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Klinik für Neurochirurgie

AG Forschung in der Wirbelsäulenchirurgie

Arbeitsgruppe Forschung in der Wirbelsäulenchirurgie

Die Klinik für Neurochirurgie bietet Patienten mit Wirbelsäulenleiden das gesamte Behandlungsspektrum mit modernsten Methoden auf dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung. Der Großteil der Wirbelsäulenleiden kann mit minimal-invasiven und damit schonenden Operationstechniken behandelt werden. Entsprechend verfolgen wir innerhalb der klinischen Forschung das Ziel, insbesondere neue Erkenntnisse minimal-invasiver Behandlungsformen zu gewinnen, von denen unsere Patienten unmittelbar profitieren können.

Aktuelle Forschungsprojekte

Folgende Projekte zum Thema Wirbelsäulenbehandlung werden aktuell durchgeführt (weitere Informationen zur jeweiligen Studie erhalten Sie, indem Sie auf den Titel klicken):

RADEX-Studie: Minimal-invasive transforaminale lumbale interkorporelle Fusion (MIS TLIF) mittels konventioneller Fluoroskopie und 3D Fluoroskopie-basierter Navigation - eine prospektive, randomisierte Vergleichsstudie zur Strahlenexposition

Ansprechpartner: PD Dr. J.-H. Klingler, PD Dr. U. Hubbe

Die Studie wird unterstützt durch die Wissenschaftliche Gesellschaft Freiburg und die Auswertungsstelle des Helmholtz Zentrum München.

Die RADEX-Studie ist eine prospektive, randomisierte Vergleichsstudie zweier intraoperativer und auf Röntgenstrahlen basierter bildgebender Verfahren bei minimal-invasiven Stabilisierungsoperationen der Lendenwirbelsäule (mono- und bisegmentale Stabilisierungen). Die Anwendung bildgebender Verfahren ist erforderlich, um die Schrauben während einer Stabilisierungsoperation passgenau über eine Knochenbrücke (Pedikel) in den Wirbelkörper einzubringen. Untersucht werden die Strahlenexposition sowie die bildmorphologischen und klinischen Ergebnisse unter Verwendung der konventionellen Fluoroskopie (einzelne Röntgenbilder) bzw. der intraoperativen 3-Volumentomographie-basierten Navigation (Erstellung eines 3-dimensionalen Datensatzes mittels Fluoroskopie zur Navigation).

Der Einschluss von Patienten ist abgeschlossen.

Veröffentlichungen / weitere Informationen

Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS www.drks.de/DRKS00004514

Publikation Studienprotokoll
Hubbe U, Sircar R, Scheiwe C, Scholz C, Kogias E, Krüger MT, Volz F, Klingler JH. Surgeon, staff, and patient radiation exposure in minimally invasive transforaminal lumbar interbody fusion: impact of 3D fluoroscopy-based navigation partially replacing conventional fluoroscopy: study protocol for a randomized controlled trial. Trials. 2015 Apr 9;16:142.

Open access Artikel unter:
trialsjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13063-015-0690-5

Studie: Experimentelle Untersuchungen zur Strahlenexposition in der spinalen Neurochirurgie

Ansprechpartner: PD Dr. J.-H. Klingler, Dr. Y. Naseri

Die Studien werden unterstützt durch die Auswertungsstelle des Helmholtz Zentrum München.

Mittels mobiler C-Bögen können intraoperativ Röntgenbilder angefertigt werden, um z. B. Stabilisierungsoperationen zu ermöglichen. Mittels innovativer Technik können spezielle C-Bögen während einer automatisierten Rotation um den Patienten multiple Einzel-Röntgenbilder und hiermit einen 3-dimensionalen Datensatz erstellen. In Kombination mit einem Navigationssystem können minimal-invasive Stabilisierungen dann millimetergenau vorgenommen werden. Im Rahmen der Studie werden 3D C-Bögen sowie ein intraoperativer CT Scanner hinsichtlich Handhabbarkeit, Ergonomie, Bildqualität und Strahlenexposition miteinander verglichen.

Studie: Strahlenbelastung des Chirurgen und des Patienten bei der Kyphoplastie

Ansprechpartner: Dr. Y. Naseri, PD Dr. J.-H. Klingler

Die Studie wird unterstützt durch die Auswertungsstelle des Helmholtz Zentrum München.

Die zunehmende Lebenserwartung sowie verbesserte Therapiemöglichkeiten bei Tumorpatienten und der somit längere Krankheitsverlauf führen vermehrt zu behandlungswürdigen osteoporotischen oder tumorbedingten Wirbelkörper-Kompressionsfrakturen. Hierbei stellt die Kyphoplastie ein minimalinvasives Therapieverfahren dar, bei dem Knochenzement in den frakturierten Wirbelkörper injiziert wird. Dies führt zu einer Verbesserung der Stabilität sowie einer unmittelbaren Schmerzlinderung. Bei der Kyphoplastie ist der intraoperative Einsatz von ionisierenden Strahlen erforderlich, um das Instrumentarium kontrolliert einzubringen, die Zementinjektion zu überwachen und somit eine unerwünschte Zementverschleppung möglichst zu vermeiden. Dosimetrische Daten zur intraoperativen Strahlenexposition des Chirurgen und des Patienten liegen kaum vor. Oft werden lediglich Durchleuchtungszeiten berichtet mit Werten bis zu 27,7 min. Eigene retrospektive Daten hingegen zeigen bei schonendem Einsatz ionisierender Strahlung Durchleuchtungszeiten von weniger als 60 Sekunden/Kyphoplastie. Ziel des Forschungsvorhabens ist es daher, aussagekräftige dosimetrische Daten hinsichtlich der Strahlenexposition des Chirurgen und des Patienten während der Kyphoplastie zu erheben. Anhand dieser Daten soll eine strahlenschonende Operationstechnik erarbeitet werden.

