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Aktuelles | News

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Uniklinik Freiburg auf Youtube

(21.08.2023) Video Darmkrebs – Diagnose, Therapie, Vorsorge

Welche Alarmzeichen es für Darmkrebs gibt und welche Behandlungsmöglichkeiten wann genutzt werden, erklären Expert*innen des Universitätsklinikums Freiburg. Auch über die Bedeutung der Vorsorge sprechen sie.

Alarmsignale und Vorsorge: Der Übergang von Polypen zu Krebs wird thematisiert. Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg, stellt die Anzeichen und Symptome von Darmkrebs vor und betont die Bedeutung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen.

Ablauf einer Darmkrebs-OP: Prof. Dr. Stefan Fichtner-Feigl und Prof. Dr. Hannes Neef von der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie beschreiben den Ablauf einer Darmkrebsoperation und gehen insbesondere auf minimalinvasive, robotergestützte Methoden ein.

Bestrahlung: Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde, erläutert den Einsatz von Strahlenheilkunde bei Darmkrebs und informiert über den Behandlungsprozess.

Das Video bietet einen strukturierten Überblick über Darmkrebs, von den ersten Anzeichen bis zu den Therapieoptionen.

(07.07.2023) PD Dr. Dominik Bettinger mit renommiertem Adolf-Kußmaul-Preis ausgezeichnet

Zuverlässige Risikobeurteilung von Patient*innen mit Lebezirrhose


PD Dr. Dominik Bettinger, Wissenschaftlicher Leiter der Sektion TIPS in der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg, ist mit dem diesjährigen Adolf-Kußmaul-Preis der Südwestdeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie ausgezeichnet worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde Bettinger anlässlich der Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie am 16. Juni 2023 überreicht. Bettinger wurde für seine Forschung an der Risikobeurteilung bei der Anlage eines Transjugulären Intrahepatischen Portosystemischen Shunt (TIPS) für Patient*innen mit Leberzirrhose ausgezeichnet.

Die Anlage eines TIPS schützt Patient*innen mit einer Leberzirrhose vor lebensbedrohlichen Komplikationen, wie beispielsweise einer Krampfaderblutung in der Speiseröhre. Ursache für diesen lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf ist ein erhöhter Blutdruck im Pfortaderkreislauf, der Blut aus verschiedenen inneren Organen über die Leber zurück zum Herzen führt. Um den Blutdruck zu senken, wird eine Kurzschlussverbindung, ein sogenannter Shunt, zwischen der Pfortader und der Lebervene hergestellt. In der Folge bilden sich die Krampfadern in der Speisröhre zurück.

Vor einer TIPS-Anlage ist jedoch eine strenge Patient*innen-Selektion notwendig, da es zahlreiche Risikofaktoren gibt, die gegen diesen Eingriff sprechen können. Die Arbeitsgruppe um Bettinger hat in den letzten Jahren intensiv an einer möglichst präzisen Risikobeurteilung geforscht. In einer internationalen und interdisziplinären Beobachtungsstudie mit 1.871 Patient*innen konnten sie einen neuen Risiko-Score entwickeln, mit dem eine zuverlässigere Prognose berechnet werden kann. Der so entstandene Freiburg Index of post-TIPS survival (FIPS) kann Hochrisiko-Patient*innen vor einer TIPS-Anlage identifizieren und so die individuelle Behandlung dieser Patient*innen verbessern.

Bildunterschrift: PD Dr. Dominik Bettinger nahm die Auszeichnung von Dr. Lara Gnügge von der Falk Foundation entgegen.
Bildquelle: Falk Foundation e.V.

(04.07.2022) Innovationspreis für Freiburger Facharzt

Auf der Jahrestagung der Europäischen Lebergesellschaft (EASL) wurde Prof. Dr. Martin Rössle, Facharzt für Innere Medizin und langjähriger Mitarbeiter an der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg, am Freitag, 24. Juni 2022 in London der EASL Innovation Award verliehen. Die Auszeichnung würdigt seine Entwicklung des sogenannten „transjugulären intrahepatischen porosystemischen Shunt“ (TIPS), ein minimalinvasives Verfahren, welches zahlreiche Komplikationen einer Leberzirrhose erfolgreich behandeln kann. Dabei wird mithilfe einer Art Umleitung das Blut an der Leber vorbeigeführt und so der Druck im Gefäßsystem vor der Leber gesenkt, was unbehandelt zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen kann. TIPS ist heute ein Standardverfahren, das weltweit durchgeführt wird und in nationalen sowie internationalen Leitlinien verankert ist. Es erhöht sowohl die Lebenserwartung als auch die Lebensqualität der Patient*innen.

