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StudiendekanatDepartment für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Neue Approbationsordnung für die Zahnmedizin

Seit dem Jahr 1955 erfolgt die Ausbildung der Studierenden der Zahnmedizin auf Grundlage einer weitgehend unveränderten Approbationsordnung für Zahnärzte.

Aufgrund der fachlichen Weiterentwicklung, sowie einer wachsenden Interdisziplinarität der Lehre, war eine Novellierung der bisherigen Approbationsordnung unumgänglich (BMG, 2020).

Die  neue Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen (ZApprO) wurde am 8. Juli 2019 neu gefasst (BGBl. I S. 933) und sollte am 1. Oktober 2020 in Kraft treten.

Aufgrund der SARS-Cov2-Pandemie wurde die Einführung der ZApprO neu geplant.

Somit beginnt die Gültigkeit der neuen ZApprO für die Studienanfänger erst ab dem 01. Oktober 2021.

Ziele der neuen Approbationsordnung

Mit der ZApprO wird eine neue zeitliche Zuordnung und Gewichtung der Ausbildungsinhalte erfolgen. Es sollen mehr medizinische Lehrinhalte integriert und die Interdisziplinarität zwischen der Humanmedizin und der Zahnmedizin gestärkt werden. Weiterhin soll das Betreuungsverhältnis von 1:6 in den klinischen Kursen auf 1:3 verbessert und u.a. ein stärkerer Fokus auf die wissenschaftliche Kompetenzentwicklung der Studierenden liegen.

Aufbau des Studiengangs

Das Studium gliedert sich zukünftig in drei Abschnitte: Einen vorklinischen Abschnitt, einen ersten klinischen Abschnitt und einen zweiten klinischen Abschnitt.

Im vorklinischen Abschnitt (1.-4. Semester) findet die Ausbildung in naturwissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen statt und umfasst Lehrveranstaltungen der folgenden Fächer: Physik, Chemie, Physiologie, Biochemie und Molekularbiologie, mikroskopische und makroskopische Anatomie, Berufsfelderkundung und medizinische Terminologie. Die bisherigen praktischen Kurse der Zahnärztlichen Prothetik werden in diesem Abschnitt durch zwei im Umfang deutlich kleinere Propädeutische Praktika mit Schwerpunkt „Dentale Technologie“ beziehungsweise Schwerpunkt „Präventive Zahnheilkunde“ ersetzt.

Der erste klinische Abschnitt (5. und 6. Semester) beinhaltet die Praktika der Zahnerhaltungskunde am Phantom und der zahnärztlichen Prothetik am Phantom, sowie das Praktikum der kieferorthopädischen Propädeutik und Prophylaxe und das Praktikum der zahnärztlich-chirurgischen Propädeutik und Notfallmedizin. Ebenso findet hier das Radiologische Praktikum unter besonderer Berücksichtigung des Strahlenschutzes statt.

Im zweiten klinischen Abschnitt (7.-10. Semester) findet die Behandlung am Patienten in Form von integrierten Kursen  (I-IV) statt. Des Weiteren müssen folgende Praktika absolviert werden:

- Praktikum in der Klinik oder Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten I und II

- Praktikum der zahnmedizinischen Diagnostik und Therapie I und II

- Praktikum der kieferorthopädischen Diagnostik und Therapie I und II

- Operationskurs I und II.

Weitere Unterrichtsveranstaltungen, die in den beiden klinischen Abschnitten besucht werden müssen, sind: Pharmakologie und Toxikologie, Pathologie, Hygiene, Mikrobiologie und Virologie, Innere Medizin einschl. Immunologie, Dermatologie und Allergologie, Berufskunde und Praxisführung.

Hinzu kommen außerdem sogenannte Querschnittsbereiche, in denen ein fächerübergreifender Unterricht angeboten werden soll, der eng mit der Humanmedizin vernetzt ist.

