Zu den Inhalten springen

Klinik für Neurochirurgie

AG Hämangioblastome und von Hippel-Lindau (VHL) Krankheit

AG Hämangioblastome und von Hippel-Lindau (VHL) Krankheit

Die Klinik für Neurochirurgie bietet Patienten im Rahmen der Spezialsprechstunde eine individuelle Beratung hinsichtlich der Therapie von intrakraniellen und intraspinalen Hämangioblastomen an. Zur optimalen Betreuung der Patienten mit der VHL Krankheit arbeiten wir eng mit der koordinierenden VHL-Sprechstunde der hiesigen Abteilung für Nephrologie zusammen.

Ist eine Operation erforderlich, so kommen moderne Operationsverfahren wie die intraoperative Navigation, das intraoperative Neuromonitoring oder minimal-invasive Techniken zum Einsatz. Diese schonenden, minimal-invasiven Techniken wurden auch zur Entfernung von Hämangioblastomen im Bereich der Wirbelsäule etabliert.

Zudem arbeiten wir an verschiedenen Forschungsprojekten, um durch weiteren Erkenntnisgewinn sowie die Weiterentwicklung von Operationstechniken die Therapie von Patienten zu verbessern.

Aktuelle Forschungsprojekte

Minimal-invasive Resektion spinaler Hämangioblastome

Ansprechpartner: PD Dr. J.-H. Klingler, Frau Dr. M. Krüger

In einer retrospektiven Untersuchung werden Erfahrungen und Technik der minimal-invasiven Resektion ausgewählter spinaler Hämangioblastome beschrieben. Hierbei kommen expandierbare und nicht expandierbare tubuläre Zugangssysteme zum Einsatz, um die Rückenmuskulatur während des operativen Zuganges zu schonen.

Morphologie, Lokalisation und Genmutation von zerebralen Hämangioblastomen bei VHL Patienten und deren Einfluss auf die Behandlungsstrategie

Ansprechpartner: Frau Dr. M. Krüger, PD Dr. J.-H. Klingler, Prof. Dr. S. Gläsker (Brüssel)

Die retrospektive Untersuchung umfasst die Charakterisierung von VHL Patienten mit insgesamt mehreren hundert zerebralen Hämangioblastomen hinsichtlich der bildgebenden Morphologie, Lokalisation und Genmutation. Aus den gewonnenen Erkenntnissen und dem Therapieverlauf sollen Behandlungsstrategien abgeleitet werden.

Operative Morbidität bei VHL-Patienten nach mehrfacher Resektion zerebellärer und medullärer Hämangioblastome

Ansprechpartner: Frau Dr. C. Steiert, Frau Dr. M. Krüger, PD Dr. J.-H. Klingler, Prof. Dr. S. Gläsker (Brüssel)

Patienten mit der VHL Krankheit entwickeln oft multiple Hämangioblastome im Bereich des Kleinhirns und Rückenmarks. Der ideale Zeitpunkt der chirurgischen Intervention ist schwierig zu bestimmen und hängt erheblich von der zu erwartenden operativen Morbidität ab. Die diesbezügliche Datenlage ist unzureichend.

Das Forschungsvorhaben untersucht retrospektiv die kumulative operative Morbidität bei Patienten, die mehrfach an zerebellären und medullären Hämangioblastomen operiert wurden. Aus den Erkenntnissen sollen Empfehlungen für künftige operative Strategien abgeleitet werden.

Abgeschlossene Forschungsarbeiten

Minimal-invasive Resektion zerebellärer Hämangioblastome

Die Arbeit beschreibt die Voraussetzungen, Techniken und Tipps zur minimal-invasiven tubulären Resektion von Hämangioblastomen im Kleinhirn. Gerade Patienten mit der von Hippel-Lindau-Krankheit weisen in der Regel mehrere Tumore auf, die im Laufe ihres Lebens wiederholt operiert werden müssen. Da bei wiederholten Operationen ein erhöhtes Risiko für eine zugangsbedingte Morbidität besteht, kann eine minimal-invasive Operationstechnik für Hämangioblastome in der hinteren Schädelgrube vorteilhaft sein.

Krüger MT, Klingler JH: Resection of a cerebellar hemangioblastoma via a minimally invasive tubular approach. J Clin Neurosci. 2019 Feb 4. pii: S0967-5868(18)32155-6. doi: 10.1016/j.jocn.2019.01.045.

Aktuelle diagnostische und therapeutische Strategien in der Behandlung von ZNS Hämangioblastomen bei VHL Patienten

Die Arbeit gibt einen Überblick über aktuelle diagnostische und therapeutische Strategien in der Therapie von Hämangioblastomen des zentralen Nervensystems. Hierbei werden Patienten mit der VHL Krankheit besonders berücksichtigt.