Der Einschluss von Patienten ist andauernd.

Veröffentlichungen / weitere Informationen
Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS www.drks.de/DRKS00011908

Studie: Das Upright MRT in der Diagnostik der Recessus-Stenose an der Lendenwirbelsäule

Ansprechpartner: Dr. F. Volz, PD Dr. J.-H. Klingler

Die Studie wird unterstützt durch die Wissenschaftliche Gesellschaft Freiburg.

Beinschmerzen/Ischialgien aufgrund einer Pathologie im Bereich der Lendenwirbelsäule sind ein häufiges medizinisches Problem. Zugrunde liegt meistens die Reizung einer Nervenwurzel durch Kompression, z.B. durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Verengung im Recessus lateralis. Die Standard-Diagnostik der LWS mittels MRT wird im Liegen durchgeführt und bildet einen Bandscheibenvorfall meist suffizient ab. Allerdings berichten Patienten häufig über eine deutliche Schmerzverstärkung im Stehen, d.h. bei axialer Belastung. Daher kann ein unauffälliges MRT im Liegen eine im Belastungszustand (Stehen) dann relevante Recessus-Stenose nicht sicher ausschließen. Der Goldstandard zur Bildgebung unter axialer Belastung ist aktuell die Belastungsmyelographie. Eine Alternative hierzu könnten kippbare MRT-Scanner darstellen, die die Abbildung der LWS im Stehen ("Upright MRT") ermöglichen. Gegenüber der Myelographie bietet das Upright MRT den Vorteil der fehlenden Strahlenbelastung und fehlenden Invasivität einer Kontrastmittelgabe. Es werden Patienten mit V.a. Recessusstenose bei nicht wegweisendem Standard-MRT im Liegen untersucht, bei denen üblicherweise die Indikation zur Belastungsmyelographie gestellt wird. Zusätzlich dazu soll ein MRT in einem kippbaren MRT-Scanner (upright MRT) sowohl im Liegen als auch im Stehen durchgeführt werden. Diese Bilder werden mit den Aufnahmen der Myelographie sowie einem Standard-MRT im Liegen verglichen.

Der Einschluss von Patienten ist von Anfang 2018 an vorgesehen.

Veröffentlichungen / weitere Informationen
Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS www.drks.de/DRKS00013292

Studie: Verletzung des kranialen Facettengelenks bei minimal-invasiver lumbaler Pedikelschrauben-Implantation - Vergleich von konventioneller Fluoroskopie und intraoperativer dreidimensionaler Navigation

Ansprechpartner: Dr. M. Hohenhaus, PD Dr. J.-H. Klingler

Im Rahmen einer dorsalen Stabilisierung der Lendenwirbelsäule werden Schrauben über eine Knochenbrücke (Pedikel) präzise in den Wirbelkörper eingebracht und mittels Stangensystem verbunden. Zusätzlich erfolgt die Platzierung eines Platzhalters (Cage) in das Bandscheibenfach bei degenerativen Erkrankungen, um eine ausreichende Fusion bei Instabilitäten zu gewährleisten (sog. transforaminale lumbale interkorporelle Fusion [TLIF]). Bei infektionsassoziierten oder traumatischen Instabilitäten wird auf den Platzhalter gewöhnlich verzichtet. Aufgrund des geringeren Muskeltraumas mit früherer Mobilisation der Patienten, selteneren Wundheilungsstörungen sowie eines geringeren intraoperativen Blutverlustes werden zunehmend minimal-invasive Techniken anstatt der offenen Operation eingesetzt. Die Platzierung der Pedikelschrauben kann mithilfe der konventionellen Röntgenbildgebung mittels C-Bogen und Einzelaufnahmen (Fluoroskopie [FLUORO]) sowie auch intraoperativem 3D-Scan und Navigation [NAV] erfolgen. Eine zunehmend in den Fokus rückende Komplikation der Schraubenplatzierung ist eine Verletzung des kranialen, nach der Operation weiterhin mobilen Facettengelenks durch die Schraube mit Folgen wie lokalem Schmerzsyndrom oder vermehrter Anschlussdegeneration. Demnach ist eine Tangierung der Gelenke durch die platzierte Schraube zu vermeiden. Die Häufigkeit in den vorangegangenen Untersuchungen liegt bei 20-30% aller behandelten Patienten. Die Datenlage bzgl. der Häufigkeit der Facettengelenksverletzung abhängig von den verschiedenen Implantationsverfahren (offene versus minimal-invasive Technik; Fluoroskopie versus Navigation) differiert in der vorhandenen Literatur, wodurch hier momentan noch keine klare Beurteilung abgeleitet werden kann. Daher werden wir diesbezüglich unsere Erfahrungen bei minimal-invasiven TLIF-Operationen [MIS-TLIF] statistisch auswerten. Unsere Hypothese ist, dass die Schraubenplatzierung mittels intraoperativer Navigation [NAV-Gruppe] eine geringere Anzahl an Facettengelenksverletzungen im Vergleich zur Verwendung der Fluoroskopie [FLUORO-Gruppe] impliziert.

