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Vorbote eines Schlaganfalls

Neurologie

(10.05.2019) Er kommt ohne Vorwarnung und ist meistens schnell wieder vorbei. Die Rede ist von einem Mini-Schlaganfall. Auch wenn Beschwerden wie plötzliche Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen bald wieder verschwinden, sollten Betroffene sofort den Notarzt rufen.

Der Mini-Schlaganfall, in der medizinischen Fachsprache „transitorische ischämische Attacke“ (TIA) genannt, äußert sich bei jedem Menschen auf eine andere Art. Die Symptome sind dabei dieselben wie bei einem „großen“ Schlaganfall, nur die Dauer ist kürzer. Während die Beschwerden bei einem richtigen Schlaganfall länger als 24 Stunden anhalten, dauern die Symptome bei einer TIA meist nur wenige Minuten an. Am Universitätsklinikum Freiburg behandeln Spezialisten die Betroffenen, denn er bringt oftmals gefährliche Folgen mit sich.

Plötzlich auftretende Sehstörungen, kurzzeitige Erblindung auf einem Auge, vorübergehende halbseitige Lähmungserscheinungen sowie Sprachstörungen, Schwindel und Doppelbilder sind typische Symptome eines kleinen Schlaganfalls. © petraschreiber.media / fotolia

„Ein Mini-Schlaganfall wird wie ein großer Schlaganfall durch eine Durchblutungsstörung ausgelöst, die aber keinen eigentlichen Hirninfarkt hinterlassen. Das heißt, es stirbt kein Gehirngewebe ab“, sagt Professor Dr. Jürgen Bardutzky, Leiter der als Stroke Unit bezeichneten Schlaganfallspezialstation und Oberarzt an der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie des Universitätsklinikums Freiburg. Allerdings zeigen neuere Untersuchungen mit der Kernspintomographie, dass ab 60 Minuten Dauer oftmals doch ein kleiner Hirninfarkt nachweisbar ist.

Typische Symptome sind kurzzeitige Sehstörungen, Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen

Die Symptome einer „TIA“ entsprechen den klassischen Schlaganfallsymptomen: plötzlich auftretende Sehstörungen, kurzzeitige Erblindung auf einem Auge, vorübergehende halbseitige Lähmungserscheinungen von Körperteilen wie Hände, Arme, Beine oder einer Gesichtshälfte sowie Sprachstörungen, verwaschene Sprache, Schwindel und Doppelbilder.

Professor Bardutzky warnt davor, die Symptome zu unterschätzen: „Nach solch einer Attacke kommt es bei zehn Prozent der Patienten innerhalb der nächsten sieben Tage zu einem richtigen Schlaganfall. Deshalb – und weil man anfangs ja auch gar nicht weiß, ob die Symptome wieder von alleine zurückgehen – ist es enorm wichtig, dass Betroffene und Beteiligte sofort handeln und die Notrufnummer 112 wählen.“ Haben sich die Symptome zurückgebildet, liegt eine „TIA“ vor.

Eine unmittelbare stationäre Abklärung der Ursachen auf der Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit) ist dennoch zwingend notwendig. Auf der Stroke Unit des Universitätsklinikums Freiburg beobachten Spezialisten die Krankheitsentwicklung des TIA-Patienten für drei bis vier Tage. Dabei untersuchen sie mittels Ultraschall Hirngefäße und Herz, betrachten das Gehirn anhand einer Schichtbilddarstellung und analysieren etwaige Herzrhythmusstörungen, um nach „Hochrisikoursachen“ für einen Schlaganfall zu fahnden.

Durch rasche Abklärung einen richtigen Schlaganfall verhindern

„Eine TIA hinterlässt keine bleibenden Schäden. Trotzdem ist sie gefährlich und stellt für Neurologen einen medizinischen Notfall dar“, sagt Professor Bardutzky. Eine umfassende, rasche Abklärung der Symptome und Ursachen kann das Risiko eines nachfolgenden richtigen Schlaganfalls um rund 80 Prozent reduzieren, indem die Ärzte mit darauf abgestimmten Medikamenten vorsorgen oder aber zum Beispiel auch eine verengte Halsschlagader operieren. Deswegen sei die Sofortdiagnose so wichtig. Manchmal verwechseln Patienten die Symptome einer schweren Migräne oder eines taubgewordenen Beins mit einer „TIA“ und kommen zur Station, aber „das ist besser, als gar nicht zu handeln – so lässt sich Schlimmeres vermeiden“, so Professor Bardutzky.

Bei der Schlaganfallprophylaxe spielen aber auch die Lebensgewohnheiten eine wichtige Rolle: Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, ungesunde Ernährung leisten ihren Beitrag zu den gefährlichen Durchblutungsstörungen. Diese Risikofaktoren sollten in erster Linie reduziert werden. Je nach Fall entscheiden die Neurologen, welche Kombination von Medikamenten und Vorsorgemaßnahmen am sinnvollsten ist.

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sofort den Notarzt anrufen unter 112

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