„Wir sind sehr stolz auf diese beachtliche Lebensleistung von Prof. Rössle“, so Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg. „Er hat einen großen Beitrag dazu geleistet, dass wir uns auch international als ein führendes Zentrum auf dem Gebiet von Lebererkrankungen etablieren konnten.“ Jährlich werden mehr als 100 TIPS-Eingriffe am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt.

Bildunterschrift: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Freiburg, Preisträger Prof. Dr. Martin Rössle und Prof. Dr. Thomas Berg, Präsident der EASL, bei der Übergabe des EASL Innovation Awards

Bildrechte: European Association for the Study of the Liver (EASL)

(08.03.2022) Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Maike Hofmann

Herzlichen Glückwunsch! Die Immunologin Dr. Maike Hofmann erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Das hat ein von der DFG und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung eingesetzter Auswahlausschuss beschlossen. Der Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Er wird in diesem Jahr insgesamt zehnmal vergeben und ist mit je 20.000 Euro dotiert.

Hofmann untersucht das menschliche Immunsystem. Sie ist Forschungsgruppenleiterin an der Klinik für Innere Medizin II unter Leitung des Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Robert Thimme. Hofmann ist unter anderem Teilprojektleiterin in den Sonderforschungsbereichen (SFB) 1160 „IMPATH – Immunpathologie aufgrund eingeschränkter Immunreaktionen“, SFB 1479 „OncoEscape – Onkogen-gesteuerter Immunescape“ und TRR 179 „Determinanten und Dynamik der Elimination versus Persistenz von Hepatitis Virus Infektionen“. In ihrem Habilitationsprojekt erforscht sie, wie so genannte Killerzellen des menschlichen Immunsystems eine Virushepatitis kontrollieren. Bei diesen Zellen handelt es sich um eine Gruppe der weißen Blutkörperchen, die zellschädigende Eigenschaften haben – und eine zentrale Rolle in der Immunantwort auf Hepatitisviren und auch Leberkrebszellen spielen. Ihre Arbeit wird seit 2019 durch das „Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert.

Veröffentlichungen zu SARS-CoV-2

Zuletzt war Hofmann maßgeblich an zwei Freiburger Studien zu SARS-CoV-2 beteiligt. So konnten die Wissenschaftler*innen in ihren Veröffentlichungen zeigen, dass nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion Immunzellen gebildet werden, sogenannte Gedächtnis-T-Zellen, die im Körper erhalten bleiben und bei einer erneuten Infektion eine schnelle Immunantwort vermitteln könnten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. In einer zweiten Studie, erschienen in Nature, schlüsselten die Forschenden auf, wann sich nach einer SARS-CoV-2-Impfung mit einem mRNA-basierten Impfstoff ein erster Immunschutz feststellen lässt und wie sich die Reaktionen der unterschiedlichen Bestandteile des menschlichen Immunsystems über Monate entwickeln.

Bildrechte: Universität Freiburg / Klaus Polkowski

Update! (14.02.2022) DFG fördert die Fortsetzung des IMM-PACT Programms für Clinician Scientists

Der bei der DFG gestellte Fortsetzungsantrag für das Clinician Scientist-Programm "IMM-PACT: Targeting common principles of immune mediated disease: from basic science to novel therapies“ unter der Leitung von Herrn Prof. Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II, wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt. Somit wird die exzellente Forschung junger Ärztinnen und Ärzte auf dem Gebiet der Immunologie in Vereinbarkeit mit ihrer Facharztweiterbildung für zwei weitere Jahre mit einer Summe von rund 1,36 Mio € gefördert. Weitere Informationen finden Sie hier.