Folgende acht Querschnittsbereiche gibt es:

  • Notfallmedizin
  • Schmerzmedizin
  • Medizin und Zahnmedizin des Alterns und des alten Menschen
  • Klinische Werkstoffkunde
  • Orale Medizin und systemische Aspekte
  • Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich
  • Gesundheitswissenschaften (mit den Schwerpunkten Epidemiologie, Prävention, Gesundheitsförderung, Öffentliche Gesundheitspflege, Gesundheitsökonomie und Ethik und Geschichte der Medizin und Zahnmedizin)
  • Wissenschaftliches Arbeiten (mit den Schwerpunkten medizinische Biometrie, medizinische Informatik, Literaturrecherche und -bewertung und evidenzbasierte Medizin)

Staatliche Prüfungen

Die bisherigen staatlichen Prüfungen (Naturwissenschaftliche Vorprüfung, Zahnärztliche Vorprüfung und Staatsexamen) werden durch drei Zahnärztliche Prüfungen ersetzt. Diese bestehen aus dem ersten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung, dem Zweiten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung und dem Dritten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z1, Z2 und Z3).

Erster Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z1, nach dem 4. FS):

Dieser umfasst mündliche Prüfungen in den Fächern Physik, Chemie, Biologie, Biochemie und Molekularbiologie, mikroskopische und makroskopische Anatomie, Physiologie und Zahnmedizinische Propädeutik.

Die einzelnen Prüfungen und der Erste Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung können zweimal wiederholt werden.

Zweiter Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z2, nach dem 6. FS):

Er besteht aus einem praktischen und einem mündlichen Prüfungselement in folgenden Fächern: Zahnärztliche Prothetik, Kieferorthopädie, Oralchirurgie und Mund-, Kiefer, Gesichtschirurgie und Zahnerhaltung (Endodontologie, Kinderzahnheilkunde, Parodontologie, Zahnhartsubstanzlehre, Prävention und Restauration).

Die einzelnen Prüfungen und der Zweite Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung können zweimal wiederholt werden.

Dritter Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung (Z3, nach dem 10. FS):

Dieser Abschnitt setzt sich aus einer schriftlichen Prüfung in 14 vornehmlich medizinisch ausgerichteten Fächern und mündlich-praktischen Prüfungen in den zahnmedizinischen Fächern zusammen.

Inhalt und Durchführung des schriftlichen Teils:

Der schriftliche Prüfungsteil umfasst 200 bundesweit einheitliche Fragen (MC-Format) und wird an einem bundeseinheitlichen Termin durchgeführt. Die Prüfungsfragen decken folgende Fächer ab: Pharmakologie und Toxikologie, Pathologie, Hygiene, Mikrobiologie und Virologie, Innere Medizin, Dermatologie und Allergologie. Sowie die folgenden Querschnittsbereiche: Notfallmedizin, Schmerzmedizin, Medizin und Zahnmedizin des Alterns und des alten Menschen, Klinische Werkstoffkunde, Orale Medizin und systemische Aspekte, Erkrankungen im Kopf-Hals-Bereich, Gesundheitswissenschaften, Wissenschaftliches Arbeiten.   

Mündlich-praktischer Teil:

Dieser findet nach der schriftlichen Prüfung in der vorlesungsfreien Zeit in einem Zeitraum von sechs Monaten statt. Er besteht aus einem praktischen und einem mündlichen Prüfungselement in den folgenden Fächern: Zahnärztliche Prothetik, Kieferorthopädie, Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, Oralchirurgie,  Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Zahnärztliche Radiologie und der Fächergruppe Zahnerhaltung (Endodontologie, Kinderzahnheilkunde, Parodontologie und Zahnhartsubstanzlehre, Prävention und Restauration).

Die einzelnen Prüfungen und der Dritte Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung können zweimal wiederholt werden.

Zusätzlich zu erbringende Leistungen

Vor Beginn des Studiums oder während der unterrichtsfreien Zeiten des Studiums vor dem Antrag auf Zulassung zum Ersten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung sind eine Ausbildung in erster Hilfe und ein Krankenpflegedienst von einem Monat abzuleisten.

Nach bestandenem Erstem Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung und vor dem Antrag auf Zulassung zum Dritten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung ist während der unterrichtsfreien Zeiten eine Famulatur mit der Dauer von vier Wochen in einer Zahnarztpraxis abzuleisten.