Studie: Die Test-Retest-Reliabilität von Patienten-ausgefüllten Fragebögen für die retrospektive Bewertung der Funktionseinschränkung, Lebensqualität, von Schmerz sowie Angst und Depression bei Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen

Ansprechpartner: Dr. F. Volz, PD Dr. J.-H. Klingler

Bei klinischen Fragestellungen ist die retrospektive Erhebung von Daten ein akzeptiertes und weit verbreitetes Untersuchungsverfahren. In den meisten Fällen werden bereits vorliegende Daten unverändert analysiert und in Hinblick auf die jeweilige Fragestellung untersucht. Die Erfassung von subjektiv beeinflussbaren Parametern ist im Moment der Erhebungen zahlreichen, zum Teil ausgeprägten Schwankungen unterworfen. Am Beispiel der individuell unterschiedlich wahrgenommenen Schmerzen, Funktionseinschränkung, Lebensqualität sowie Angst und Depression zeigen sich zudem große Abhängigkeiten von der Art der Datenerhebung, dem Zeitpunkt und den Umständen der Befragung und der Schmerzhistorie. Als Werkzeug der Datenerhebung haben sich standardisierte Fragebögen wie der Oswestry Disability Index (ODI, Erfassung der lumbalen Funktionseinschränkung), der Short Form-36 Health Survey (SF-36, Erfassung der Lebensqualität), der EuroQol-5D (EQ-5D, Erfassung der Lebensqualität), die Visuelle Analogskala (VAS, Erfassung des Schmerzausmaßes) und die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS-D, Erfassung von psychischen Angst- und Depressionssymptomen) etabliert.

Oft wird eine retrospektive Datenerhebung, häufig in den ersten Jahren nach einer Intervention, notwendig. Die Erinnerung an eine subjektiv beeinflusste Empfindung verändert sich im Laufe der Zeit, so dass eine nachträglicher Vergleich der Gesundheitszustände vor und nach einer Intervention erschwert ist. Für die vorliegende Studie wird ein Kollektiv aus Teilnehmern früherer Studien nochmals zu den Schmerzen und Empfindung zum Zeitpunkt vor der operativen Therapie (minimal-invasive transforaminale lumbale interkorporelle Fusion; MIS-TLIF) befragt. Eine Erhebung der zu untersuchenden Daten ist bereits unmittelbar präoperativ erfolgt und liegt vor. Die Patienten sollen sich noch einmal in ihre Situation präoperativ hineinversetzen und die damalige Situation nochmals so bewerten, wie sie sich an den damaligen Gesundheitszustand erinnern. Die neu erhobenen Daten sollen mit den vorliegenden Daten verglichen und eventuelle Abweichung statisch analysiert werden.

Studie: Minimal invasive Instrumentation bei destruierender thorakolumbaler Spondylodiszitis - eine prospektive Multizenterstudie

Ansprechpartner: PD Dr. J.-H. Klingler

Eine von der Bandscheibe ausgehende Infektion der Wirbelkörper (Spondylodiszitis, auch Wirbelkörperosteomyelitis) kann durch die Zerstörung der Knochen zu einer Instabilität der Wirbelsäule mit Abkippung des seitlichen Profils (Kyphose) führen. Eine solche biomechanische Konstellation führt neben der Infektion selbst zu massiven Schmerzen, die Patienten sind oft nicht mehr mobilisierbar. Eine konservative Behandlung mit Antibiotikagabe und Bettruhe ist gerade bei den häufig betroffenen älteren Patienten nicht zielführend, da die Immobilisation selbst zu Komplikationen wie z.B. Thrombosen mit hieraus resultierenden Lungenembolien führen kann. Das optimale Therapieverfahren sollte für die Patienten möglichst wenig belastend sein. Andererseits sollte die Stabilität der Wirbelsäule effektiv wiederhergestellt werden und die Patienten über eine Schmerzreduktion rasch mobilisierbar werden. Die alleinige minimal invasive (perkutan/ transmuskulär durch kleine Hautschnitte und/oder Einschnitte der Muskelfaszie) Instrumentation der Brust- und Lendenwirbelsäule (thorakolumbale Wirbelsäule) über ein von hinten (dorsal) eingebrachtes Pedikelschrauben-Stab-System ist eine wenig belastende und zugleich effektive Alternative zu den gängigen und invasiveren Operationsverfahren. Bei diesen wird zusätzlich zur Schrauben-Stab-Instrumentation, die auch häufig über einen offenen Zugang durchgeführt wird, die Bandscheibe ausgeräumt. Über einen Zugang von vorne (ventral, durch den Bauchraum) oder hinten wird dann ein Implantat oder eine Knochentransplantat (häufig vom Beckenkamm) als Bandscheiben- oder sogar Wirbelkörperersatz eingesetzt, was die Komplikationsrate der Operation deutlich erhöht. Mit der Studie möchten wir zeigen, dass die minimal invasive Instrumentation der thorakolumbalen Wirbelsäule die Stabilität der Wirbelsäule effektiv wiederherstellt, dass langfristig eine Deformität/Kyphose verhindert wird, und dass die Technik ausreicht, um zusammen mit der routinemäßig durchgeführten Antibiotikagabe die Infektion auszuheilen. Die Studie ist als Multizenterstudie ausgelegt unter der Leitung der Neurochirurgie des Universitätsklinikums Gießen.

