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Prostatakrebs gezielt bestrahlen

Die HypoFocal-SBRT-Studie zu präziser Strahlentherapie hat eine wichtige Etappe erreicht

(03.07.2026) Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Europa. Dank enormer Fortschritte in der Bildgebung und technischer Innovationen in der Strahlentherapie ist es heute möglich, das Tumorgewebe bei Prostatakrebs sehr präzise zu bestrahlen. Daraus entstand die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte HypoFocal-SBRT Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Anca-L. Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, die die Behandlung der Betroffenen maßgeblich verändern könnte. 

Die HypoFocal-SBRT Studie des Universitätsklinikums Freiburg untersucht eine hochpräzise Bestrahlung von Prostatakrebs, die Tumorgewebe gezielt behandeln und umliegendes Gewebe schonen soll. © Adobe Stock

Tumorgewebe zerstören, umliegendes Gewebe schonen

Die HypoFocal-SBRT Studie untersucht, ob eine Hochpräzisionsbestrahlung in 5 Sitzungen gegenüber einer moderat hypofraktionierten Bestrahlung in 20 Sitzungen beim Prostatakarzinom ohne Metastasierung besser sein mag. Statt wie bisher die gesamte Prostata gleichmäßig zu bestrahlen, wurden im Rahmen der HypoFocal-SBRT Studie zusätzlich gezielt jene Bereiche des Organs, in denen die hochpräzise Bildgebung den Tumor anzeigt, mit besonderer Intensität bestrahlt. Zugleich wurde versucht, das umliegenden Gewebe, wie Blase und Darm bestmöglich zu schonen. „Dadurch soll eine effektivere Therapie mit guter Verträglich erreicht werden“, erklärt Co-Studienleiter PD Dr. Simon Spohn, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. „Zudem wird die Behandlungszeit deutlich verkürzt, was die Lebensqualität der Patienten weiter verbessern kann“, so Spohn. 

Im August 2022 wurde in Freiburg der erste Patient mit Prostatakarzinom in die Studie eingeschlossen und mit Hochpräzisionsstrahlentherapie behandelt. In hervorragender Zusammenarbeit mit 23 weiteren Zentren aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Zypern konnten bis zum 07.04.2026 insgesamt 397 Patienten in die Studie eingeschlossen werden. „Damit haben wir unser Rekrutierungsziel erreicht und genügend Patienten in der Studie, um nach Durchführung der Nachbeobachtungsphase eine Aussage zu den Therapieergebnissen und den Nebenwirkungen treffen zu können“, sagt Spohn.  

Das Studienteam um Professor Grosu bedankt sich bei allen Patienten, die bereit waren, an dieser Studie teilzunehmen. „Auch wenn wir neuen Patienten eine Teilnahme an dieser Studie nun nicht mehr ermöglichen können, bieten wir selbstverständlich in der Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg entsprechende moderne Therapien, eventuell analog der HypoFocal-SBRT Studie und ggf. die Teilnahme an anderen Studien an“, ergänzt Grosu, „Aus aktueller, rein klinischer Perspektive scheint sowohl das onkologische Ergebnis als auch die Verträglichkeit der Hochpräzisionstherapie  vielversprechend zu sein.“ Erste Analysen und Veröffentlichungen der Ergebnisse zu akuten Nebenwirkungen und der Lebensqualität sind für Anfang 2027 geplant.

 

Dieser Artikel wurde medizinisch geprüft von

Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu
Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde
des Universitätsklinikums Freiburg

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