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Kopf-Hals-Krebs: Warum frühes Erkennen so wichtig ist

Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

(10.09.2026) Heiserkeit, Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden sind meistens harmlos. Halten solche Beschwerden jedoch ungewöhnlich lange an, sollte man genauer hinschauen. Denn bei Kopf-Hals-Tumoren macht eine frühe Diagnose einen großen Unterschied. Ein Experte des Universitätsklinikums erklärt, welche Warnzeichen es gibt.

Kopf-Hals-Tumoren zählen weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen – insbesondere HPV-assoziierte Tumoren des Rachenraums nehmen in vielen europäischen Ländern deutlich zu. Deshalb möchte die Europäische Gesellschaft für Kopf-Hals-Tumoren mit ihrer Kampagne „Make Sense“ von 21. bis 26. September 2026 das Bewusstsein für Kopf-Hals-Tumoren, ihre Risikofaktoren und mögliche Warnzeichen schärfen. 

Kehlkopfkrebs gehört zu den Kopf-Hals-Tumoren und macht sich häufig durch eine langanhaltende Heiserkeit bemerkbar. © Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Im Rahmen dieser Kampagne lädt auch die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg zu einem Aktionstag mit kostenfreiem Screening und Aufklärung über das persönliche Krebsrisiko im Kopf-Hals-Bereich ein: am Dienstag, 22. September von 9 Uhr bis 15 Uhr in der HNO-Ambulanz. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an hno.tumor@uniklinik-freiburg.de.

Ein wichtiger Schwerpunkt dabei ist die Früherkennung: Denn je eher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind häufig die Behandlungsmöglichkeiten. „Viele Betroffene kommen zu uns, wenn der Tumor bereits fortgeschritten ist. Dabei lassen sich Kopf-Hals-Tumoren im Frühstadium oft gut und schonend behandeln“, sagt Prof. Dr. Andreas Knopf, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg und Leiter des Kopf-Hals-Tumorzentrums.

Was das Risiko erhöht

Zu den Kopf-Hals-Tumoren zählen verschiedene bösartige Tumoren: Sie können beispielsweise in der Mundhöhle, etwa an Zunge, Mundboden oder Zahnfleisch, im Rachen oder Kehlkopf sowie in Nase, Nasennebenhöhlen oder Speicheldrüsen entstehen. „Risikofaktoren sind vor allem Rauchen, Alkoholkonsum und eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV)“, erklärt Knopf. „Vor allem bei jüngeren Patient*innen führen HPV-Infektionen zu einem Anstieg der Neuerkrankungen.“

Hier lässt sich aktiv vorbeugen: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren; versäumte Impfungen sollen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Am wirksamsten ist die Impfung vor dem ersten Sexualkontakt.

Frühe Signale ernst nehmen

„Eine heisere Stimme, Schmerzen beim Schlucken oder eine kleine Wunde im Mund erscheinen im Alltag oft wenig beunruhigend. Halten die Symptome aber länger als drei Wochen an, sollten sie unbedingt ärztlich abgeklärt werden“, sagt Knopf. Dabei bedeutet eines dieser Symptome nicht automatisch, dass eine Krebserkrankung dahintersteckt. Entscheidend ist vor allem, wie lange die Beschwerden anhalten. 

Aufmerksam werden sollte man insbesondere bei:

  • anhaltender Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • Halsschmerzen
  • Wunden im Mund, die nicht abheilen
  • einer einseitig verstopften Nase
  • einem tastbaren Knoten oder Schwellungen am Hals

 

Schonende Therapie bei früher Diagnose

Welche Therapie infrage kommt, hängt von Art, Lage und Stadium des Tumors ab. Im Kopf-Hals-Tumorzentrum des Universitätsklinikums Freiburg wird die Behandlung interdisziplinär abgestimmt. Wird ein Kopf-Hals-Tumor früh erkannt, ist der Eingriff häufig schonend möglich. Kleine Tumoren können je nach Lage beispielsweise endoskopisch oder mit laserchirurgischen Verfahren über natürliche Zugangswege wie Mund oder Nase entfernt werden. Dadurch lässt sich gesundes Gewebe möglichst erhalten, und Funktionen wie Sprechen und Schlucken können besser geschont werden. 

Da sowohl die Erkrankung als auch die Behandlung Sprechen, Schlucken und Ernährung beeinträchtigen können, gehören bei Bedarf auch Logopädie, Ernährungsberatung, Schmerztherapie und psychosoziale Unterstützung zur Versorgung.

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