Krüger MT, Klingler JH, Steiert C, Jilg C, Zschiedrich S, Bausch B, Van Velthoven V, Gläsker S: Current diagnostic and therapeutic strategies in treatment of CNS hemangioblastomas in patients with VHL. J Transl Med Epidemiol 2(1):1016

Open access Artikel unter:
www.jscimedcentral.com/TranslationalMedicine/translationalmedicine-spid-von-hippel-lindau-disease-1016.pdf

Sequenzvariationen im VHL Tumorsuppressorgen bei Patienten mit intrakraniellen Aneurysmen

Die Ruptur von intrakraniellen Aneurysmen führt zur lebensbedrohlichen Subarachnoidalblutung. Eine präventive Behandlung von nicht rupturierten Aneurysmen ist möglich und oftmals zu empfehlen. Eine geeignete Screeningmethode zur Identifikation von Patienten mit Aneurysmen steht weiterhin nicht zur Verfügung. Ziel der Forschungsarbeit war die Untersuchung das VHL Gens als mögliches Kandidatengen bei 200 Patienten mit intrakraniellen Aneurysmen. Insgesamt 14 der 200 Patienten wiesen Sequenzvariationen auf sechs unterschiedlichen Genloci des VHL Gens auf, wohingegen bei 100 Probanden einer Kontrollgruppe keine Sequenzvariation gefunden wurde. Somit könnten auch Variationen im VHL Gen bei einer Untergruppe von Patienten die Ausbildung intrakranieller Aneurysmen beeinflussen.

Klingler JH, Krüger MT, Lemke JR, Jilg C, Van Velthoven V, Zentner J, Neumann HP, Gläsker S: Sequence variations in the von Hippel-Lindau tumor suppressor gene in patients with intracranial aneurysms. J Stroke Cerebrovasc Dis. 2013 May;22(4):437-43

Hämangioblastome und neurogene Polyglobulie

Patienten mit Hämangioblastomen können eine neurogene Polyglobulie mit Erhöhung des Hämoglobinwertes aufweisen. Dies wurde auf eine extramedulläre Hämatopoese im Tumorgewebe sowie Mutationen im VHL Tumorsuppressorgen zurückgeführt.

Die Studie bestätigt dieses Phänomen der neurogenen Polyglobulie in einer Subgruppen von 164 Patienten mit Hämangioblastomen. VHL Patienten weisen eine neurogene Polyglobulie häufiger als die Normalbevölkerung auf. Die operative Entfernung des Tumors führte zur dauerhaften Beseitigung der Polyglobulie. Diese Erkenntnisse lassen vermuten, dass die Polyglobulie in VHL Patienten auf Hämangioblastome zurückzuführen ist.

Gläsker S, Krüger MT, Klingler JH, Wlodarski M, Klompen J, Schatlo B, Hippchen B, Neumann HP, Van Velthoven V: Hemangioblastomas and neurogenic polyglobulia. Neurosurgery. 2013 Jun;72:930-5.

Besonderheiten und Fallstricke in der Behandlung von ZNS Hämangioblastomen und der VHL Krankheit

Die Arbeit gibt einen Überblick über aktuelle Strategien in der Therapie von Hämangioblastomen. Dabei wird insbesondere auf die wesentlichen Besonderheiten und Fallstricke in der Behandlung von Hämangioblastomen unter besonderer Berücksichtigung der VHL Krankheit eingegangen.

Gläsker S, Klingler JH, Müller K, Würtenberger C, Hader C, Zentner J, Neumann HP, Velthoven VV: Essentials and pitfalls in the treatment of CNS hemangioblastomas and von Hippel-Lindau disease. Cent Eur Neurosurg. 2010 May;71(2):80-7.

Untersuchungen zur Polyglobulie in Relation zu der Größe von Hämangioblastomen und dem Erythropoietin-Spiegel

Die Polyglobulie bei Patienten mit Hämangioblastomen kann ein höheres Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Lungenembolien beinhalten. Der zugrunde liegende Pathomechanismus bei Patienten mit Hämangioblastomen ist weiterhin ungeklärt. Im Rahmen der Forschungsarbeit wurde die Korrelation zwischen Polygobulie und Erythropoietin-Serumspiegel und der Größe der Hämangioblastome (solider sowie zystischer Anteil) untersucht. Die Analyse von 33 Patienten zeigte entgegen früherer Fallberichte keine Korrelation der Polyglobulie und Erythropoietin-Spiegel mit der Größe der Tumorzysten. Vielmehr korrelierte hingegen die Größe des soliden Tumoranteils mit der Polyglobulie. Weitere Untersuchungen insbesondere der molekularen Mechanismen im soliden Tumoranteil sind erforderlich, um die verursachenden Parameter der Polyglobulie besser zu verstehen.

Open Access Artikel unter:
Krüger MT, Klingler JH, Jilg C, Steiert C, Zschiedrich S, Van Velthoven V, Gläsker S: Polyglobulia in patients with hemangioblastomas is related to tumor size but not to serum erythropoietin. Hered Cancer Clin Pract. 2018 Sep 11;16:15. doi: 10.1186/s13053-018-0097-x. eCollection 2018.

Stand: Februar 2019

Leiter der Forschungsgruppe
PD Dr. med. Jan-Helge Klingler

PD Dr. med. Jan-Helge Klingler
Oberarzt

Dr. Christine Steiert

Dr. med. Christine Steiert
Fachärztin für Neurochirurgie