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Klinik für Innere Medizin IIGastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie und Infektiologie

Veranstaltungen

23.09.2021 bis 26.09.2021
20.11.2021 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
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Aktuelles

(13.08.2020) Zwei Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg neu in die Leopoldina aufgenommen

Prof. Dr. Stephan Ehl und Prof. Dr. Robert Thimme wurden in die Nationale Akademie der Wissenschaften berufen / Wahl gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für Forscher*innen

Mit Prof. Dr. Stephan Ehl und Prof. Dr. Robert Thimme gehören seit August 2020 gleich zwei weitere Freiburger Forscher der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften an. Ehl ist Medizinischer Direktor des Zentrums für Chronische Immundefizienz (CCI) am Universitätsklinikum Freiburg, Thimme leitet als Ärztlicher Direktor die Klinik für Innere Medizin II - Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Freiburg. Die Wahl zum Mitglied in die Leopoldina gilt für Wissenschaftler*innen als eine der höchsten akademischen Auszeichnungen und Würdigungen. „Die Leopoldina gewinnt aktuell – auch im Lichte der Coronakrise – zunehmend an Bedeutung. Es freut mich sehr, dass der Standort Freiburg in der Akademie mit mittlerweile acht Mitgliedern so zahlreich vertreten ist“, sagt der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikum Freiburg Prof. Dr. Frederik Wenz.

Experte für das kindliche Immunsystem

Prof. Dr. Stephan Ehl studierte Medizin in Aachen, Erlangen und München. Die klinischen Schwerpunkte des Facharztes für Kinder- und Jugendmedizin liegen im Bereich der Pädiatrischen Immunologie, insbesondere auf der Diagnostik und der Therapie angeborener Störungen des Immunsystems. Zudem erforscht er Immundefekte mit Autoimmunität und chronischer Entzündung. 2003 habilitierte Ehl sich im Fachbereich Pädiatrie. Seit 2008 ist Prof. Ehl Medizinischer Direktor des Centrums für Chronische Immundefizienz (CCI) am Universitätsklinikum Freiburg, seit 2015 Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1160 zum Thema Immunpathologie. Als Leiter der Abteilung für Pädiatrische Immunologie betreut der 55-Jährige Kinder mit immunologischen Erkrankungen in der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Freiburg. Bereits 1999 erhielt er den Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie und 2001 den Preis der Kind-Philipp-Stiftung für pädiatrisch-onkologische Forschung.

Internist und Hepatitis-Forscher

Prof. Dr. Robert Thimme (50) studierte sowohl in seiner Heimatstadt Berlin als auch in Freiburg Medizin. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Endokrinologie. 2006 habilitierte er sich in Innerer Medizin. Seit 2015 leitet Thimme als Ärztlicher Direktor die Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg und setzte dort neue Akzente unter anderem mit Gründung des Gerok-Leberzentrums und der IGE (Interdisziplinäre gastrointestinale Endoskopie). Thimmes Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Immunantwort auf Hepatitis-Viren. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Nachwuchsförderung, so hat er unter anderem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung geförderte Ausbildungsprogramme für Clinician Scientists ins Leben gerufen.  Thimme erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen: unter anderem für die beste experimentelle Doktorarbeit, die Aufnahme in das Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgesellschaft, einen Ruf auf eine Heisenberg-Professur, den Thieme-Preis der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften sowie die Aufnahme in die American Society of Clinical Investigation (ASCI).

Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften

Die Leopoldina, 1652 gegründet, ist eine der ältesten Wissenschaftsakademien der Welt. Mit ihren rund 1.500 Mitgliedern vereint die Leopoldina hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und zahlreichen weiteren Ländern. Als Nationale Akademie Deutschlands vertritt die Leopoldina seit 2008 die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und nimmt zu wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig Stellung. In interdisziplinären Expertengruppen erarbeitet die Leopoldina, auch gemeinsam mit anderen deutschen, europäischen und internationalen Akademien, öffentliche Stellungnahmen zu aktuellen Themen.

 

(05.05.2020) Künstliche Intelligenz verbessert Darmkrebs-Vorsorge

KI-basiertes System am Universitätsklinikum Freiburg entdeckt bei einer Darmspiegelung bis zu zehn Prozent mehr Darmkrebs-Vorstufen

Um bei einer Darmspiegelung noch mehr und kleinere Krebsvorstufen sicher zu entdecken, setzen Endoskopie-Expert*innen des Universitätsklinikums Freiburg jetzt auf Künstliche Intelligenz (KI). Das System analysiert während der Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, die Live-Videobilder und markiert verdächtige Stellen auf dem Monitor mit einem grünen Rechteck. Studien zeigen, dass Ärzt*innen damit etwa zehn Prozent mehr Krebsvorstufen finden als ohne KI-Unterstützung. Seit Jahresbeginn werden am Universitätsklinikum Freiburg alle Vorsorgekoloskopien mit Hilfe des neuen Systems durchgeführt. Mehr als 50 Personen wurden so bereits erfolgreich untersucht. Damit ist Freiburg das erste Universitätsklinikum in Deutschland, das die neue Technik regulär einsetzt.