Der Einschluss von Patienten ist andauernd.

Veröffentlichungen / weitere Informationen
Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS www.drks.de/DRKS00010843

Studie: Minimal-invasive Resektion spinaler und paraspinaler benigner Nervenscheidentumoren

Ansprechpartner: Dr. M. Neef, PD Dr. J.-H. Klingler

Minimal-invasive Operationstechniken werden in den verschiedensten chirurgischen Bereichen in zunehmendem Maße angewendet. Dies gilt auch für die Wirbelsäulenchirurgie. Zu den gutartigen Prozessen im Bereich der Wirbelsäule gehören Nervenscheidentumore wie Schwannome und Neurofibrome. Die herkömmliche operative Behandlung umfasst die mikrochirurgische Entfernung über konventionelle Zugänge. Während der vergangenen Jahre wurden Daten publiziert, in denen minimal-invasive Techniken über kleinere Zugänge mittels spezieller Retraktorsysteme beschrieben wurden. Diese minimal-invasiven Techniken werden in der Neurochirurgischen Universitätsklinik Freiburg zur Behandlung spinaler und paraspinaler benigner Nervenscheidentumore seit 2007 regelmäßig eingesetzt. Das vorliegende Forschungsvorhaben soll den Stellenwert minimal-invasiver Operationstechniken zur Entfernung benigner Nervenscheidentumore verdeutlichen.

Veröffentlichungen / weitere Informationen
Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS www.drks.de/DRKS00004842

Studie: Komplikationsrate von Patienten mit Adipositas permagna (BMI >40 kg/m2) bei minimal-invasiver transforaminaler lumbaler interkorporeller Fusion

Ansprechpartner: PD Dr. J.-H. Klingler

Im Rahmen einer Stabilisierung der Lendenwirbelsäule werden Schrauben über eine Knochenbrücke (Pedikel) passgenau in den Wirbelkörper sowie ein Kunststoffplatzhalter (Cage) in das Bandscheibenfach eingebracht, um eine ausreichende Stabilität bei Instabilitäten oder Verschleißerkrankungen der Wirbelsäule zu gewährleisten. Die minimal-invasive Technik der sogenannten transforaminalen lumbalen interkorporellen Fusion (MIS TLIF) weist gegenüber der offenen Technik Vorteile wie kleinere Hautschnitte, ein geringeres Muskeltrauma, seltenere Wundheilungsstörungen, einen geringeren Blutverlust bei der Operation, eine frühere Mobilisation sowie eine frühere Entlassung aus der stationären Behandlung auf. Für diese Operationstechnik ist die Datenlage hinsichtlich der peri- und postoperativen Komplikationen bei Patienten mit Adipositas permagna (body mass index (BMI) >40 kg/m2) sehr begrenzt. Vorliegende Studien bescheinigten kein wesentlich erhöhtes Risiko bei Patienten mit einem BMI >30 kg/m2. Der Anteil der Patienten mit einem BMI >40 kg/m2 war in diesen Untersuchungen allerdings gering. Daten hinsichtlich der peri- und postoperativen Komplikationen nach MIS TLIF bei Patienten ausschließlich mit einem BMI >40 kg/m2 liegen nicht vor. Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist die rückblickende Erfassung von peri- und postoperativen Komplikationen bei Patienten mit einem BMI >40 kg/m2 nach minimal-invasiver lumbaler interkorporeller Fusion (MIS TLIF) und deren Vergleich mit Patienten mit einem normgewichtigen BMI von 20-25 kg/m2

Veröffentlichungen / weitere Informationen
Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS www.drks.de/DRKS00007996

Studie: Minimal-invasive transforaminale lumbale interkorporelle Fusion (MIS TLIF): peri- und postoperative Komplikationen bei über 80-Jährigen

