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Wie gefährlich sind Listerien?

Infektiologie

(08.10.2019) Zwei Menschen sind vermutlich an den Folgen einer Infektion mit Listerien gestorben. Die Betroffenen hatten scheinbar kontaminierte Wurstwaren gegessen. Wie gefährlich sind Listerien, und wie kann man sich schützten?

Die so genannte Listeriose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die in erster Linie durch Lebensmittel, die mit Listerien verunreinigt sind, auf den Menschen übertragen wird. Listerien sind kleine, stäbchenförmige Bakterien. Nicht alle Listerien verursachen beim Menschen eine Erkrankung. Für den Menschen spielt hauptsächlich das Bakterium Listeria monocytogenes eine entscheidende Rolle.

Eine Listerien-Infektion kann für Schwangere, Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden. © Miguel Garcia Saaved / fotolia

In Deutschland werden jährlich nur wenige hundert Listeriose-Erkrankungen gemeldet. Im Vergleich zu anderen lebensmittelbedingten Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel der Salmonellose und der Campylobacteriose, ist die Anzahl der Erkrankten gering. „Jedoch können Listeriose-Erkrankungen einen besonders schweren Verlauf nehmen und tödlich enden“, sagt der Ärztliche Leiter der Abteilung Infektiologie und Sprecher des Zentrums Infektionsmedizins des Universitätsklinikums Freiburg, Professor Dr. Winfried V. Kern. „Besonders gefährdet sind Schwangere, Neugeborenen und Personen mit einem geschwächtem Immunsystem“, so Kern. Bei gesunden Kindern und Erwachsenen verläuft die Listeriose in der Regel aber mild. Die Symptome sind unspezifisch und grippeähnlich. Unter Umständen treten Erbrechen und Durchfall auf. Die Erkrankung kann auch ganz symptomlos und unerkannt bleiben.

Bei Risikopatienten kann die Listeriose gravierende gesundheitliche Schäden hervorrufen. „Bei schweren Verläufen kann es zu Blutvergiftungen und Gehirn- und Gehirnhautentzündungen kommen. Bei Schwangeren kann die Infektion auf das ungeborene Kind übertragen werden und zu Früh- oder Fehlgeburten führen“, so der Infektiologe Kern.

Listerien sind äußerst anpassungsfähig und kommen im Erdboden, in Oberflächengewässern, auf Pflanzen oder im Verdauungstrakt von Tieren vor. Gerade Schwangere sollten daher rohe, tierische Lebensmittel meiden. Auch sollten sie keine Rohmilchprodukte, rohe Sprossen oder ungewaschenes Obst oder Gemüse verzehren. Durch Erhitzungsverfahren wie Kochen, Braten und Pasteurisieren werden Listerien abgetötet.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat folgende Verbrauchertipps zu einer Vermeidung von Verunreinigungen von Lebensmitteln mit Listerien und anderen Krankheitserregern zusammengestellt:

- Lebensmittel auch im Kühlschrank in geschlossenen Behältern oder vollständig abgedeckt lagern

- rohes Gemüse im untersten Fach des Kühlschranks lagern, damit anhaftende Erde nicht auf andere Lebensmittel fallen kann

- Haustiere von Lebensmitteln fern halten und während der Speisenzubereitung nicht streicheln

- Hände vor der Zubereitung von Speisen und nach Kontakt mit rohen Lebensmitteln gründlich mit Wasser und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen - bei der Speisenzubereitung auf persönliche Hygiene achten, insbesondere auf saubere Kleidung, saubere Hände und Fingernägel

- Obst, Gemüse und Blattsalate bei der Zubereitung oder vor dem Verzehr sorgfältig waschen, am besten unter fließendem Wasser

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