Wenn das Herz schwächer wird – was wirklich hilft
Kardiologie und Angiologie(13.2.2026) Herzschwäche entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange unbemerkt. Dabei lassen sich Verlauf und Lebensqualität deutlich verbessern, wenn früh gehandelt wird.
In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit einer Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt. Jährlich sterben zehntausende Betroffene an den Folgen der Erkrankung. Moderne Medizin zeigt jedoch: Eine frühe Diagnose, konsequente Behandlung und ein angepasster Lebensstil können das Fortschreiten wirksam bremsen.

Bei einer Herzschwäche ist das Herz nicht mehr kräftig genug, um den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. ©iStock/vexworldwide
Was bedeutet Herzschwäche eigentlich?
Bei einer Herzinsuffizienz ist das Herz nicht mehr kräftig genug, um den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Es pumpt also schwächer als ein gesundes Herz.
Typische Anzeichen sind:
- Luftnot bei Belastung oder sogar in Ruhe
- schnelle Erschöpfung
- Wassereinlagerungen in Beinen oder Füßen
- Herzrhythmusstörungen
- plötzliche Gewichtszunahme innerhalb weniger Tage
- nächtliches Wasserlassen oder nächtliche Atemnot
Nehmen diese Beschwerden über längere Zeit zu oder treten neu auf, sollte eine kardiologische Abklärung erfolgen. Prof. Dr. Dirk Westermann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitäts-Herzzentrum Freiburg • Bad Krozingen am Universitätsklinikum Freiburg, betont: „Wird eine Herzschwäche früh erkannt, lässt sie sich heute gut behandeln –
Die häufigsten Ursachen
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, erlittene Herzinfarkte und Arteriosklerose. Dabei lagern sich Fett, Kalk und Zellen in den Gefäßwänden ab. Die Gefäße verlieren an Elastizität – das Herz muss dauerhaft mehr leisten und wird dadurch geschwächt. Auch chronische Entzündungsprozesse können das Herz langfristig schädigen und eine Herzschwäche begünstigen.
Wer ist betroffen?
Meist entwickelt sich die Erkrankung im höheren Lebensalter, da schädigende Faktoren über viele Jahre wirken. In etwa zehn Prozent der Fälle ist die Herzschwäche genetisch bedingt oder Folge einer Herzmuskelentzündung. Dann können auch jüngere Menschen betroffen sein.
Was ich selbst tun kann – und warum das so wichtig ist
Neben der medizinischen Therapie spielt der eigene Lebensstil eine zentrale Rolle. Viele Maßnahmen lassen sich gut in den Alltag integrieren:
- Blutdruck regelmäßig kontrollieren und ärztliche Empfehlungen ernst nehmen
- Bewegung in Maßen, z. B. tägliche Spaziergänge oder angepasstes Ausdauertraining
- Gewicht im Blick behalten – schnelle Zunahme kann auf Wassereinlagerungen hinweisen
- Medikamente zuverlässig einnehmen, auch wenn die Symptome nachlassen
Zur Behandlung stehen heute zahlreiche Medikamente zur Verfügung, die das Herz entlasten, seine Leistung verbessern oder Begleiterkrankungen wie Herzrhythmusstörungen behandeln. In fortgeschrittenen Fällen können spezielle Schrittmachersysteme oder interventionelle Eingriffe helfen, das Herz zu stabilisieren.
Früh handeln lohnt sich
Herzschwäche ist eine ernsthafte Erkrankung – aber kein unausweichliches Schicksal.
Wer Symptome früh abklären lässt, Therapieempfehlungen konsequent umsetzt und den eigenen Lebensstil anpasst, kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und Lebensqualität zurückgewinnen.
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