkologen beispielsweise, welche zellbiologischen Mechanismen die unkontrollierte Ausbreitung von Krebszellen steuern und so als Ansatzpunkte für kausale, biologisch fundierte Therapien dienen können. „Das CCCF setzt dabei modernste Forschungsmethoden ein, um das Ziel zu erreichen, grundlegende Erkenntnisse über die Krebsentstehung, die Krebsentwicklung, die frühzeitige Diagnose, die Krebsprävention und neuartige therapeutische Behandlungsansätze in die klinische Anwendung zu übertragen und neue Standards zu setzen“, sagt Prof. Dr. Christoph Peters, Wissenschaftlicher Direktor des Tumorzentrums Freiburg – CCCF.  

Das Tumorzentrum Freiburg – CCCF ist eines der 13 von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichneten onkologischen Spitzenzentren in Deutschland. Darüber hinaus ist es gemeinsam mit sieben weiteren Standorten in Deutschland in das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) eingebunden. Das CCCF ist führend in der umfassenden Behandlung von Krebspatienten sowie in der Krebsforschung. Das Tumorzentrum Freiburg - CCCF ist zudem Anlaufstelle für ärztliche Kolleginnen und Kollegen, Patientenorganisationen, Selbsthilfegruppen und für zahlreiche weitere Kooperationspartner in der Region. Mehr: www.uniklinik-freiburg.de/cccf  

Das ZTZ als Bauwerk  

Der 24,5 Millionen teure, moderne Neubau mit schwarz-weißen Kuben und viel Glas hat eine Nutzfläche von 3.800 m² auf sechs Etagen, zwei davon unterirdisch. Auf der Nordseite zur Breisacher Straße hin befinden sich die Labors, auf der Südseite sind Büros und Kommunikationsbereiche untergebracht, die den interdisziplinären Austausch innerhalb und zwischen den beiden Zentren – CCI und CCCF – fördern. Die Kunst am Bau stammt von der Künstlerin Ricarda Roggan in Anlehnung an den Science-Fiction-Film Gattaca aus dem Jahr 1997, bei dem es um Gentechnik geht. Zwei original im Kino aufgenommene Fotos wurden bearbeitet und hängen großformatig im Foyer. Die gestalteten Wände des Treppenhauses erinnern an die Doppelhelix-Struktur der DNA.  

Kontakt:
Prof. Dr. Bodo Grimbacher
Wissenschaftlicher Direktor
Centrum für Chronische Immundefizienz
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-77731
bodo.grimbacher@uniklinik-freiburg.de  

Prof. Dr. Christoph Peters
Wissenschaftlicher Direktor
Tumorzentrum Freiburg – CCCF
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 203-9601
christoph.peters@mol-med.uni-freiburg.de        

Bildunterschrift (Bilder 1-4): Im neugebauten Zentrum für Translationale Zellforschung forschen Immunologen und Onkologen unter einem Dach
Bildrechte: Oliver Kern/Universitätsklinikum Freiburg



Zurück

Universitätsklinikum Freiburg

Zentrale Information
Telefon: 0761 270-0
info@uniklinik-freiburg.de

 

Für Presseanfragen:
Unternehmenskommunikation

Breisacher Straße 153
79110 Freiburg
Telefon: 0761 270-84830
kommunikation@uniklinik-freiburg.de