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Mit Nanopartikeln gegen den Krebs

Neurochirurgie

(03.04.2024) Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben ein System entwickelt, mit dem Tumore gleichzeitig erkannt und erwärmt werden können. Das könnte eine noch präzisere Therapie ermöglichen als bei Bestrahlung.

Tumore gleichzeitig erkennen und erwärmen - das ermöglicht ein neuartiges System, das von Forschern des Universitätsklinikums Freiburg entwickelt wurde. ©Universitätsklinikum Freiburg / Ulrich G. Hofmann

Jedes Jahr erkranken rund 490.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Normalerweise erfolgen bei einer Krebserkrankung Diagnostik und Therapie unabhängig voneinander. Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg haben nun ein System entwickelt, das mithilfe von Magnetfeldern verschiedene Elemente aus Diagnostik und Therapie miteinander verbindet. In ihrer Studie konnten sie zeigen, dass dies eine besonders präzise und schonende Behandlung durch Hyperthermie, das Überwärmen des Tumorgewebes, ermöglicht. Die Studie wurde im Januar 2024 in der Fachzeitschrift Theranostics veröffentlicht.

„Unser einzigartiges System ermöglicht es uns, lokale Temperaturveränderungen dreidimensional und in Echtzeit zu verfolgen“, sagt Prof. Dr. Ulrich G. Hofmann, Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, der die Studie gemeinsam mit Dr. Sébastien Bär leitet. „Bei der Behandlung von Krebs kommt es sowohl als bildgebendes Verfahren als auch zur Anwendung von Hyperthermie sowie zur Überwachung der Therapie in Frage.“

Wärme gegen Krebs

Das von den Forschenden entwickelte System vereint Magnetpartikelbildgebung (MPI) mit magnetischer Flüssigkeitshyperthermie. MPI ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem magnetische Eisenoxid-Nanopartikel als Kontrastmittel zum Einsatz kommen. Da das erfasste Signal der Nanopartikeln unter anderem temperaturabhängig ist, eignet sich das Verfahren auch zur Temperaturmessung. Darüber hinaus können die Partikel durch schnell wechselnde Magnetfelder erhitzt werden. „So können wir lokal die Körpertemperatur bestimmen und die Nanopartikel gezielt für die Hyperthermie-Behandlung einsetzen,“ sagt Bär, Forscher im Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg. Hyperthermie kommt insbesondere bei fortgeschrittener Krankheitsgeschichte und bei großen Tumoren, die nicht operiert werden können, zum Einsatz. Das Verfahren dient dazu, die Krebstherapie zu optimieren, indem es den Tumor durch Wärme empfindlicher macht, beispielsweise gegenüber einer Strahlen- oder Chemotherapie.

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