Krupphusten bei Kindern: Was nachts wirklich hilft
Kinderheilkunde(20.05.2026) Bellender Husten, Atemnot, große Angst: Ein Pseudokrupp-Anfall kommt oft plötzlich in der Nacht. Für Eltern ist das ein Schreckmoment. Entscheidend ist dann, ruhig zu bleiben und die Symptome gezielt zu lindern.
Krupphusten: Diese Maßnahmen können sofort helfen

Typische Symptome eines Pseudokrupp-Anfalls: bellender Husten und pfeifende Atemgeräusche beim Einatmen ©AdobeStock
Wenn Kinder nachts von einem starken, bellenden Hustenanfall aufwachen, ist schnell von „Krupphusten“ die Rede. Dahinter kann sich jedoch Unterschiedliches verbergen.
„Die häufigste Ursache ist ein Pseudokrupp-Anfall, bedingt durch eine Schleimhautschwellung bei meist harmloser viraler Entzündung der Atemwege.“ erklärt Prof. Dr. Ute Spiekerkötter, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg.
Als Echter Krupp wird eine schwere bakterielle Infektion bezeichnet, die auf den Kehlkopf übergeht. Das ist eine Verlaufsform der Infektionskrankheit Diphtherie
Der sogenannte echte Krupp ist heute allerdings selten. Grund dafür ist vor allem die weit verbreitete Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, die vom Robert Koch-Institut für Säuglinge empfohlen wird.
Treten trotzdem Symptome wie bellender Husten, pfeifendes Atemgeräusch beim Einatmen und Atemnot auf, steckt meist ein Pseudokrupp-Anfall dahinter.
Pseudokrupp
Ein Pseudokrupp-Anfall hat meist eine virale Ursache, so können z.B. Parainfluenzaviren durch eine Infektion der oberen Atemwege die Beschwerden hervorrufen. Meist liegt eine .
Typisch für Pseudokrupp sind:
- starke Heiserkeit
- trockener, bellender Husten
- pfeifende Atemgeräusche beim Einatmen
- zunehmende Atemnot
„Häufig tritt ein Pseudokrupp-Anfall abends oder in der Nacht auf. Besonders betroffen sind dabei Kinder zwischen dem ersten und sechsten Lebensjahr“, so Spiekerkötter.
Warum Ruhe in der Akutsituation so wichtig ist
Die Beschwerden eines akuten Pseudokrupp-Anfalls wirken dramatisch. Hektisches Ringen nach Luft, bellender Husten und pfeifende Atemgeräusche können bei Eltern wie Kind schnell Panik auslösen.
Doch die meisten Anfälle verlaufen harmlos.
Gerade deshalb ist es wichtig, besonnen zu handeln. Eltern sollten versuchen, ihr Kind zu beruhigen und Sicherheit zu vermitteln.
„Durch Zuführen von kalter Luft sowie einfühlsames in den Arm nehmen und Trösten des Kindes können meist schon die ersten Symptome gelindert werden. Die Atemfrequenz beruhigt sich und das Kind bekommt wieder besser Luft“, sagt Spiekerkötter.
Krupphusten: Diese Maßnahmen können sofort helfen
- Lagern Sie das Kind aufrecht. So fällt das Atmen leichter
- Kühle, feuchte Luft kann die gereizten Atemwege beruhigen. Öffnen Sie ein Fenster oder gehen Sie an die frische Luft
- Entscheidend ist vor allem, die Lage nicht weiter zu verschärfen:
Je ruhiger Sie als Bezugsperson reagieren, desto eher entspannt sich auch das Kind – und damit häufig auch die Atmung
Wichtig:
Wird die Atemnot stärker, hält sie länger an oder wirkt das Kind sehr erschöpft, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Dieser Artikel wurde medizinisch geprüft von
Prof. Dr. Ute Spiekerkötter, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.
Weitere interessante Artikel
Universitätsklinikum Freiburg
Zentrale InformationTelefon: 0761 270-0
Sie haben eine Frage?
Unternehmenskommunikation
Breisacher Straße 15379110 Freiburg
Telefon: 0761 270-84830
kommunikation@uniklinik-freiburg.de


