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Klinik für Neurologie und Neurophysiologie

Multiple Sklerose

Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie

Ursachen

Die Multiple Sklerose (MS) ist beim jungen Erwachsenen die häufigste zur Berufsunfähigkeit führende neurologische Erkrankung. Im Krankheitsprozess finden sich entzündliche und degenerative Veränderungen im zentralen Nervensystem. Die Ursache ist ungeklärt; angenommen wird neben einer Beteiligung von Umweltfaktoren eine genetische Prädisposition mit einer immunologischen Dysregulation. Es wird zwischen der häufigen schubförmig verlaufenden MS sowie einer schleichend progredienten Verlaufsform der Erkrankung unterschieden. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Das Erkennen von Symptomen, eine zeitnahe neurologische Abklärung zur Diagnosestellung und Abgrenzung gegenüber anderen neurologischen Erkrankungen ist wichtig, um ggf. die Indikation für den Beginn einer frühzeitigen immunmodulatorischen Behandlung zu stellen. Die erforderliche Diagnostik kann elektiv in der neurologischen Tagesklinik oder bei akuten beeinträchtigenden Symptomen auch auf der neurologischen Normalstation oder in der allgemeinen neurologischen Ambulanz gestellt werden. In der MS-Ambulanz erfolgt überwiegend eine Beratung der Patienten. 

Sypmtome von Multipler Sklerose

Abhängig von der Lokalisation eines entzündlichen Herdes können neurologische Ausfallserscheinungen verschiedene Körperregionen betreffen und treten bei einem Kranheitsschub subakut innerhalb von Stunden bis zu wenigen Tagen auf. Typische Symptome für Multiple Sklerose sind (einzeln oder in Kombination):

  • Sehstörungen mit Verschwommensehen und Augenbewegungsschmerz, Gesichtsfeldausfälle, Doppeltsehen
  • Kribbelmissempfindungen und andere Sensibilitätsstörungen
  • Koordinationsstörungen, Sprechstörungen
  • Blasen-Mastdarmstörungen
  • Lähmungen
  • Gangstörungen
  • Fatigue (chronische Erschöpfbarkeit)

Diagnose

Neben der Krankengeschichte (Anamnese) und den klinischen Symptomen (neurologischer Befund) werden zur Diagnosestellung die Kernspintomographie des Schädels und des Rückenmarks, die Ableitung der sog. evozierten Potentiale und die Liquordiagnostik herangezogen. Ferner müssen andere Krankheiten, die Symptome einer MS imitieren können, ausgeschlossen werden. 

Behandlung in Freiburg

Die Behandlung eines akuten Kranheitsschubs besteht in einer hochdosierten Steroid („Kortison“)-Gabe; bei schweren Schüben oder bei nur unzureichender Rückbildung trotz mehrfacher Steroidgabe kann auch eine Plasmapherese („Blutwäsche“) erfolgen. Da es sich bei der Multiplen Sklerose um eine chronische Erkrankung handelt, ist in vielen Fällen eine vorbeugende Behandlung erforderlich, um die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens von neuen Schüben oder eine weitere Krankheitsprogression zu reduzieren. Hierzu kommen neben Präparaten der sog. Basisbehandlung (Interferone, Glatirameracetat) auch Medikamente der Eskalationsbehandlung (Natalizumab, Fingolimod, Mitoxantron, Cyclophosphamid) zum Einsatz. Zusätzlich kann eine Symptom-orientierte Behandlung („symptomatische Therapie“) von MS-Folgen, wie z.B. Spastik, Koordinationsstörungen, Blasenstörungen, Schmerzen und Gangstörung erfolgen. Hierzu stehen mehrere medikamentöse Therapieoptionen zur Verfügung.  

Forschung zu MS in Freiburg

An der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie laufen regelmäßig Klinische Studien zu MS.

Anmeldung eines Patienten durch Ärzte & Krankenhäuser: Neurologische Ambulanz

Anmeldung und Einweisung für Ärzte und Krankenhäuser