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Freiburg, 27.08.2026

Vier Wochen vegane Ernährung verändern Entzündungs- und Alterungssignale

Ernährungsstudie mit 48 gesunden Erwachsenen / Forschende untersuchen mehr als 800.000 Stellen im Erbgut / Hinweise auf Veränderungen bei Entzündungsprozessen, Stoffwechsel und biologischem Altern


Vier Wochen veränderte Ernährung können sich bereits in epigenetischen Veränderungen widerspiegeln. Das zeigt eine Studie des Uni-Zentrums Naturheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg und der University of California San Diego mit 48 gesunden Erwachsenen. Die Forschenden um PD Dr. Maximilian Storz, Lukas Karbacher M.Sc. und Prof. Dr. Jerome Mertens (University of California San Diego) untersuchten, wie sich eine vegane oder besonders fleischreiche Ernährung auf epigenetische Markierungen auf der Oberfläche der DNA auswirkt. Dabei fanden sie Hinweise auf Veränderungen in biologischen Signalwegen, die unter anderem mit Entzündungsreaktionen, dem Zellwachstum und dem biologischen Altern zusammenhängen. Die Ergebnisse wurden am 3. August 2026 im Fachjournal MedComm veröffentlicht.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine Ernährungsmodifikation schon innerhalb weniger Wochen messbare Veränderungen auf epigenetischer Ebene auslösen kann“, sagt Storz, Facharzt im Uni-Zentrum Naturheilkunde an der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg und einer der leitenden Autoren der Studie. „Nun müssen größere und längere Studien zeigen, ob diese Veränderungen dauerhaft sind und wie sich in bestehende Behandlungsschemata integrieren lassen.“

Mehr als 800.000 Stellen im Erbgut untersucht

Nach einer einwöchigen einheitlichen Ernährungsphase wurden die Teilnehmer*innen zufällig zwei Gruppen zugeteilt: 24 ernährten sich vier Wochen lang vegan, 24 besonders fleischreich. Die Energiezufuhr sollte dabei möglichst konstant bleiben. Vor und nach der Ernährungsumstellung wurden Blutproben entnommen. Insgesamt analysierte das Forschungsteam rund 800.000 Stellen der DNA auf sogenannte Methylierungen – chemische Markierungen, die beeinflussen können, wie aktiv bestimmte Gene sind.

Nach vier Wochen zeigten sich in der veganen Gruppe Veränderungen in mehreren biologischen Signalwegen. Betroffen waren unter anderem Prozesse, die Zellwachstum, Stoffwechsel und Zellreparatur steuern. So war etwa die Aktivität des mTOR-Signalwegs reduziert, dessen übermäßige Aktivierung unkontrolliertes Zellwachstum begünstigen kann.  Gleichzeitig waren Signalwege stärker aktiviert, die mit Insulinwirkung, Zellreparatur, Stressreaktionen und gesundem Altern zusammenhängen.

Auch beim Immunsystem fanden die Forschenden Unterschiede: In der veganen Gruppe gab es weniger neutrophile Granulozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören und Entzündungsreaktionen fördern können, und mehr CD4+ T-Zellen, die eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Immunabwehr spielen. Insgesamt deutet dieses Muster auf eine weniger entzündungsfördernde Immunreaktion hin.

Originaltitel der Studie:A vegan diet epigenetically modulates inflammatory pathways and biological aging: Genome-wide DNA methylation analysis of a one-month isocaloric vegan versus meat-rich dietary intervention
DOI: 10.1002/mco2.70899
Link zur Studie: https://doi.org/10.1002/mco2.70899


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