Ansprechpartner: Dr. I. Vasilikos, PD Dr. J.-H. Klingler

Im Rahmen einer Stabilisierung der Lendenwirbelsäule werden Schrauben über eine Knochenbrücke (Pedikel) passgenau in den Wirbelkörper sowie ein Platzhalter (Cage) in das Bandscheibenfach eingebracht, um eine ausreichende Stabilität bei Instabilitäten oder Verschleißerkrankungen der Lendenwirbelsäule zu gewährleisten. Die minimal-invasive Technik der transforaminalen lumbalen interkorporellen Fusion (MIS TLIF) weist gegenüber der offenen Technik Vorteile wie kleinere Hautschnitte, ein geringeres Muskeltrauma, seltenere Wundheilungsstörungen, einen geringeren intraoperativen Blutverlust, eine frühere Mobilisation sowie eine frühere Entlassung auf. Für diese Operationstechnik ist die Datenlage hinsichtlich der peri- und postoperativen Komplikationen bei älteren Patienten sehr begrenzt. Vorliegende Studien bescheinigten kein wesentlich erhöhtes Risiko bei Patienten über 65 bzw. 70 Jahren. Der Anteil der über 80-jährigen Patienten war in diesen Untersuchungen allerdings gering. Daten hinsichtlich der peri- und postoperativen Komplikationen nach MIS TLIF bei ausschließlich über 80-jährigen Patienten liegen nicht vor. Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist die rückblickende Erfassung von peri- und postoperativen Komplikationen bei über 80-jährigen Patienten nach minimal-invasiver lumbaler interkorporeller Fusion (MIS TLIF).

Veröffentlichungen / weitere Informationen
Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS www.drks.de/DRKS00007997

Studie: Navigationsgesteuerte Radiofrequenz-Kyphoplastie für die Sakroplastie bei sakralen Insuffizienzfrakturen.

Ansprechpartner: Dr. W. Masalha, PD Dr. J.-H. Klingler

Sakrale Insuffizienzfrakturen (SIF) sind eine Untergruppe von Ermüdungsfrakturen des Kreuzbeins, die in der Regel ältere Frauen mit Osteoporose betreffen. Patienten mit SIF haben unspezifische Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule, die in das Gesäß, die Hüfte oder die Leiste ausstrahlen können. Darüber hinaus bestehen meist starke Schmerzen bei Druck auf das Kreuzbein. Durch diese unspezifischen Symptome werden die Diagnose und Behandlung von SIF meist verzögert. Die konservative Behandlung von SIF umfasst Bettruhe, Krankengymnastik und Einnahme von Schmerzmitteln. Eine Linderung der Symptome dauert in der Regel Monate; unter konservativer Behandlung wird in der Literatur ein Zeitraum zwischen 6 und 15 Monaten angegeben.

Die längerfristige Immobilisierung und Bettruhe bringen jedoch das Risiko einer tiefen Venenthrombose, Lungenembolie, eines Verlusts von Muskelmasse, einer Lungenentzündung, eingeschränkten Herzfunktion, von Druckstellen, Ulcera und Knochendemineralisation mit sich. Deshalb wird die Sakroplastie zunehmend als Alternative zur konservativen Behandlung angewendet, um eine schnellere Linderung der Symptome, eine früher Mobilisierung und damit Verbesserung der Lebensqualität zu erzielen. Die Sakroplastie ist ein minimal-invasives Verfahren zum Einbringen von Knochenzement in das frakturierte Kreuzbein, vergleichbar mit der Vertebroplastie bei Wirbelkörperfrakturen. Bisherige Studien zeigen, dass die Sakroplastie bei Patienten mit SIF ein geeignetes Verfahren zur schnellen Schmerzlinderung darstellt. Allerdings steht bislang eine Validierung mittels randomisierter kontrollierter Studien aus.

Osteoporotische SIF weisen gegenüber Wirbelkörperfrakturen größere osteopenische Bereiche auf, welche einen hoch viskösen Knochenzement erfordern, um einen unbeabsichtigten Zementaustritt möglichst zu verhindern. Die Radiofrequenz (RF) Kyphoplastie soll einen ultra-hoch viskösen Zement mit einer Verarbeitungszeit von ca. 30 Minuten mittels aufweisen. Diese Eigenschaften könnten die RF Kyphoplastie als vorteilhaftes Verfahren zur Sakroplastie bei ausgedehnten SIF darstellen. Das Forschungsvorhaben soll Erfahrungen mit der Navigations-assistierten RF Kyphoplastie in der Sakroplastie bei Patienten mit bilateralen SIF hinsichtlich der Schmerzreduktion und perioperativer Komplikationen wie z.B. Zementextravasation beschreiben.

Studie: Langzeitergebnisse nach chirurgischer Therapie der diffusen idiopathischen Skeletthyperostose (DISH) bei Dysphagie

Ansprechpartner: Dr. C. Scholz, PD Dr. J.-H. Klingler

Die diffuse idiopathische Skeletthyperostose (DISH), auch unter dem Namen Morbus Forestier bekannt, ist eine nichtentzündliche, systemische Skeletterkrankung. Dabei kommt es zu einer Verknöcherung (Ossifikation) von Sehnenansatzstellen. Betroffen ist vor allem die Wirbelsäule. Es kommt zu einer knöchernen Überbrückung der Bandscheibenfächer. Dadurch bilden sich teils ausgeprägte Knochensporne (Osteophyten), die im Bereich der Halswirbelsäule den Schluckakt beeinträchtigen können. Die resultierende Schluckstörung (Dysphagie) kann so stark ausgeprägt sein, dass die Osteophyten chirurgisch abgetragen werden müssen. Da das Krankheitsbild selten ist, gibt es nur wenig Literatur und insbesondere wenig Langzeitergebnisse hinsichtlich der chirurgischen Therapie. Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist die retrospektive Erfassung des peri- und postoperativen Behandlungsverlaufs bei chirurgischer Therapie von Patienten mit Dysphagie aufgrund einer diffusen idiopathischen Skeletthyperostose im Langzeitverlauf.

