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NAKO Gesundheitsstudie läuft auf Hochtouren

Forschung

(16.1.2026) Große Bevölkerungsstudie hat in der dritten Untersuchungsphase bereits 2.500 Teilnehmer*innen untersucht. Die Langzeitteilnahme liefert wichtige Erkenntnisse zu Volkskrankheiten und deren Prävention.

Die NAKO Gesundheitsstudie läuft im Studienzentrum Freiburg auf Hochtouren. Am 15. Januar 2026 wurde nun die 2.500. Teilnehmerin der dritten Untersuchungsphase mit einem Blumenstrauß begrüßt. Sie war bereits 2016 und 2021 untersucht worden. Die seit 2014 laufende bundesweite Gesundheitsstudie erforscht, wie Lebensstil und Umweltfaktoren das Risiko für häufige Erkrankungen beeinflussen. Insgesamt wurden im Rahmen der NAKO rund 20.230 Untersuchungen am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt und weitere 98.000 Fragebögen erfasst und verarbeitet.

Freude bei allen Beteiligten: Stellvertretend für alle Teilnehmer*innen erhielt die 2.500. Probandin der dritten Untersuchungsrunde einen großen Blumenstrauß als Dank. ©Universitätsklinikum Freiburg

Die Gesundheit selber beeinflussen

Vorbeugen beginnt im Alltag“, sagt Prof. Dr. Anna Köttgen, wissenschaftliche Leitung des NAKO-Standorts Freiburg und Direktorin des Instituts für Epidemiologie und Prävention am Universitätsklinikum Freiburg. „Bewegung, bewusste Ernährung und der Verzicht auf Nikotin sind wichtige bekannte Faktoren, die jede und jeder selbst beeinflussen kann. Mit der NAKO können wir nun weitere Faktoren identifizieren, die für Erkrankungsrisiken und den Erfolg von Prävention wichtig sind.“ 

Das Imaging Core der NAKO unter Leitung von Prof. Dr. Fabian Bamberg, Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg, hat bislang rund 56.000 MRT-Untersuchungen an allen NAKO-MRT-Zentren koordiniert und ausgewertet. „Diese enorme Datengrundlage erlaubt es uns, Zusammenhänge sichtbar zu machen, die vorher verborgen waren – mit dem klaren Ziel, Krankheiten früher zu erkennen und ihnen vorzubeugen“, so Bamberg.

„Die NAKO mit dem Standort Freiburg stärkt die Rolle der Prävention im Gesundheitswesen, indem sie Langzeiteffekte des Lebensstils messbar macht“, sagt Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg. „Mein Dank gilt allen Probandinnen und Probanden für ihre Bereitschaft mitzuwirken.“ 

Ausgewählte Forschungsergebnisse 2025 mit Freiburger Beteiligung

Eine Freiburger Studie nutzte KI-gestützte Auswertungen von Ganzkörper-MRTs, um die Körperzusammensetzung automatisiert zu erfassen. Ein erhöhter Fettanteil in der Muskulatur war mit einem rund 20 Prozent höheren Sterberisiko verbunden – unabhängig von klassischen Risikofaktoren wie Rauchen oder Bluthochdruck.

In der Nierenforschung entwickelten Freiburger Wissenschaftler*innen ein Verfahren zur automatisierten Vermessung der Niere in MRT-Bildern. Die Analysen zeigten kleinere Nieren bei chronischer Nierenerkrankung sowie größere Nieren bei Diabetes und besserer Nierenfunktion. Ergänzende genetische Auswertungen, die nur aufgrund der in der NAKO entwickelten Methoden in einer Partnerstudie möglich wurden, identifizierten neue, mit der Nierenstruktur assoziierte Gene.

Ausgewählte bundesweite NAKO-Erkenntnisse

Studien unter Leitung anderer NAKO-Studienstandorte zeigten, dass anhaltender Verkehrslärm mit vermehrtem Bauch- und Leberfett einhergeht und damit das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen erhöhen kann. Zudem war ein höherer Fettanteil bei geringerer Muskelmasse mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für chronische Rückenschmerzen verbunden, während mehr Muskelmasse schützend wirkte. Die mittels MRT erfasste Muskelzusammensetzung könnte künftig zur besseren Einschätzung muskuloskelettaler Erkrankungen beitragen.

Was ist die NAKO Gesundheitsstudie?

Die NAKO Gesundheitsstudie ist eine Langzeit-Bevölkerungsstudie, die eine große Gruppe von gesunden, kranken oder ehemals kranken Menschen über viele Jahre beobachtet. Ziel ist es, die Entstehung, Häufigkeit und Ursachen von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Demenz oder Herz-Kreislauferkrankungen zu erforschen. Seit 2014 werden in 18 Studienzentren deutschlandweit zufällig ausgewählte Personen eingehend medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten befragt. Über 200.000 Menschen nahmen an der ersten Basisuntersuchung teil, und alle vier bis fünf Jahre folgt eine Nachuntersuchung. Diese umfasst verschiedene Tests, wie Blutdruckmessungen, Handgreiftests und die Sammlung von Biomaterialien. Etwa 30.000 Teilnehmende erhielten zusätzlich eine MRT-Untersuchung.

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