DFG fördert Forschung zu krankhaftem Sporttreiben bei Essstörungen
Rund 300.000 Euro für das Projekt HEALTH-ED / Wirkung unterschiedlicher Belastungsstufen im Fokus / Erkenntnisse sollen Therapieangebote verbessern
Wie beeinflussen moderate und intensive körperliche Aktivität die Stimmung, Gedanken und den Sportdrang von Menschen mit Essstörungen? Das untersucht die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg gemeinsam mit der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (Prof. Markus Reichert, Mannheim/Salzburg; Prof. Christian Schmahl, Mannheim) im Projekt HEALTH-ED. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Vorhaben für den Standort Freiburg über 36 Monate mit rund 300.000 Euro. Die Ergebnisse sollen helfen, krankhaftes Sporttreiben besser zu verstehen und körperliche Aktivität gezielter in die Behandlung einzubeziehen.
„Viele Patient*innen mit Essstörungen erleben Bewegung als Zwang. Sie treiben so viel Sport, dass es bei ihrer körperlichen Verfassung schädlich ist und empfinden Schuldgefühle, wenn sie darauf verzichten. Wir wollen verstehen, welche Mechanismen dieses Verhalten auslösen und aufrechterhalten“, sagt Studienleiterin Prof. Dr. Almut Zeeck, Leitende Oberärztin in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg.
Wie Bewegung Gedanken und Gefühle beeinflusst
Im Projekt HEALTH-ED vergleichen die Forschenden moderate und intensive körperliche Aktivität. Sie untersuchen, wie sich die jeweilige Belastung auf die innere Anspannung der Patient*innen mit Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa auswirkt. Dabei wollen sie klären, unter welchen Bedingungen Bewegung entlastet und wann sie krankhaftes Sporttreiben verstärkt.
In die Auswertung fließen psychologische Befragungen, Daten digitaler Bewegungssensoren, MRT-Aufnahmen und körperliche Messwerte ein. So sollen psychische Prozesse, Verhaltensmuster und biologische Merkmale gemeinsam betrachtet werden.
Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Interventionen zu optimieren und körperliche Aktivität besser an die individuelle Situation der Patient*innen anzupassen.
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