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Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik – EpilepsiezentrumKlinik für Neurochirurgie

Cardiale Probleme beim Einsatz von Natriumkanalblockern zur Epilepsiebehandlung

Natriumkanalblocker (Phenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Lamotrigin und Lacosamid) sind anfallsprotektive Substanzen mit primärer Wirkung auf Natriumkanäle von Nervenzellen und verhindern hier hochfrequente Entladungen, wie sie bei epileptischer Aktivität auftreten. Die Natriumkanalblockade kann jedoch auch am Herzen zu Nebenwirkungen, insbesondere einer Verlangsamung der Erregungsüberleitung von den Vorhöfen zu den Kammern führen. Insbesondere für Lamotrigin und für Lacosamid sind in letzter Zeit Blockaden der cardialen Überleitung in Einzelfällen beobachtet worden (AV-Block II. und III. Grades).

Bei der Wahl eines Natriumkanalblockers als Antiepileptikum sollten daher cardiale Vorerkrankungen und Komedikationen mit ebenfalls die Überleitung verzögernden Medikamenten (insbesondere….) sorgfältig erhoben werden. Risikopatienten sollten über typische klinische Symptome eines AV-Blockes informiert werden (irregulärer Puls, Palpitationen, Kurzatmigkeit, unsystematischer Schwindel). Bei geplanter Gabe höherer Dosierungen wird die Durchführung eines EKG vor Eindosierung und unter der Zieldosis zum Ausschluss einer AV-Blockade empfohlen.

Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik

Ärztlicher Leiter:
Prof. Dr. Schulze-Bonhage

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D-79106 Freiburg

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