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Wir überwinden Grenzen

Die Schatten des Alters bewältigen

Psychiatrie

(12.01.2018) Ältere Menschen entwickeln überdurchschnittlich oft Depressionen oder eine Demenz. Durch wirksame Therapien können sie das Leben wieder in den Griff bekommen. 

Kurz nach Peter L.s Renteneintritt stirbt unerwartet seine Frau. Der 64-Jährige, der nie psychische Probleme hatte, flüchtet sich in Alkoholkonsum. Zunehmend antriebsloser kann er seinen Alltag kaum bewältigen. Sein Hausarzt vermutet eine beginnende Demenz und überweist L. an die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Peter L.s Diagnose lautet: Altersdepression.

Aus Scham suchen ältere Menschen bei einer Depression seltener den Arzt auf. Dabei gibt es wirksame Hilfen. © Uwe Umstaetter / fotolia

Nicht selten geht sie mit Alkohol- oder Medikamenten-Missbrauch, Mangelernährung und körperlichen Erkrankungen einher. Das Leiden ist häufig, wird aber oft nicht behandelt. Auch weil Ältere bei psychischen Beschwerden aus Scham seltener den Arzt aufsuchen. „Dabei können wir diesen Patienten sehr gut helfen, sowohl mit verträglichen Medikamenten als auch mit Psychotherapie“, sagt Dr. Magnus-Sebastian Vry.

Der Psychiater leitet die Station für Gerontopsychiatrie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Hier kümmern sich Psychiater, Neurologen und Pflegeexperten gemeinsam mit dem Klinik-Sozialdienst um ältere Patienten mit schwerer psychischer Erkrankung. Die Medikamente schaffen oft die Basis für eine Verbesserung. „In der Psychotherapie erarbeiten wir mit den Betroffenen Strategien, um die ‚Schatten des Alters‘ zu bewältigen“, sagt Vry.

Da eine Altersdepression oft ähnliche Symptome wie eine beginnende Demenz zeigt, sollten Betroffene und Angehörige frühzeitig mit einem Facharzt sprechen. „Für Laien ist die Unterscheidung schwierig, zumal eine Altersdepression Vorbote einer Demenz sein kann“, sagt Privatdozentin Dr. Sabine Hellwig, Neurologin und Psychiaterin mit Forschungsschwerpunkt Demenzerkrankungen an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Auch Patienten mit Demenz können von einer medikamentösen Therapie profitieren. Außerdem nützen oft einfache Hilfen wie ein gut strukturierter Tagesablauf. „Damit können wir den Patienten viel Lebensqualität zurückgeben“, sagt Hellwig.

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