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Wir überwinden Grenzen

Dem Kratzen im Hals richtig begegnen

Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

(17.10.2017)  Halsschmerzen sind unangenehm – das Schlucken tut weh und das Sprechen wird schwieriger. Wenn die bekannten Hausmittel keine Linderung verschaffen und sogar Fieber dazukommt, ist es höchste Zeit, zum Arzt zu gehen.  

Noch ist es tagsüber angenehm warm. Doch mit dem Herbst kommt auch die Erkältungszeit, in der viele Menschen an Halsschmerzen leiden. Jeder dritte Deutsche klagt innerhalb eines Jahres mindestens einmal über Halsschmerzen.  

Oft gehen die typischen Beschwerden wie das Kratzen im Hals oder die Schmerzen beim Schlucken nach einigen Tagen von alleine wieder weg. „Wenn die Beschwerden mehrere Tage anhalten und sogar Fieber dazukommt, sollten die Betroffenen einen Arzt aufsuchen“, sagt Professor Dr. Roland Laszig, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Arzt blickt Patientin in den Rachen

Mit einem Blick in den Rachen sieht der Arzt, ob die Schmerzen eher von Viren oder von Bakterien oder verursacht werden – und kann entsprechend behandeln. © RB-Pictures / Fotolia

Sind Viren die Ursache, helfen keine Antibiotika  

Halsschmerzen gehören zu den Atemwegs-Erkrankungen. „Die häufigste Ursache für Halsschmerzen ist die durch Viren herbeiführte Pharyngitis, ein entzündeter Rachen“, sagt Professor Laszig. „Mit Schmerztabletten oder Lutschtabletten, die den Hals leicht betäuben, lassen sich die Beschwerden kurzfristig lindern.“ Auch eine echte Grippe durch Influenzaviren kann sich durch Halsschmerzen ankündigen. „Dagegen hilft am besten eine rechtzeitige Impfung“, rät Professor Laszig. Nur in einem kleinen Teil der Fälle helfen Antibiotika; nämlich dann, wenn Bakterien die Ursache der Halsschmerzen sind.  

Bei virenbedingten Halsschmerzen, aber auch unterstützend bei bakteriell bedingten Halsschmerzen, greifen viele Menschen auf Hausmittel wie warme Wickel zurück. „Es gibt nur wenige Studien zur Wirksamkeit von Hausmitteln. Generell gilt, das jeder ausprobieren sollte, was ihm Linderung verschafft“, sagt Professor Laszig.  

Egal ob Salbeitee, desinfizierend wirkender Kamillentee oder Halswickel, das Spektrum an Hausmitteln ist breit und die Meinungen der Mediziner sind unterschiedlich. Doch an einer Frage scheiden sich die Geister besonders: Ist Milch mit Honig gut für den Hals oder nicht? „Auch hier gilt: Milch mit Honig kann dem Einen gut tun, dem Anderen nicht. Die Annahme, dass Milch Entzündungen fördert, kann nicht eindeutig bestätigt werden“, sagt Professor Laszig.  

Vorsicht bei Fieber

Vorsicht ist geboten, wenn die Schmerzen nach ein paar Tagen noch nicht weniger geworden sind, sich die Stimme belegt anhört, die Lymphknoten am Hals zu fühlen sind und sogar Fieber entstanden ist. Diese Symptome sind typisch für eine bakteriell bedingte Mandelentzündung und sollten mit einem Antibiotikum behandelt werden.  

In besonders schlimmen Fällen kann vom Arzt ein Rachenabstrich gemacht werden, aus dem eine Bakterienkultur gezüchtet wird. So können Ärzte im besten Fall den Bakterientypus erkennen und das Antibiotikum anpassen. Allerdings ist dies nur relativ selten präzise möglich.  

Chronische Halsschmerzen können auf anatomische Probleme hindeuten  

Werden die Halsschmerzen chronisch, sollte der behandelnde Arzt unbedingt auch in die Nase sehen. Verbogene Nasenscheidewände oder Nasenpolypen könnten die Ursachen für die wiederkehrenden Schmerzen sein.

„Bei Kindern mit Halsschmerzen, hohem Fieber und Atembeschwerden muss der Arzt untersuchen, ob es sich um eine Entzündung des Kehldeckels handelt“, sagt Professor Laszig. Diese Erkrankung komme zwar seit der Haemophilus-Impfung selten vor, müsse aber dennoch überprüft werden, so der Experte des Universitätsklinikums Freiburg.  

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