(28.11.2018) Millionenförderung verzahnt Immunforschung und Facharzt-Ausbildung

Neues Ausbildungsprogramm für junge Ärztinnen und Ärzte verbindet Patientenversorgung und immunologische Forschung am Universitätsklinikum Freiburg / 2,7 Millionen Euro Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Anspruchsvolle Projekte der Immunforschung mit der klinischen Ausbildung kombinieren: Ein neues Ausbildungsprogramm am Universitätsklinikum Freiburg macht dies für junge Ärztinnen und Ärzte möglich. Mit rund 2,7 Millionen Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das Programm „IMM-PACT: Aufdecken gemeinsamer Prinzipien immunvermittelter Erkrankungen: von der Grundlagenwissenschaft zu neuen Therapien“. Das „Clinician-Scientist“-Programm läuft ab Januar 2019 für drei Jahre und besteht aus einer strukturierten Facharztausbildung mit Raum für klinische und grundlagenorientierte Forschung. Nach erfolgreicher Zwischenevaluation  ist eine Verlängerung des Programms um 2 Jahre möglich. Mit dem Geld werden unter anderem 24 Facharztstellen an 20 Kliniken und Instituten eingerichtet. Außerdem werden die Teilnehmer von erfahrenen Mentoren begleitet. 

„Die Verbindung von Forschung und Patientenversorgung wird nirgends so intensiv gelebt wie an Universitätskliniken. Mit dem Programm möchten wir Nachwuchsforscherinnen und -forschern eine nachhaltige akademische Karriere im Spannungsfeld zwischen Klinik und Forschung ermöglichen“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg. Die DFG bescheinigt dem Programm beste Voraussetzungen zur Durchführung hochqualitativer wissenschaftlicher Projekte. 

Clinician-Scientist-Programme wie IMM-PACT fördern sowohl die Vernetzung von Forschung und klinischer Anwendung, aber auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Einrichtungen. Das zeigt sich unter anderem an interdisziplinären Zusammensetzung der Antragsteller: Neben Prof. Thimme sind dies Prof. Dr. Leena Bruckner-Tuderman, Klinik für Dermatologie und Venerologie, Prof. Dr. Stephan Ehl, Centrum für Chronische Immundefizienz, Dr. Miriam Erlacher, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Prof. Dr. Heike Pahl, Klinik für Innere Medizin I sowie Prof. Dr. Robert Zeiser, Klinik für Innere Medizin I. IMM-PACT wird in enger Abstimmung mit dem bereits erfolgreich laufenden Berta-Ottenstein-Programm für Clinician Scientists geplant. 

Bildrechte: Universität Freiburg / Britt Schilling

(30.03.2021) 9,3 Millionen Euro Förderung für forschende Ärzt*innen

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Programm zur Untersuchung von immunvermittelten Erkrankungen am Universitätsklinikum Freiburg

Das Programm „IMMediate – Immune-Mediated Diseases“ des Universitätsklinikums Freiburg ist in den Themenfeldern Immunologie, Onkologie und Zellbiologie angesiedelt. Es fördert forschende Fachärzt*innen, die als sogenannte Advanced Clinician Scientists immunvermittelte Erkrankungen, die beispielsweise Gehirn, Herz, Leber oder Darm betreffen, untersuchen. Nun wurde das Programm als eines von acht Projekten verschiedener Universitätsklinika in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für eine Förderung ausgewählt, wobei 9,3 Millionen Euro nach Freiburg gehen.

„Mit der großzügigen Förderung können wir in den nächsten fünf Jahren 12 Fach- und Oberärzt*innen zu 50 Prozent für die Forschung freistellen. So erhalten sie mehr Freiräume für ihre Forschungstätigkeiten“, sagt Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Infektiologie) des Universitätsklinikums Freiburg und Projektleiter von IMMediate. Den erfolgreichen Antrag stellte Thimme gemeinsam mit Prof. Dr. Stephan Ehl, Medizinischer Direktor des Instituts für Immundefizienz am Universitätsklinikum Freiburg, und Prof. Dr. Leena Bruckner-Tuderman, Ärztliche Direktorin der Klinik für Dermatologie und Venerologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Das Programm, das als einziges Projekt in Baden-Württemberg eine Förderung erhielt, stärkt die exzellenten Rahmenbedingungen für Wissenschaftler*innen an der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. „Ich freue mich, dass wir mit IMMediate das strukturierte Ausbilungsprogramm für Mediziner*innen in Freiburg weiter ausbauen können. Es beginnt bereits mit MOTI-VATE im Medizinstudium. Zusammen mit dem Berta-Ottenstein Programm und nun mit IMMediate werden alle Phasen der medizinischen Ausbildung bis zur langfristigen Karriereperspektive abdeckt,“ sagt Thimme.

