Zu den Inhalten springen

Herz aus dem Takt

Rhythmologie

(13.05.2022) Zu langsam oder zu schnell, stolpernd oder stechend: Herzrhythmusstörungen sind weit verbreitet. Sie können harmlos sein und kaum Beschwerden auslösen – oder es kann ihnen eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegen. Zwei Experten informieren.

Das Herz ist ein emsiger Muskel: Im Normalfall schlägt es gleichmäßig, egal ob Tag oder Nacht, ob wir ruhen oder uns anstrengen, beim Rennen oder Schlafen. Rund 70 Schläge erzeugt es jede Minute bei einem Erwachsenen im Ruhezustand. In dieser Zeit pumpt es fünf Liter Blut durch den Körper und stellt sicher, dass alle Organe mit Sauerstoff versorgt werden.

Ein Herz, das unregelmäßig schlägt, kann unterschiedlich behandelt werden. (c) Pixabay/Bucherwurm_65

Ärztlichen Rat holen, wenn das Herz aus dem Rhythmus gerät

Dirigent ist der Sinusknoten. Er besteht aus speziellen Muskelzellen und liegt im rechten Vorhof. Durch elektrische Impulse löst er die Schläge des Herzens aus. „Dieser Sinusrhythmus kann aus dem Takt geraten, wenn die Impulse nicht richtig gesendet werden oder es Probleme beim Weiterleiten in die Vorhöfe und die Herzhauptkammern gibt“, erklärt Prof. Dr. Thomas Arentz, Chefarzt der Abteilung Rhythmologie an der Klinik für Kardiologie und Angiologie II des Universitätsklinikums Freiburg. „Dann sprechen wir von einer Herzrhythmusstörung.“

Zu schnelles Herzpochen oder Herzrasen im Ruhezustand, häufig begleitet von Kurzatmigkeit oder Brustschmerz, wird Tachykardie genannt. Bei der Bradykardie dagegen kann ein zu langsamer Herzschlag zu Schwindel, Müdigkeit und Benommenheit führen. Zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen gehört das Vorhofflimmern: Hierbei erzeugen die Vorhöfe einen anhaltend unregelmäßigen, oft schnellen Puls. „Akut gefährlich sind Herzrhythmusstörungen nur selten. Störungen, die von den Herzhauptkammern ausgehen, müssen aber oft umgehend behandelt werden“, sagt Arentz. „Deshalb sollte sich jeder, der das Gefühl hat, dass sein Herz aus dem Rhythmus gerät, ärztlichen Rat holen.“

Elektrophysiologie: Präzise Diagnostik und gezielte Therapie

Ein Herz, das unregelmäßig schlägt, kann unterschiedlich behandelt werden. Der klassische Weg sind Medikamente. „Weitaus erfolgsversprechender ist es, das Areal im Herzen zu identifizieren, das die Störung verursacht“, sagt PD Dr. Amir Jadidi, Oberarzt in der Abteilung Rhythmologie der Klinik für Kardiologie und Angiologie II. Dafür wird eine Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) vorgenommen. Über einen venösen Zugang in der Leiste werden die Herzströme an verschiedenen Stellen der Herzinnenwand abgeleitet. Daraus kann häufig eine präzise Diagnose gestellt und eine passende Therapie eingeleitet werden. „Mittels eines Katheters kann beispielsweise bei Tachykardien direkt im Zuge der Untersuchung das verantwortlichen Areal verödet werden“, erklärt Jadidi. Zur effektiven Therapie der häufigsten Herzrhythmusstörung des Menschen – des Vorhofflimmerns – werden die hierfür verantwortlichen Pulmonalvenen durch Katheterablation elektrisch isoliert, um diese Arrhythmiequellen auszuschalten und den normalen Sinusrhythmus widerherzustellen. „Schlägt das Herz zu langsam, verhilft meist ein Herzschrittmacher zu einem gesunden Rhythmus.“

 

Weitere interessante Artikel

Weichen stellen: Mit Bypass zum gesunden Herz

Sammeln sich Ablagerungen in Herzkranzgefäßen, fließt das Blut nur noch eingeschränkt zum Herz. Häufig schafft dann eine Bypass-Operation die lebenswichtige Umleitung,

zum Artikel

Moderne Aortenchirurgie am Puls der Zeit

Ein gefrorener Elefantenrüssel als Ersatz für den Aortenbogen? Natürlich nur im übertragenen Sinn. Die Hybridprothese namens Frozen Elephant Trunk ist heute Standard in der Aortenmedizin.

zum Artikel

Universitätsklinikum Freiburg

Zentrale Information
Telefon: 0761 270-0
info@uniklinik-freiburg.de    

 

Unternehmenskommunikation

Breisacher Straße 153
79110 Freiburg
Telefon: 0761 270-84830
Telefax: 0761 270-9619030
kommunikation@uniklinik-freiburg.de