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Freiburg, 08.12.2025

Neuer Mutationskatalog erleichtert personalisierte Krebstherapie

Wissenschaftler*innen haben mehr als 11.000 Genveränderungen in Tumorzellen bewertet / Ergebnisse können bei Therapieentscheidungen helfen / Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg in Nature Genetics veröffentlicht


Wenn bei Krebspatient*innen Genveränderungen im Tumor gefunden werden, ist oft unklar, ob sie das Tumorwachstum fördern oder ob eine gezielte Therapie wirken könnte. Ein Forschungsteam unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg hat nun einen Katalog erstellt, in dem über 11.000 Genvarianten einer zentralen Genfamilie auf ihre Rolle beim Tumorwachstum untersucht und bewertet wurden. Entsprechende Veränderungen finden sich bei mehr als vier Prozent aller Tumoren, was mehr als 20.000 Patient*innen jährlich in Deutschland entspricht. Eine entsprechende genetische Diagnose kann durch die Arbeit künftig schneller eingeordnet und die Therapie gezielter gewählt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden am 8. Dezember 2025 im Fachjournal Nature Genetics veröffentlicht.

„Schon vor Veröffentlichung der Studie konnten wir Kliniken in Europa helfen, Genveränderungen bestimmter Patient*innen einzuordnen und damit die passendste Therapie zu wählen. Das zeigt, wie dringend diese Informationen gebraucht werden und wie sehr sie bei Therapieentscheidungen helfen“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Sven Diederichs, Leiter der Abteilung Onkologische Forschung an der Klinik für Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Freiburg, sowie Wissenschaftler*innen am Partnerstandort Freiburg des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK). Die Studie entstand in enger Zusammenarbeit der drei DKTK-Standorte Freiburg, Heidelberg und München. 

Veränderte Wachstumsgene im Fokus der Krebsforschung

Im Zentrum der Studie stehen die sogenannten Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptoren (FGFR). Ob eine entsprechende Mutation vorliegt, wird in Genanalysen geprüft, wie sie an Krebszentren wie dem Tumorzentrum Freiburg – CCCF des Universitätsklinikums bereits regelmäßig durchgeführt werden.

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Originaltitel der Publikation:
Saturation mutagenesis identifies activating and resistance-inducing FGFR kinase domain mutations
DOI: 10.1038/s41588-025-02431-8
Link: https://www.nature.com/articles/s41588-025-02431-8 

Bildunterschriften: Dr. Carla Tangermann und Prof. Sven Diederichs konnten mit einem großen Forschungsteam 11.000 Genmutationen auf ihre Bedeutung in Krebszellen bewerten.


Bildquelle: Universitätsklinikum Freiburg


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