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Wir überwinden Grenzen

Ernährung nach Krebs gut gestalten

Onkologie

(18.08.2021) Die Krebserkrankung ist überstanden, doch wie sieht es danach aus mit der Ernährung? Der Ernährungsexperte empfiehlt eine gesunde Mischkost mit viel Gemüse, Obst und Eiweiß.

Ein Mensch, der eine Krebserkrankung überstanden hat, ist nicht automatisch ein gesunder Mensch. Vieles ist nicht mehr wie zuvor. Es kann auch vorkommen, dass Speisen und Getränke nach der Chemotherapie nicht mehr vertragen werden oder Organprobleme wie Schluckbeschwerden bei der Essensaufnahme auftreten. Umso wichtiger ist es, bewusst auf eine einigermaßen gesunde Ernährung zu achten. Auf den Stationen des Universitätsklinikums Freiburg erfahren die onkologischen Patient*innen von Ernährungsberater*innen, wie sie sich während und nach ihrer Therapie bestmöglich ernähren können beziehungsweise sollten.

Vitaminreiche und pflanzliche Kost sollten bei der Ernährung im Mittelpunkt stehen. Bild: peanutpie-istock

Vitaminreiche und pflanzliche Kost

„Während der Therapie verbieten wir unseren Patient*innen nichts, was sie essen möchten, außer die Nahrungsmittel könnten Keime enthalten. In der Zeit sind wir froh, wenn sie überhaupt essen, weil sie oft Abneigungen gegen das Essen und Unverträglichkeiten gegen bestimmte Lebensmittel entwickelt haben“, sagt Professor Dr. Hartmut Bertz. Aber um nach der Krebserkrankung wieder zu Kräften zu kommen und auch um das Immunsystem wieder zu stärken, sollte die Ernährung „mindestens so gesund sein wie vor der Erkrankung“, rät der Onkologe und Ernährungsexperte an der Klinik für Innere Medizin I – Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation. 

Bertz bezieht sich dabei auch auf die Empfehlungen des World Cancer Research Fund International von 2018. Der WCRF ist eine gemeinnützige Vereinigung zur Krebspräventionsforschung. Gesunde Ernährung bedeutet: eine vitamin- und eiweißreiche, pflanzliche Kost mit viel Gemüse und Obst, Ballaststoffen, Hülsenfrüchten und unverarbeitetem Getreide – und das zu jeder von fünf über den Tag verteilten Mahlzeiten. Vermieden werden sollte die Aufnahme von zu vielen mehrfach gesättigten Fettsäuren sowie übermäßig vielen Kohlenhydraten.

Essen, was guttut

Als besonders gesund gelten grüne Blattgemüse, Brokkoli, Aubergine, Karotten, Sellerie, Tomaten oder Knoblauch. „Essen Sie, was Sie vertragen und was Ihnen guttut“, so Bertz. „Die Mischung macht’s.“ Vom Verzehr von zu viel Fleisch rät der Experte dagegen ab. Insbesondere rotes Fleisch in großen Mengen steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Auch der Konsum von zu viel Alkohol ist schädlich. Bei oder nach einer Krebserkrankung wird sogar ein Verzicht empfohlen. Salz steht ebenfalls auf der Liste. Höchstens sechs Gramm pro Tag sollten es sein. Wer auf verarbeitete und konservierte Nahrung wie Fast Food und Fertiggerichte verzichtet, hat damit bereits einen großen Schritt in Richtung gesündere und salzärmere Ernährung getan.

Keine Nahrungsergänzungsmittel außer VItamin D

„Bemühen Sie sich, den Nährstoffbedarf, auch die Vitamine und Spurenelemente, ausschließlich über die Ernährung zu decken“, empfiehlt Bertz. Von Nahrungsergänzungsmitteln rät er grundsätzlich ab. Einzige Ausnahme: Vitamin D sollte bei Bedarf zugeführt werden. Wer sich an die oben genannten Regeln für eine gesunde, ausgewogene Ernährung hält, dabei auch noch eventuelles Übergewicht reduziert, nicht raucht, wenig Alkohol trinkt und sich mehrfach in der Woche bewegt – beispielsweise beim täglichen 30-minütigen Spaziergang an der frischen Luft –, tue bereits viel für die Gesundheit nach einer Krebserkrankung. „Gehen Sie weg vom Kartoffelchip aus der Tüte und hin zum frischen Paprikaschnitz“, sagt Bertz, „dann sind Sie auf dem richtigen Weg.“ 

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