„Mit Unterstützung der Künstlichen Intelligenz können wir unseren Patient*innen noch größere Sicherheit bei der Darmkrebsvorsorge bieten“, sagt PD Dr. Arthur Schmidt, Leiter der Interdisziplinären Endoskopie an der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg. Das System kann auch sehr erfahrenen Mediziner*innen helfen, auffällige Gewebestrukturen sicherer zu erkennen. „Damit können wir insbesondere sehr kleine Vorstufen noch sicherer entdecken und entfernen“, so Schmidt.

Das System wurde anhand mehrerer tausend Aufnahmen verdächtiger Krebsvorstufen mit dem sogenannten Deep-Learning-Verfahren trainiert. Dabei entwickelte die Software eigene Suchmuster, mit denen die Erfolgsquote für das Erkennen dieser Gewebe besonders hoch war. Da die optischen Markierungen unmittelbar währen der Untersuchung in das Koloskopie-Bild eingeblendet werden, ist keine Einarbeitungszeit für die Ärzt*innen nötig. „Während der menschliche Blick immer auf einen Punkt im Bild fokussiert, hat die KI jederzeit das gesamte Bild im Blick. Letztendlich beurteilen und entscheiden aber natürlich wir Menschen, ob etwas entfernt werden muss“, sagt Schmidt.

Koloskopie: Eines der wirksamsten Werkzeuge der Krebsfrüherkennung

Etwa 60.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Darmkrebs. Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ließe sich ein Großteil der Erkrankungen vermeiden. Denn die Vorsorge-Darmspiegelung gilt als eines der wirksamsten Werkzeuge der Krebsfrüherkennung überhaupt. Sie wird von den Krankenkassen ab einem Alter von 55 Jahren alle zehn Jahre gezahlt. Bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko, etwa mit Fällen von Darmkrebs in der Familie, kann auch eine frühere Untersuchung sinnvoll sein.

Bei der Koloskopie untersuchen Ärzt*innen den Zustand des Dickdarms. Dafür wird ein spezielles Endoskop eingeführt, das sofort ein bewegtes und beleuchtetes Bild aus dem Körperinneren liefert. Wird verdächtiges Gewebe erkannt, kann dieses direkt mit einer Drahtschlinge abgetrennt und zur weiteren Untersuchung ins Labor geschickt werden.

Sobald verdächtiges Gewebe auf dem Monitor erscheint, wird es mit einem grünen Rechteck markiert. Auch bei Kamerabewegungen bleibt die Markierung recht genau. © Universitätsklinikum Freiburg

 

(28.11.2018) Millionenförderung verzahnt Immunforschung und Facharzt-Ausbildung

Neues Ausbildungsprogramm für junge Ärztinnen und Ärzte verbindet Patientenversorgung und immunologische Forschung am Universitätsklinikum Freiburg / 2,7 Millionen Euro Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Anspruchsvolle Projekte der Immunforschung mit der klinischen Ausbildung kombinieren: Ein neues Ausbildungsprogramm am Universitätsklinikum Freiburg macht dies für junge Ärztinnen und Ärzte möglich. Mit rund 2,7 Millionen Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Programm „IMM-PACT: Aufdecken gemeinsamer Prinzipien immunvermittelter Erkrankungen: von der Grundlagenwissenschaft zu neuen Therapien“. Das „Clinician-Scientist“-Programm läuft ab Januar 2019 für drei Jahre und besteht aus einer strukturierten Facharztausbildung mit Raum für klinische und grundlagenorientierte Forschung. Nach erfolgreicher Zwischenevaluation  ist eine Verlängerung des Programms um 2 Jahre möglich. Mit dem Geld werden unter anderem 24 Facharztstellen an 20 Kliniken und Instituten eingerichtet. Außerdem werden die Teilnehmer von erfahrenen Mentoren begleitet. 

„Die Verbindung von Forschung und Patientenversorgung wird nirgends so intensiv gelebt wie an Universitätskliniken. Mit dem Programm möchten wir Nachwuchsforscherinnen und -forschern eine nachhaltige akademische Karriere im Spannungsfeld zwischen Klinik und Forschung ermöglichen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg. Die DFG bescheinigt dem Programm beste Voraussetzungen zur Durchführung hochqualitativer wissenschaftlicher Projekte. 

Clinician-Scientist-Programme wie IMM-PACT fördern sowohl die Vernetzung von Forschung und klinischer Anwendung, aber auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Das zeigt sich unter anderem an interdisziplinären Zusammensetzung der Antragsteller: Neben Prof. Thimme sind dies Prof. Dr. Leena Bruckner-Tuderman, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Prof. Dr. Stephan Ehl, Centrum für Chronische Immundefizienz, Dr. Miriam Erlacher, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Prof. Dr. Heike Pahl, Klinik für Innere Medizin I sowie Prof. Dr. Robert Zeiser, Klinik für Innere Medizin I. IMM-PACT wird in enger Abstimmung mit dem bereits erfolgreich laufenden Berta-Ottenstein-Programm für Clinician Scientists geplant. 

Weitere Informationen: Website des IMM-PACT-Programms

Klinik für Innere Medizin II

Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Robert Thimme

Gastroenterologie, Hepatologie,
Endokrinologie und Infektiologie
Hugstetter Straße 55
79106 Freiburg
Info Medizin: 0761 270-34010