Prostatakrebs gezielt bestrahlen
Die HypoFocal-SBRT-Studie zu präziser Strahlentherapie hat eine wichtige Etappe erreicht

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Europa. Dank enormer Fortschritte in der Bildgebung und technischer Innovationen in der Strahlentherapie ist es heute möglich, das Tumorgewebe bei Prostatakrebs sehr präzise zu bestrahlen. Daraus entstand die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte HypoFocal-SBRT-Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Anca-L. Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, die die Behandlung der Betroffenen maßgeblich verändern könnte.
Tumorgewebe zerstören, umliegendes Gewebe schonen
Die HypoFocal-SBRT-Studie untersucht, ob eine Hochpräzisionsbestrahlung in 5 Sitzungen gegenüber einer moderat hypofraktionierten Bestrahlung in 20 Sitzungen beim Prostatakarzinom ohne Metastasierung besser sein mag. Statt wie bisher die gesamte Prostata gleichmäßig zu bestrahlen, wurden im Rahmen der HypoFocal-SBRT Studie zusätzlich gezielt jene Bereiche des Organs, in denen die hochpräzise Bildgebung den Tumor anzeigt, mit besonderer Intensität bestrahlt. Zugleich wurde versucht, das umliegenden Gewebe, wie Blase und Darm bestmöglich zu schonen. „Dadurch soll eine effektivere Therapie mit guter Verträglichkeit erreicht werden“, erklärt Co-Studienleiter PD Dr. Simon Spohn, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. „Zudem wird die Behandlungszeit deutlich verkürzt, was die Lebensqualität der Patienten weiter verbessern kann“, so Spohn.
Bild: Die HypoFocal-SBRT Studie des Universitätsklinikums Freiburg untersucht eine hochpräzise Bestrahlung von Prostatakrebs, die Tumorgewebe gezielt behandeln und umliegendes Gewebe schonen soll. © Adobe Stock
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