Veröffentlichungen / weitere Informationen
Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS www.drks.de/DRKS00013049

Objektive und subjektive Veränderung der Halswirbelsäulen-Beweglichkeit nach ventralen und dorsalen zervikalen Operationsverfahren unter Berücksichtigung des Patientenalters

Ansprechpartner: Dr. C. Scholz

Operationen an der Halswirbelsäule (HWS) sind vergleichsweise häufig. Aufgrund der alternden Bevölkerung wird die Anzahl der Operationen weiter zunehmen. Operationen werden u.a. aufgrund von Bandscheibenvorfällen, Verengungen des Wirbelkanals oder anderen degenerativen Veränderungen durchgeführt. In vielen Fällen wird im Rahmen der Operation eine Fusion, d.h. eine "Versteifung", des oder der betroffenen Bewegungssegmente durchgeführt. Patienten fragen häufig, ob und wie stark sie nach der Operation in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind und ob sie alltägliche Aufgaben, z.B. Autofahren (Schulterblick), weiterhin durchführen können. Mit dieser Studie soll die objektive und subjektive Einschränkung nach zervikalen Operationen im Rahmen der üblichen postoperativen Kontrollen nach 6 bis 12 Wochen und nach einem Jahr festgestellt und mit dem präoperativen Befund verglichen werden. Für die objektive Messung wird ein bereits in mehreren Studien validiertes, nicht invasives Messgerät verwendet. Dieses wird auf den Kopf des Patienten aufgesetzt und misst über mehrere Inklinometer und eine Kompass-Magnet-Einrichtung die Inklination/Reklination, Seitneigung und Rotation im Bereich der HWS. Die subjektive Bewegungseinschränkung wird über einen Fragebogen beurteilt. Mit den gewonnenen Daten sollen einerseits Erkenntnisse zur Biodynamik der Wirbelsäule gewonnen werden, andererseits sollen Patienten in Zukunft besser über die zu erwartende Veränderung der Beweglichkeit in Abhängigkeit des operierten Bewegungssegmentes beraten werden können.

Prospektive, offene, nicht interventionelle Studie. Der Einschluss von Patienten ist andauernd.

Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS: www.drks.de/DRKS00011277

Die langstreckige dorsale Spondylodese bei degenerativer, multisegmentaler zervikaler Spinalkanalstenose

Ansprechpartner: Dr. C. Scholz

Bei der zervikalen Spinalkanalstenose liegt eine Verengung (Stenose) des knöchernen Kanals im Bereich der Halswirbelsäule (zervikal) vor, in dem das Rückenmark liegt. Eine Verengung dieses Kanals kann zu einer Schädigung des Rückenmarks (Myelopathie) führen. Symptome einer Myelopathie sind unter anderem Gefühlstörungen oder Kraftminderungen im Bereich der Arme und Beine, Gehstörungen oder auch Probleme mit Wasserlassen und Stuhlgang oder Sexualfunktionsstörungen. Die Spinalkanalstenose ist meist bedingt durch Abnutzung oder Folge des fortschreitenden Alters des Patienten (degenerativ). Gelegentlich kommt die Stenose nicht nur an einem Bewegungssegment der Halswirbelsäule vor (monosegmental), sondern sie betrifft mehrere Segmente (multisegmental). Bei einer multisegmentalen zervikalen Spinalkanalstenose mit passenden klinischen Beschwerden kann dann eine Entlastung des Rückenmarks von "hinten" (dorsal), also vom Nacken aus, erforderlich sein mit anschließender Stabilisierung der knöchernen Strukturen mit einem Schrauben- und Stab-System (Spondylodese). Dieser Eingriff wird in unserer Abteilung seit über zehn Jahren routinemäßig durchgeführt. Dennoch handelt es sich um einen komplexen, mehrstündigen Eingriff. Durch die notwendige Stabilisierung der Halswirbelsäule über mehrere Bewegungssegmente kommt es nach der Operation auch zu einer dauerhaften Bewegungseinschränkung.

Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist die retrospektive Erfassung des peri- und kurzfristigen postoperativen Behandlungsverlaufs von Patienten, die aufgrund einer degenerativen, multisegmentalen zervikalen Spinalkanalstenose mittels langstreckiger dorsaler Spondylodese von 2004 bis 2016 behandelt wurden, sowie die Erhebung von Daten über Langzeitverläufe und aktueller Befunde mittels Einbestellung der Patienten in unsere Ambulanz oder mittels Zusendung von Fragebögen bzw. Telefoninterviews.

Retrospektive Analyse von vorhandenen Behandlungsdaten und Erhebung aktueller Daten im Rahmen einer ambulanten Untersuchung oder mittels Fragebögen bzw. Telefoninterviews.

Eintrag im Deutschen Register Klinische Studien DRKS: www.drks.de/DRKS00014285

Abgeschlossene Forschungsarbeiten

Folgende Projekte zum Thema Wirbelsäulenbehandlung wurden im Rahmen der Arbeitsgruppe durchgeführt (weitere Informationen zu den jeweiligen Studien erhalten Sie, indem Sie auf den Titel klicken).

