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Übermäßiges Schwitzen – Hyperhidrose

Thoraxchirurgie

(16.09.2021) Schwitzen ist wichtig und gesund. Der Körper leitet über das Absondern von Schweiß, beispielsweise bei körperlicher Anstrengung, übermäßige Wärme aus dem Körper. Wer jedoch schon bei kleinsten Anstrengungen oder ohne ersichtlichen Grund Schwitzattacken bekommt, leidet häufig auch unter den Begleiterscheinungen. Schweißige Hände oder durchnässte Kleidung können den Alltag und das Wohlempfinden der betroffenen Personen einschränken. Ein Experte des Universitätsklinikums Freiburg erklärt, was hilft.

Mindestens 800.000 Menschen leben in Deutschland mit übermäßigem Schwitzen, der sogenannten Hyperhidrose. Typische Symptome sind dabei Schweißausbrüche an Handflächen, Fußsohlen, Achseln, Stirn oder Kopf – unabhängig von hoher Temperatur oder körperlicher Anstrengung. „Die übermäßige Schweißproduktion tritt spontan auf und wird oft durch Stress oder Emotionen verstärkt“, weiß Dr. Nicolas Hümmler, Facharzt aus der Klinik für Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. Betroffene leiden dabei besonders unter den emotionalen Folgen der Krankheit: häufiger Kleidungswechsel, unangenehmer Schweißgeruch und die Sorge vor einem feuchten Händedruck. „Vielen Betroffenen ist es unangenehm über ihre Symptome offen zu sprechen, da Schweiß gesellschaftlich häufig als unhygienisch wahrgenommen wird. Dabei ist der menschliche Körper auf die thermoregulatorische Wirkung des Schweißes angewiesen“, sagt Dr. Hümmler.

Verschiedene Therapieformen stehen zur Wahl

Für gewöhnlich können Patient*innen die Symptome zunächst mit lokalen Maßnahmen beim Hausarzt behandeln. Im weiteren Verlauf wird dann meist eine Vorstellung beim Hautarzt (Dermatologen) notwendig. Hierbei kann versucht werden mit Salben oder Sprays die Schweißproduktion zu reduzieren. Wenn dies erfolglos bleibt kann ggf. eine Iontopherese, eine durch elektrischen Strom hervorgerufene Störung des Schweissdrüsengangs, Abhilfe schaffen. Auch eine Injektion von Botox (Botulinumtoxin) im betroffenen Bereich kann helfen. Das Neurotoxin vermindert die Freisetzung von Botenstoffen zu den Schweißdrüsen und reduziert dadurch die Schweißproduktion.

Der operative Eingriff

„Wenn lokale oder medikamentöse Behandlungen kein befriedigendes oder langfristiges Ergebnis erzielen, können operative Eingriffe effizient Linderung verschaffen“, sagt Dr. Hümmler. Der operative Eingriff, die sogenannte Sympathikotomie, wird minimalinvasiv unter Vollnarkose durchgeführt. Der Thoraxchirurg erklärt den Eingriff: „Durch zwei fünf Millimeter lange Schnitte am Brustkorb können die entsprechenden Abschnitte des sympathischen Nervenstrangs elektrochirurgisch behandelt werden“. Die Erfolgschancen einer solchen Operation liegen bei 90 bis 95 Prozent an den Handflächen und bei 75 bis 80 Prozent bei den Achselhöhlen. Eine mögliche Folge des Eingriffs kann sein, dass bei operierten Patient*innen nach dem Eingriff ein sogenanntes „kompensatorisches Schwitzen“ auftritt, also ein vermehrtes Schwitzen an anderen Körperstellen. Glücklicherweise verbessern sich diese Beschwerden meist einige Wochen nach dem Eingriff, so dass Betroffene im Optimalfall lebenslang von ihren Schweißattacken geheilt sind.

„Am Universitätsklinikum Freiburg betreuen wir Patient*innen mit Hyperhidrose in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit drei Kliniken: der Klinik für Thoraxchirurgie, der Klinik für Dermatologie und Venerologie sowie der Klinik für Plastische und Handchirurgie. Somit sind die Patient*innen jederzeit bestmöglich aufgehoben“, sagt der Experte.

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