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Institut für Medizinische Biometrie
und Statistik (IMBI)

RECUR

Nationales Register für rezidivierende Steinerkrankungen des oberen Harntraktes (RECUR)

Kooperationsprojekt mit dem Department Chirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, Klinik für Urologie (PD Dr. M. Schönthaler, Principal Investigator).

Weitere Kooperationspartner: Deutsche Gesellschaft für Urologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Universitätsklinikum Erlangen, Universitätsklinikum Dresden, Universitätsklinikum Frankfurt, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Universität Greifswald, Universitätsklinikum Mannheim, Universitätsklinikum Magdeburg, Universitätsklinikum Mainz

Die SEVERA übernimmt die Konzeption der Datenerfassung und die Durchführung der Datenanalysen mit Bezug zur Versorgungsforschung (patient reported outcomes). Weitere Beteiligte am Institut für Medizinische Biometrie und Statistik sind:

Prof. Dr. Harald Binder, PD Dr. Martin Boeker, Dr. Petar Horki, Raphael Scheible.

Förderung: BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektlaufzeit: 5 Jahre (Beginn: 1.5.2019)

Die Harnsteinerkrankung (Urolithiasis) ist eine Volkskrankheit. Circa fünf Prozent der deutschen Bevölkerung sind betroffen. Bei bis zu 50% der Patientinnen und Patienten kommt es zur wiederholten Steinbildung im oberen Harntrakt (Nieren, Harnleiter). Die Betroffenen leiden unter wiederholten, teilweise erheblichen Schmerzen und müssen häufig stationär behandelt werden. Längerfristig können Dauerschäden an Nieren und Kreislauf (Bluthochdruck) oder Komplikationen bis hin zur Blutvergiftung auftreten. Dies führt zu bedeutenden Einschränkungen der Lebensqualität. Sozioökonomisch übersteigen die mit den Harnsteinerkrankungen verbundenen Kosten diejenigen anderer häufiger urologischer Erkrankungen wie z. B. die des Prostatakrebses. Bei etwa zehn Prozent der wiederholt steinbildenden Patienten können bestimmte Stoffwechsel- oder Darmerkrankungen als Ursache erkannt werden. Für die Mehrheit der Patientinnen und Patienten sind jedoch keine spezifischen Risikofaktoren bekannt. Mit dem geplanten Register soll nun erstmals die Verbindung von medizinischen Daten (Patientencharakteristika, Behandlungsdaten, vorbeugende Maßnahmen), patientenrelevanten Ergebnissen (z. B. Lebensqualität) und gesundheitsökonomisch bzw. volkswirtschaftlich bedeutsamen Variablen (z. B. Krankheitstage) gezogen werden. Das geplante Register soll dabei helfen diejenigen Personen zu identifizieren, die am meisten von spezifischen Behandlungen und vorbeugenden Maßnahmen profitieren.

Bezüglich der Versorgungsforschung sollen mit den Daten des Registers folgende drei Fragestellungen untersucht werden:

  1. Deskription der Krankheitsbelastung von Patientinnen und Patienten mit Harnsteinerkrankung auf der individuellen und gesellschaftlichen Ebene (z.B. bzgl. Lebensqualität, Funktionseinschränkungen, Arbeitsunfähigkeitstage, Inanspruchnahme des Versorgungssystems)
  2. Bestimmung und Validierung von Risikofaktoren bzgl. des Wiederauftretens von Harnsteinen
  3. Behandlungsevaluation durch risikoadjustierte Vergleiche zwischen verschiedenen realisierten Behandlungsoptionen.

Projektleitung in der SEVERA

Prof. Dr. Erik Farin-Glattacker

Projektmitarbeitende in der SEVERA

Urs Fichtner