Wirbelkörperbrüche können durch Osteoporose, einen Tumor oder ein Trauma entstehen. Der Patient leidet hierdurch unter starken lokalen Rückenschmerzen. Durch das Einbringen von Knochenzement in den eingebrochenen Wirbelkörper wird die Innenstruktur des Wirbelkörpers stabilisiert; der Patient verspürt eine unmittelbare Schmerzreduktion. Wir untersuchten innovative, minimal-invasive Techniken der Zementaugmentationen.

Einsatz eines innovativen Ballon-Systems bei Tumor-bedingten Wirbelkörperbrüchen

Klingler JH, Sircar R, Deininger MH, Scheiwe C, Kogias E, Hubbe U. Vesselplasty: a new minimally invasive approach to treat pathological vertebral fractures in selected tumor patients - preliminary results. Rofo. 2013;185(4):340-50.

Einsatz der navigierten Radiofrequenz-Kyphoplastie bei sakralen Insuffizienzfrakturen

Klingler JH, Kluge P, Sircar R, Kogias E, Scholz C, Krüger MT, Scheiwe C, Hubbe U. First experience using navigation-guided radiofrequency kyphoplasty for sacroplasty in sacral insufficiency fractures. Rofo. 2013;185(8):733-40.

Interview des Fachjournals "RöFo - Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen und der bildgebenden Verfahren" mit Dr. Klingler: http://www.youtube.com/watch?v=fYMyhw8DtEw

Minimal invasive Technik der zervikalen Vertebroplastie

Klingler JH, Sircar R, Hubbe U. [Cervical vertebroplasty - percutaneous technique of the anterior approach]. Rofo. 2013;185(12):1202-3

Minimal-invasive Resektion und Vertebroplastie einer osteolytischen Metastase eines malignen Meningeoms

Klingler JH, Sircar R, Hubbe U. Minimally invasive resection and vertebroplasty for an osteolytic C-1 metastasis of malignant meningioma: case report. J Neurosurg Spine. 2015 Jul 17:1-5

Wird bei Patienten mit herabgesetzter Knochensubstanz (Osteopenie, Osteoporose) eine Schrauben-Stangen-Osteosynthese implantiert, so kann das Risiko eines Implantatversagens mit Lockerung oder Ausriss von Schrauben erhöht sein. Daher setzen wir bei Patienten mit Osteoporose fenestrierte Schrauben ein, durch die während der Operation visköser Knochenzement in die Wirbelkörper eingespritzt wird. Hierdurch werden die Schrauben fester im osteoporotischen Wirbelkörper verankert. Die Studie beschreibt die minimal-invasive Technik der Zementaugmentation, die Knochenzementverteilung sowie die Häufigkeit der Schraubenlockerung unter Zementaugmentation.

Klingler JH, Scholz C, Kogias E, Sircar R, Krüger MT, Volz F, Scheiwe C, Hubbe U. Minimally Invasive Technique for PMMA Augmentation of Fenestrated Screws. ScientificWorldJournal. 2015;2015:979186

Open access Artikel unter:
www.hindawi.com/journals/tswj/2015/979186/

Mittels mobiler C-Bögen können intraoperativ Röntgenbilder angefertigt werden, um z. B. Stabilisierungsoperationen zu ermöglichen. Mittels innovativer Technik können spezielle C-Bögen während einer automatisierten Rotation um den Patienten multiple Einzel-Röntgenbilder und hiermit einen 3-dimensionalen Datensatz erstellen. In Kombination mit einem Navigationssystem können minimal-invasive Stabilisierungen dann millimetergenau vorgenommen werden. Im Rahmen der Studie werden 3D C-Bögen sowie ein intraoperativer CT Scanner hinsichtlich Handhabbarkeit, Ergonomie, Bildqualität und Strahlenexposition miteinander verglichen.

Vergleichende Studie hinsichtlich der Anwendbarkeit und Bildqualität unterschiedlicher 3D C-Bögen

Klingler JH, Sircar R, Scheiwe C, Kogias E, Volz F, Krüger MT, Hubbe U. Comparative Study of C-arms for Intraoperative 3-dimensional Imaging and Navigation in Minimally Invasive Spine Surgery Part I: Applicability and Image Quality. Clin Spine Surg. 2017 Jul;30(6):276-284

Vergleichende Studie hinsichtlich der Strahlenbelastung unterschiedlicher 3D C-Bögen

Klingler JH, Sircar R, Scheiwe C, Kogias E, Krüger MT, Scholz C, Hubbe U. Comparative Study of C-Arms for Intraoperative 3-dimensional Imaging and Navigation in Minimally Invasive Spine Surgery Part II: Radiation Exposure. Clin Spine Surg. 2017 Jul;30(6):E669-E676

Lumbale Synovialzysten werden mittels operativer Resektion effektiv behandelt. Die Studien untersuchen das erneute Auftreten einer Synovialzyste der Lendenwirbelsäule nach inkompletter Resektion sowie das Auftreten einer postoperativen segmentalen Instabilität im Langzeitverlauf. Die Studien kommen zu dem Schluss, dass der Dura adhärente, kleinere Restanteile einer Synovialzyste nicht zwingend reseziert werden müssen und das hierdurch erhöhte Risiko einer Duraeröffnung sowie die Verletzung von Nervenstrukturen somit reduziert werden können. Des Weiteren zeigte sich, dass die postoperative Instabilität (5,4%) im Langzeitverlauf (durchschnittlicher Nachbeobachtungsraum: 69 Monate) bei schonender Operationstechnik ein seltenes Ereignis ist. Somit sollte bei der Resektion von lumbalen Synovialzysten auf eine gleichzeitige Stabilisierungsmaßnahme in der Regel verzichtet werden, insofern keine eindeutigen Zeichen der Instabilität vorliegen.