Start der ZApprO und Übergangsregelungen

Die Umsetzung der neuen ZApprO beginnt zum Wintersemester 2021/22 für das 1. Semester. In diesem Semester studieren das 2.-10. Semester zunächst weiter nach der alten Approbationsordnung. Danach gibt es eine Übergangsphase, in der die alte und die neue ZApprO parallel gelten (siehe Tabelle).

Zeitraum

Fachsemester
(neue ZApprO)

Fachsemester
(alte ZApprO)

SS 21

 

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10

WS 21/22

1

2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10

SS 22

1, 2, 6

3, 4, 5, 7, 8, 9, 10

WS 22/23

1, 2, 3, 6, 7

4, 5, 8, 9, 10

SS 23

1, 2, 3, 4, 6, 7, 8

5, 9, 10

WS 23/24

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

10

SS24

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10

 

Diejenigen Studierenden, die im Wintersemester 2020/21 im 4. Fachsemester oder darüber sind, werden ihr Studium vollständig nach der alten Approbationsordnung absolvieren, vorausgesetzt, dass sie die Naturwissenschaftliche Vorprüfung und die Zahnärztliche Vorprüfung bereits bestanden haben bzw. bis spätestens nach dem Sommersemester 2021 bestehen werden.

Die Studierenden, die im Sommersemester 2022, im Wintersemester 2022/23, im Sommersemester 2023 und dem Wintersemester 2023/24 nach bestandener Naturwissenschaftlicher Vorprüfung und Zahnärztlicher Vorprüfung im 6. Fachsemester sind, werden ab diesem Semester nach der neuen ZApprO weiter studieren. Diese Studierenden müssen nicht am Praktikum der zahnärztlichen Prothetik am Phantom teilnehmen. Sie absolvieren nach dem 6. Semester den Zweiten Abschnitt der Zahnärztlichen Prüfung, jedoch ohne die Prüfung im Fach Zahnärztliche Prothetik. Das bedeutet, dass das 6. Semester (Übergangssemester) im Wesentlichen alle Fächer des späteren 5. und 6. Semesters enthält, mit Ausnahme des Praktikums der zahnärztlichen Prothetik am Phantom. Es wird ein volles Semester sein, ermöglicht es aber, ohne Zeitverlust das Studium zu absolvieren.

Fristen für die Naturwissenschaftliche und Zahnärztliche Vorprüfung nach alter ZApprO

Studierende, die im Sommersemester 2021 oder eher ihr Studium beginnen werden oder begonnen haben, und die Naturwissenschaftliche Prüfung noch nicht bestanden haben, müssen diese bis zum 31.10.2022 ablegen. Diese müssen dann die Zahnärztliche Vorprüfung bis zum 30.04.2025 ablegen.

Bei Studienbeginn zum Sommersemester 2020 oder eher und bei bereits bestandener Naturwissenschaftlicher Vorprüfung, muss die Zahnärztliche Vorprüfung bis zum 30.04.2024 abgelegt werden.

Sollte das nicht erfolgreich geschehen, so muss komplett nach neuer Approbationsordnung weiterstudiert werden. Das heißt, das entsprechende Kurse nachgeholt werden müssen, dann die erste Zahnärztliche Prüfung absolviert werden muss und es mit dem regulären 5. Semester nach neuer Approbationsordnung weitergeht.

Aktuelle Umsetzung in Freiburg

Seit Anfang Februar 2020 arbeitet ein neu gegründetes Team ZApprO in intensiver regelmäßiger Zusammenarbeit mit den betroffenen Fachrichtungen an der Implementierung der neuen Approbationsordnung.

Quellen:

  • Bundesanzeiger Verlag GmbH (BGBI) (Hrsg.).: Verordnung zur Neureglung der zahnärztlichen Ausbildung. Köln
  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (Hrsg.).: Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit. Bonn

Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Studiendekanat Zahnmedizin
Hugstetterstr. 55
D-79106 Freiburg

Studiendekanin
Prof. Dr. Nadine Schlüter

Ansprechpartnerinnen:

Studiengangskoordinator*in