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Klinik für Innere Medizin IIGastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie und Infektiologie

Veranstaltungen

24.09.2020 bis 27.09.2020
10.10.2020 09:00 Uhr bis 12:30 Uhr

Wissenschaftliche Organisation:

Prof. Dr. S. Fichtner-Feigl

Prof. Dr. R. Thimme

 

Alle Infos
28.11.2020 09:30 Uhr bis 12:30 Uhr

Aktuelles

(05.05.2020) Künstliche Intelligenz verbessert Darmkrebs-Vorsorge

KI-basiertes System am Universitätsklinikum Freiburg entdeckt bei einer Darmspiegelung bis zu zehn Prozent mehr Darmkrebs-Vorstufen

Um bei einer Darmspiegelung noch mehr und kleinere Krebsvorstufen sicher zu entdecken, setzen Endoskopie-Expert*innen des Universitätsklinikums Freiburg jetzt auf Künstliche Intelligenz (KI). Das System analysiert während der Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, die Live-Videobilder und markiert verdächtige Stellen auf dem Monitor mit einem grünen Rechteck. Studien zeigen, dass Ärzt*innen damit etwa zehn Prozent mehr Krebsvorstufen finden als ohne KI-Unterstützung. Seit Jahresbeginn werden am Universitätsklinikum Freiburg alle Vorsorgekoloskopien mit Hilfe des neuen Systems durchgeführt. Mehr als 50 Personen wurden so bereits erfolgreich untersucht. Damit ist Freiburg das erste Universitätsklinikum in Deutschland, das die neue Technik regulär einsetzt.

„Mit Unterstützung der Künstlichen Intelligenz können wir unseren Patient*innen noch größere Sicherheit bei der Darmkrebsvorsorge bieten“, sagt PD Dr. Arthur Schmidt, Leiter der Interdisziplinären Endoskopie an der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg. Das System kann auch sehr erfahrenen Mediziner*innen helfen, auffällige Gewebestrukturen sicherer zu erkennen. „Damit können wir insbesondere sehr kleine Vorstufen noch sicherer entdecken und entfernen“, so Schmidt.

Das System wurde anhand mehrerer tausend Aufnahmen verdächtiger Krebsvorstufen mit dem sogenannten Deep-Learning-Verfahren trainiert. Dabei entwickelte die Software eigene Suchmuster, mit denen die Erfolgsquote für das Erkennen dieser Gewebe besonders hoch war. Da die optischen Markierungen unmittelbar währen der Untersuchung in das Koloskopie-Bild eingeblendet werden, ist keine Einarbeitungszeit für die Ärzt*innen nötig. „Während der menschliche Blick immer auf einen Punkt im Bild fokussiert, hat die KI jederzeit das gesamte Bild im Blick. Letztendlich beurteilen und entscheiden aber natürlich wir Menschen, ob etwas entfernt werden muss“, sagt Schmidt.

Koloskopie: Eines der wirksamsten Werkzeuge der Krebsfrüherkennung

Etwa 60.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Darmkrebs. Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ließe sich ein Großteil der Erkrankungen vermeiden. Denn die Vorsorge-Darmspiegelung gilt als eines der wirksamsten Werkzeuge der Krebsfrüherkennung überhaupt. Sie wird von den Krankenkassen ab einem Alter von 55 Jahren alle zehn Jahre gezahlt. Bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko, etwa mit Fällen von Darmkrebs in der Familie, kann auch eine frühere Untersuchung sinnvoll sein.

Bei der Koloskopie untersuchen Ärzt*innen den Zustand des Dickdarms. Dafür wird ein spezielles Endoskop eingeführt, das sofort ein bewegtes und beleuchtetes Bild aus dem Körperinneren liefert. Wird verdächtiges Gewebe erkannt, kann dieses direkt mit einer Drahtschlinge abgetrennt und zur weiteren Untersuchung ins Labor geschickt werden.

Sobald verdächtiges Gewebe auf dem Monitor erscheint, wird es mit einem grünen Rechteck markiert. Auch bei Kamerabewegungen bleibt die Markierung recht genau. © Universitätsklinikum Freiburg

 

(28.11.2018) Millionenförderung verzahnt Immunforschung und Facharzt-Ausbildung

Neues Ausbildungsprogramm für junge Ärztinnen und Ärzte verbindet Patientenversorgung und immunologische Forschung am Universitätsklinikum Freiburg / 2,7 Millionen Euro Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Anspruchsvolle Projekte der Immunforschung mit der klinischen Ausbildung kombinieren: Ein neues Ausbildungsprogramm am Universitätsklinikum Freiburg macht dies für junge Ärztinnen und Ärzte möglich. Mit rund 2,7 Millionen Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Programm „IMM-PACT: Aufdecken gemeinsamer Prinzipien immunvermittelter Erkrankungen: von der Grundlagenwissenschaft zu neuen Therapien“. Das „Clinician-Scientist“-Programm läuft ab Januar 2019 für drei Jahre und besteht aus einer strukturierten Facharztausbildung mit Raum für klinische und grundlagenorientierte Forschung. Nach erfolgreicher Zwischenevaluation  ist eine Verlängerung des Programms um 2 Jahre möglich. Mit dem Geld werden unter anderem 24 Facharztstellen an 20 Kliniken und Instituten eingerichtet. Außerdem werden die Teilnehmer von erfahrenen Mentoren begleitet. 

„Die Verbindung von Forschung und Patientenversorgung wird nirgends so intensiv gelebt wie an Universitätskliniken. Mit dem Programm möchten wir Nachwuchsforscherinnen und -forschern eine nachhaltige akademische Karriere im Spannungsfeld zwischen Klinik und Forschung ermöglichen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg. Die DFG bescheinigt dem Programm beste Voraussetzungen zur Durchführung hochqualitativer wissenschaftlicher Projekte. 

Clinician-Scientist-Programme wie IMM-PACT fördern sowohl die Vernetzung von Forschung und klinischer Anwendung, aber auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Das zeigt sich unter anderem an interdisziplinären Zusammensetzung der Antragsteller: Neben Prof. Thimme sind dies Prof. Dr. Leena Bruckner-Tuderman, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Prof. Dr. Stephan Ehl, Centrum für Chronische Immundefizienz, Dr. Miriam Erlacher, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Prof. Dr. Heike Pahl, Klinik für Innere Medizin I sowie Prof. Dr. Robert Zeiser, Klinik für Innere Medizin I. IMM-PACT wird in enger Abstimmung mit dem bereits erfolgreich laufenden Berta-Ottenstein-Programm für Clinician Scientists geplant. 

Weitere Informationen: Website des IMM-PACT-Programms

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