Beurteilung der inkompletten Resektion lumbaler Synovialzysten hinsichtlich des Risikos des Wiederauftretens

Scholz C, Hubbe U, Kogias E, Klingler JH. Incomplete resection of lumbar synovial cysts – Evaluating the risk of recurrence. Clin Neurol Neurosurg. 2015 Sep;136:29-32

Beurteilung der mikrochirurgischen Resektion lumbaler Synovialzysten ohne gleichzeitige Stabilisierung im Langzeitverlauf

Scholz C, Hubbe U, Kogias E, Roelz R, Klingler JH. Microsurgical resection of juxtafacet cysts without concomitant fusion-Long-term follow-up of 74 patients. Clin Neurol Neurosurg. 2017 Feb;153:35-40

In dieser Studie wurden Patienten berücksichtigt, die aufgrund eines Bandscheibenvorfalls oder einer Spinalkanalstenose zervikal operiert worden sind (mono- und bisegmental). Als Bandscheibenersatz wurde entweder Knochenzement (PMMA) oder ein Kunststoff-Cage (PEEK) verwendet. Die retrospektive Vergleichsstudie untersucht die klinischen und bildgebenden Ergebnisse dieser Implantate nach einem Mindestbeobachtungszeitraum von einem Jahr. Hierbei wiesen PEEK-Cages eine höhere Fusionsrate auf, das klinische Outcome korrelierte hiermit jedoch nicht.

Klingler JH, Scholz C, Kogias E, Sircar R, Krüger MT, Volz F, Scheiwe C, Hubbe U. Minimally Invasive Technique for PMMA Augmentation of Fenestrated Screws. ScientificWorldJournal. 2015;2015:979186.

Open access Artikel unter:
www.hindawi.com/journals/tswj/2014/398396/

Im Rahmen einer dorsalen Stabilisierung der Lendenwirbelsäule werden Schrauben über eine Knochenbrücke (Pedikel) passgenau in den Wirbelkörper sowie ein Kunststoffplatzhalter („Cage“) in das Bandscheibenfach eingebracht. Die minimal-invasive Technik der transforaminalen lumbalen interkorporellen Fusion (MIS TLIF) weist gegenüber der offenen Technik Vorteile wie kleinere Hautschnitte, ein geringeres Muskeltrauma, seltenere Wundheilungsstörungen, einen geringeren intraoperativen Blutverlust, eine seltenere Anwendung einer Wunddrainage, einen verringerten Bedarf an Opioiden, eine frühere Mobilisation sowie eine frühere Entlassung auf. Unbeabsichtigte Durotomien (Eröffnungen der Dura) sind unerwünschte intraoperative Komplikationen und werden in der Literatur mit einer Häufigkeit von bis zu 16,7% angegeben. Die bisherige Datenlage hinsichtlich Häufigkeit und Management unerwünschter Durotomien bei MIS TLIF ist sehr begrenzt und umfasst lediglich kleinere Patientenkollektive.
In unserem Patientenkollektiv stellten wir 32 unbeabsichtigte Durotomien bei MIS TLIF in insgesamt 514 Operationssegmenten (6,2%) fest. Dies ist eine vergleichsweise niedrige Rate dieser Komplikation. Vielmehr traten keine Durotomie-bedingten Folgekomplikationen wie eine postoperative Liquorfistel oder eine Pseudomeningozele auf. Zudem konnten auch alle Patienten nach unbeabsichtigter Durotomie innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Operation problemlos mobilisiert werden. Das Fehlen von Folgekomplikationen ist a. e. auf den minimal-invasiven Zugangsweg mit Schonung des Weichteilgewebes und somit Verhinderung eines größeren „anatomischen Totraumes“ zurückzuführen. Somit mag sich die minimal invasive TLIF Technik (MIS TLIF) mit der frühen Mobilisation der Patienten begünstigend auf die Prävention postoperativer Immobilisations-assoziierter Komplikationen (wie z. B. tiefe Beinvenenthrombose) auswirken.

Klingler JH, Volz F, Krüger MT, Kogias E, Rölz R, Scholz C, Sircar R, Hubbe U. Accidental Durotomy in Minimally Invasive Transforaminal Lumbar Interbody Fusion: Frequency, Risk Factors, and Management. ScientificWorldJournal. 2015;2015:532628

Open access Artikel unter:
www.hindawi.com/journals/tswj/2015/532628/

Stand: August 2018

Leiter der Forschungsgruppe
PD Dr. med. Jan-Helge Klingler

PD Dr. med. Jan-Helge Klingler
Oberarzt

Stv. Leiter der Forschungsgruppe
PD Dr. med. Ulrich Hubbe

PD Dr. med. U. Hubbe
Oberarzt