Zu den Inhalten springen

Wir überwinden Grenzen

Besser leben trotz Kopfschmerzen

Schmerztherapie

(07.08.2017)  Immer mehr und immer jüngere Menschen leiden an Kopfschmerzen. Manchmal aber führen die Kopfschmerz-Medikamente selbst zu den Beschwerden. Betroffene finden am Interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitätsklinikum Freiburg umfassende Hilfe.  

Millionen Menschen in Deutschland leiden unter dauerhaften oder wiederkehrenden Kopfschmerzen. Der Griff zu wirksamen Schmerzmitteln ist nur allzu verständlich. Oft werden entsprechende Medikamente fast täglich eingenommen. Doch bei etwa fünf bis acht Prozent der Kopfschmerzpatientinnen und -patienten führen die Schmerzhemmer selbst zu einem Dauerkopfschmerz. „Es ist ein Teufelskreislauf: Das Gehirn verlangt nach immer mehr Schmerzmitteln und reagiert mit immer häufiger wiederkehrenden Kopfschmerzen“, erklärt Dr. Kristin Kieselbach, Ärztliche Leiterin des Interdisziplinären Schmerzzentrums am Universitätsklinikum Freiburg.

Frau mit schweren Kopfschmerzen

Schmerzt der Kopf, können Medikamente kurzfristig helfen. Bei regelmäßiger Einnahme drohen aber Kopfschmerzen durch die Medikamente selbst. © Fotowerk / Fotolia

Medikamentenpause hilft

Zwar gibt es Medikamente, die für die Betroffenen langfristig hilfreich sein können. Um die Wirksamkeit dieser Medikamente jedoch optimal nutzen zu können, muss zuvor im Falle eines Übergebrauchs von Schmerzmitteln eine Medikamentenpause erfolgt sein. Darum bietet das Interdisziplinäre Schmerzzentrum in Freiburg eine tagesklinische Behandlung an, wie sie in nur wenigen anderen Zentren in Deutschland in dieser Form stattfindet.

Im Interdisziplinären Schmerzzentrum steht ein interprofessionelles Team von Internisten, Neurologen, Neurochirurgen, Psychiatern und Anästhesisten, Schmerzpsychologen sowie Physiotherapeuten und Pflegekräften zur Verfügung. Alle Mitarbeiter verfügen über spezielle schmerztherapeutische Kompetenzen. Die Medikamentenpause ist in ein tagesklinisches Programm eingebettet, das aus verschiedenen Elementen besteht.  

Multimodale Schmerztherapie für Kopfschmerz-Patienten  

„Gut vorbereitet und im engem Kontakt mit den Patienten starten wir gleich zu Beginn des Programms mit dem Pausieren der Schmerzmittel“, erläutert Dr. Kieselbach. Die Medikamentenpause wird mit jedem Patienten individuell besprochen und erfolgt protokollbasiert mit einer engmaschigen Überwachung. Danach kann bei Bedarf mit der Einleitung der zukünftigen Prophylaxe und Akutmedikation begonnen werden.  

Parallel zu der Medikamentenpause erhalten die Betroffenen ausführliche medizinische Informationen über ihre Grunderkrankung und die Einnahme von Medikamenten. Im weiteren Verlauf des Programms kommen kopfschmerzspezifische Entspannungstechniken, Strategien zu Zeit- und Stressmanagement sowie das Einüben von nicht-medikamentösen Maßnahmen bei Kopfschmerzen hinzu. Diese Verfahren werden in Gruppentherapien schwerpunktmäßig bearbeitet und  in Einzeltherapien durch das Erarbeiten individuell angepasster Strategien für „ein besseres Leben trotz Kopfschmerzen“ ergänzt.

Zusätzlich erhalten die Patienten kopfschmerzbezogene und aktivierende Physiotherapie. „Wir sind sicher, dass wir mit unserer Therapieform Patienten mit chronischen Kopfschmerzen und Schmerzmittelübergebrauch sehr gut helfen können“, sagt Dr. Kieselbach. Dem hier beschriebenen tagesstationären Programm geht immer eine eintägige ausführliche Diagnose durch das interprofessionelle Team des Interdisziplinären Schmerzzentrums voraus.

Anmeldung: 
Interdisziplinäres Schmerzzentrum
Telefon: 0761 270-50200
schmerz@uniklinik-freiburg.de

Weitere Informationen:
Interdisziplinäres Schmerzzentrum, Universitätsklinikum Freiburg ausführliche Informationen zum Thema Schmerz, zu Veranstaltungen und Leistungen und Forschungsansätzen

Suche nach Artikeln

Unternehmenskommunikation

Breisacher Straße 153
79110 Freiburg
Telefon: 0761 270-84830
Telefax: 0761 270-9619030
kommunikation@uniklinik-freiburg.de