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Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie

Erosionssprechstunde

Erosionen

Was sind Erosionen?

Unter Erosionen oder Zahnerosionen versteht man einen langsam voranschreitenden Verlust an Zahnhartsubstanz durch den direkten Kontakt mit Säuren. Der Zahn ist dabei sauber und nicht mit Plaque bedeckt. Oftmals werden Erosionen aber oft nicht oder sehr spät erkannt, meist weil der Patient entweder bereits Schmerzen hat oder weil die Zähne sich in der Farbe und Form massiv verändert haben.  

Woher stammen diese Säuren?

Man kann innere (endogene) und äußere (exogene) Säurequellen unterscheiden: Vom Inneren des Körpers her wirkt die Magensäure.
Sie kann bei

  • Magen-Darm-Erkrankungen mit Aufstoßen (sogenannter Reflux) oder

  • Essstörungen, die von regelmäßigem Erbrechen begleitet sind in die Mundhöhle gelangen.  

Von außen zugefügt werden können:

  • Saure Bestandteile in Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln (Aspirin, Vitamin-C-Präparate usw.)

  • Säuren bei der Ausübung bestimmter Berufe (z.B. bei Weinverkostern)

  • Vor allem aber Säuren in Nahrungsmitteln und Getränken!  

Welche Nahrungsmittel können Erosionen verursachen?

Besonders Lebensmittel die „erfrischend“ schmecken können Säuren enthalten. Dazu zählen

  • die meisten Obstsorten, wie Zitronen, Orangen, Kiwi, Äpfel, Grapefruit

  • Essig und Essigprodukte, wie Salatsaucen (Essig-Öl), Sauerkonserven

  • zahlreiche Getränke wie Säfte, Erfrischungsgetränke, Sportgetränke, Früchtetee, Wein, Sekt und vieles mehr

Ausgenommen sind jedoch Nahrungsmittel, die viel Kalzium und Phosphat enthalten, wie

  • Joghurt, Joghurtdressings

  • Obst in Kombination mit Milchprodukten, z.B. Obstsalat mit Quark

  • Buttermilch

  • Orangensaft mit Kalziumzusatz  

Wie erkennt man Erosionen?

Leichte Erosionen betreffen die oberste Schicht der Zähne und bleiben in der Regel unbemerkt, weil sie keine Beschwerden verursachen und die Zahnfarbe nicht verändert ist. Dieses Stadium kann besonders gut vom Zahnarzt nach Trocknung der Zähne identifiziert werden. Die Zähne haben ihren Glanz mitunter verloren und erscheinen matt. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn bereits das tiefer gelegene Zahnbein (Dentin) betroffen ist, kann es zu Temperaturempfindlichkeit und Verfärbungen kommen – die Zähne wirken „gelber“. Die Zähne können schließlich wie „abgeschmolzen“ aussehen.

Welche Personen sind besonders betroffen?

Personen mit häufigem Verzehr von sauren Lebensmitteln – vor allem auch Jugendliche und Erwachsene, die viele Erfrischungsgetränke zu sich nehmen

  • Vegetarier

  • Personen mit Essstörungen

  • Personen mit saurem Aufstoßen und Sodbrennen   

Gibt es eine Veranlagung für Erosionen?

Das ist nicht abschließend geklärt. Aber möglicherweise spielen die Zusammensetzung und Menge des Speichels oder die "Säurelöslichkeit" der Zähne eine Rolle.  

Was können sie tun, wenn Sie Erosionen haben?

Die wichtigste Maßnahme ist es Säuren möglichst zu meiden, da Erosionen zum Stillstand kommen, wenn die Säureeinwirkung aufhört! Zusätzlich sollten saure Nahrungsmittel zusammen mit Milchprodukten verzehrt werden, da sie sehr kalziumreich sind.   Säuren können allerdings nicht immer gemieden werden. Dann sind bestimmte Mundhygieneprodukte sinnvoll. Die wirksamste Maßnahme ist die Anwendung von Fluorid in Kombination mit Zinn in Form von Mundspüllösungen oder, in milden Fällen, von Zahnpasten. Die Anwendung sollte vom Zahnarzt individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt werden. Sehr lange können Erosionen mit diesen präventiven und nicht-invasiven Maßnahmen behandelt werden. Nur in besonders schweren Fällen ist eine Versorgung der Zähne mit Kunststofffüllungen nötig - Kronen oder Teilkronen können heutzutage jedoch in vielen Fällen sehr lange - wenn nicht sogar ganz - vermieden werden.  

Sollte man grundsätzlich nach sauren Speisen mit dem Zähneputzen warten?

Nein. Das Zähneputzen ist ein wichtiger Bestandteil zur Gesunderhaltung von Zähnen und Zahnfleisch. Wenn Sie keine Erosionen haben, sollten sie den üblichen Mundhygieneempfehlungen folgen. Besonders für Kinder und Jugendliche ist das Zähneputzen nach den Mahlzeiten zur Kariesprophylaxe wichtig! Wenn Sie Erosionen haben, ist die Anwendung bestimmter Mundhygieneprodukte sinnvoller als ein Warten mit dem Zähneputzen. Ihr/e Zahnarzt/Zahnärztin kann Sie individuell beraten.  

Sollten Sie Fragen zum Thema Erosionen haben oder Zeichen von Erosionen bei sich identifiziert haben, können sie bei uns in der Erosionssprechstunde einen Termin vereinbaren – wir beraten Sie gerne und erläutern Ihnen, was Sie Gutes für Ihre Zähne tun können!  

Wir würden uns freuen, Sie in der Zahnklinik begrüßen zu können!                      

Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie

Hugstetter Straße 55
79106 Freiburg

Anmeldung
Telefon 0761 270-48850

Zahnärztlicher Notdienst

Ärztlicher Direktor