Hintergrund:
An den Universitätskliniken in Deutschland sind medizinische Forschung und die Behandlung von Patient*innen eng miteinander verbunden. Diese Verknüpfung ist ein zentrales Merkmal der Universitätsmedizin. Sie ermöglicht den Kliniken, die Gesundheitsforschung maßgeblich voranzubringen und wichtige Fortschritte schnell in die Behandlung zu bringen. Mit der Förderinitiative will das Bundesministerium für Bildung und Forschung erreichen, dass die Mediziner*innen vor Ort auch für ihre Forschung die besten Rahmenbedingungen haben.

Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hat in den letzten Jahren ein strukturiertes Weiterbilungsprogramm für forschende Ärzt*innen entwickelt (Berta-Ottenstein Programm), das alle Phasen der medizinischen Weiterbildung abdeckt.

 

(13.08.2020) Zwei Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg neu in die Leopoldina aufgenommen

Prof. Dr. Stephan Ehl und Prof. Dr. Robert Thimme wurden in die Nationale Akademie der Wissenschaften berufen / Wahl gilt als eine der höchsten Auszeichnungen für Forscher*innen

Mit Prof. Dr. Stephan Ehl und Prof. Dr. Robert Thimme gehören seit August 2020 gleich zwei weitere Freiburger Forscher der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften an. Ehl ist Medizinischer Direktor des Zentrums für Chronische Immundefizienz (CCI) am Universitätsklinikum Freiburg, Thimme leitet als Ärztlicher Direktor die Klinik für Innere Medizin II - Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Freiburg. Die Wahl zum Mitglied in die Leopoldina gilt für Wissenschaftler*innen als eine der höchsten akademischen Auszeichnungen und Würdigungen. „Die Leopoldina gewinnt aktuell – auch im Lichte der Coronakrise – zunehmend an Bedeutung. Es freut mich sehr, dass der Standort Freiburg in der Akademie mit mittlerweile acht Mitgliedern so zahlreich vertreten ist“, sagt der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikum Freiburg Prof. Dr. Frederik Wenz.

Experte für das kindliche Immunsystem

Prof. Dr. Stephan Ehl studierte Medizin in Aachen, Erlangen und München. Die klinischen Schwerpunkte des Facharztes für Kinder- und Jugendmedizin liegen im Bereich der Pädiatrischen Immunologie, insbesondere auf der Diagnostik und der Therapie angeborener Störungen des Immunsystems. Zudem erforscht er Immundefekte mit Autoimmunität und chronischer Entzündung. 2003 habilitierte Ehl sich im Fachbereich Pädiatrie. Seit 2008 ist Prof. Ehl Medizinischer Direktor des Centrums für Chronische Immundefizienz (CCI) am Universitätsklinikum Freiburg, seit 2015 Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1160 zum Thema Immunpathologie. Als Leiter der Abteilung für Pädiatrische Immunologie betreut der 55-Jährige Kinder mit immunologischen Erkrankungen in der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Freiburg. Bereits 1999 erhielt er den Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie und 2001 den Preis der Kind-Philipp-Stiftung für pädiatrisch-onkologische Forschung.

Internist und Hepatitis-Forscher

Prof. Dr. Robert Thimme (50) studierte sowohl in seiner Heimatstadt Berlin als auch in Freiburg Medizin. Er ist Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Endokrinologie. 2006 habilitierte er sich in Innerer Medizin. Seit 2015 leitet Thimme als Ärztlicher Direktor die Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg und setzte dort neue Akzente unter anderem mit Gründung des Gerok-Leberzentrums und der IGE (Interdisziplinäre gastrointestinale Endoskopie). Thimmes Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Immunantwort auf Hepatitis-Viren. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Nachwuchsförderung, so hat er unter anderem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Else Kröner-Fresenius-Stiftung geförderte Ausbildungsprogramme für Clinician Scientists ins Leben gerufen.  Thimme erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen: unter anderem für die beste experimentelle Doktorarbeit, die Aufnahme in das Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgesellschaft, einen Ruf auf eine Heisenberg-Professur, den Thieme-Preis der Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften sowie die Aufnahme in die American Society of Clinical Investigation (ASCI).

Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften

Die Leopoldina, 1652 gegründet, ist eine der ältesten Wissenschaftsakademien der Welt. Mit ihren rund 1.500 Mitgliedern vereint die Leopoldina hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und zahlreichen weiteren Ländern. Als Nationale Akademie Deutschlands vertritt die Leopoldina seit 2008 die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und nimmt zu wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig Stellung. In interdisziplinären Expertengruppen erarbeitet die Leopoldina, auch gemeinsam mit anderen deutschen, europäischen und internationalen Akademien, öffentliche Stellungnahmen zu aktuellen Themen.

 

(05.05.2020) Künstliche Intelligenz verbessert Darmkrebs-Vorsorge

KI-basiertes System am Universitätsklinikum Freiburg entdeckt bei einer Darmspiegelung bis zu zehn Prozent mehr Darmkrebs-Vorstufen

Um bei einer Darmspiegelung noch mehr und kleinere Krebsvorstufen sicher zu entdecken, setzen Endoskopie-Expert*innen des Universitätsklinikums Freiburg jetzt auf Künstliche Intelligenz (KI). Das System analysiert während der Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, die Live-Videobilder und markiert verdächtige Stellen auf dem Monitor mit einem grünen Rechteck. Studien zeigen, dass Ärzt*innen damit etwa zehn Prozent mehr Krebsvorstufen finden als ohne KI-Unterstützung. Seit Jahresbeginn werden am Universitätsklinikum Freiburg alle Vorsorgekoloskopien mit Hilfe des neuen Systems durchgeführt. Mehr als 50 Personen wurden so bereits erfolgreich untersucht. Damit ist Freiburg das erste Universitätsklinikum in Deutschland, das die neue Technik regulär einsetzt.

„Mit Unterstützung der Künstlichen Intelligenz können wir unseren Patient*innen noch größere Sicherheit bei der Darmkrebsvorsorge bieten“, sagt PD Dr. Arthur Schmidt, Leiter der Interdisziplinären Endoskopie an der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg. Das System kann auch sehr erfahrenen Mediziner*innen helfen, auffällige Gewebestrukturen sicherer zu erkennen. „Damit können wir insbesondere sehr kleine Vorstufen noch sicherer entdecken und entfernen“, so Schmidt.

Das System wurde anhand mehrerer tausend Aufnahmen verdächtiger Krebsvorstufen mit dem sogenannten Deep-Learning-Verfahren trainiert. Dabei entwickelte die Software eigene Suchmuster, mit denen die Erfolgsquote für das Erkennen dieser Gewebe besonders hoch war. Da die optischen Markierungen unmittelbar währen der Untersuchung in das Koloskopie-Bild eingeblendet werden, ist keine Einarbeitungszeit für die Ärzt*innen nötig. „Während der menschliche Blick immer auf einen Punkt im Bild fokussiert, hat die KI jederzeit das gesamte Bild im Blick. Letztendlich beurteilen und entscheiden aber natürlich wir Menschen, ob etwas entfernt werden muss“, sagt Schmidt.

Koloskopie: Eines der wirksamsten Werkzeuge der Krebsfrüherkennung

Etwa 60.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Darmkrebs. Mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ließe sich ein Großteil der Erkrankungen vermeiden. Denn die Vorsorge-Darmspiegelung gilt als eines der wirksamsten Werkzeuge der Krebsfrüherkennung überhaupt. Sie wird von den Krankenkassen ab einem Alter von 55 Jahren alle zehn Jahre gezahlt. Bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko, etwa mit Fällen von Darmkrebs in der Familie, kann auch eine frühere Untersuchung sinnvoll sein.

Bei der Koloskopie untersuchen Ärzt*innen den Zustand des Dickdarms. Dafür wird ein spezielles Endoskop eingeführt, das sofort ein bewegtes und beleuchtetes Bild aus dem Körperinneren liefert. Wird verdächtiges Gewebe erkannt, kann dieses direkt mit einer Drahtschlinge abgetrennt und zur weiteren Untersuchung ins Labor geschickt werden.

Kontakt: Prof. Dr. Arthur Schmidt, Ärztlicher Leiter Endoskopie

Sobald verdächtiges Gewebe auf dem Monitor erscheint, wird es mit einem grünen Rechteck markiert. Auch bei Kamerabewegungen bleibt die Markierung recht genau. © Universitätsklinikum Freiburg

 


Klinik für Innere Medizin II

Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Robert Thimme

Gastroenterologie, Hepatologie,
Endokrinologie und Infektiologie
Hugstetter Straße 55
79106 Freiburg

Info Medizin: +49 (0) 761 270-34010