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Klinik für Palliativmedizin

Palliative Care / Palliativmedizin

Palliative Care ist die internationale Bezeichnung für das ganzheitliche Konzept einer umfassenden und lindernden Betreuung für Menschen, die unter einer unheilbaren, fortschreitenden und zum Tode führenden Erkrankung leiden. Im Deutschen wird häufig von Palliativ-Versorgung gesprochen.

Ziel palliativmedizinischer Betreuung ist die bestmögliche Lebensqualität der Patientinnen und Patienten und ihrer Familien. Palliative Care ist auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet und daher nicht auf bestimmte Altersgruppen oder bestimmte Krankheitsbilder beschränkt.

Typische Aufgaben der Palliativ-Versorgung sind die bestmögliche Behandlung von belastenden körperlichen Beschwerden wie beispielsweise

  • Schmerzen
  • Luftnot 
  • Übelkeit 
  • Unruhe

sowie die Unterstützung auf psychischer, sozialer und spiritueller Ebene.

Aufgrund der Vielseitigkeit der Aufgaben und dem ganzheitlichen Anspruch von Palliative Care setzt sie ein Zusammenarbeiten verschiedener Berufsgruppen und Fachdisziplinen voraus. Aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung und der damit einhergehenden zunehmenden Zahl an Tumorerkrankungen ist der Bedarf an palliativmedizinischen Betreuungskonzepten hoch und wird noch weiter ansteigen.

        Du zählst, weil Du du bist - und du wirst bis zum letzten Augenblick
        deines Lebens eine Bedeutung haben.
                                                                              -
Dame Dr. Cicely Saunders -

Was ist Palliative Care?

(cax) Palliative Care (deutsch: Palliativmedizin), hergeleitet vom lateinischen pallium (Mantel, Umhang) bzw. palliare (bedecken, lindern) bezeichnet ein umfassendes Konzept zur Betreuung Schwerstkranker und Sterbender und wird nach der aktuellen Definition der Weltgesundheits­­organisation WHO verstanden als
„Ansatz, mit dem die Lebensqualität der Patienten und ihrer Familien verbessert werden soll, wenn sie mit einer lebensbedrohlichen Krankheit und den damit verbundenen Problemen konfrontiert sind. Dies soll durch Vorsorge und Linderung von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen und fehlerlose Erfassung und Behandlung von Schmerzen und anderen physischen, psychosozialen und spirituellen Problemen erfolgen“ (WHO, 2002).
Dieser innovative Behandlungsansatz schließt neben dem erkrankten Patienten nicht nur die An- und Zugehörigen in die Betreuung mit ein, sondern fokussiert auch auf die individuelle Lebenssituation des Patienten und seiner Angehörigen und fordert neben dem Verständnis des Leidens in der medizinischen Betreuung auch Zeit und Bereitschaft zu der Auseinandersetzung mit den existentiellen Fragen des Krankseins und Sterbens.
Ziel der Palliativmedizin bzw. Palliative Care ist die Prävention und Linderung von Leiden im Kontext einer lebenslimitierenden Erkrankung mit allen Möglichkeiten der modernen Medizin im Sinne einer optimalen Symptomlinderung und der Verbesserung der Lebenssituation und der Lebensqualität schwerstkranker Patienten; gleichermaßen zentrales Ziel der Palliativmedizin ist jedoch auch Sterben und Tod als elementar zum Leben gehörend erfahrbar zu machen.

(cax) Im Fokus palliativmedizinischer Betreuung stehen die Probleme des Patienten sowie seine damit verbundenen Bedürfnisse, nicht die Erkrankung. Ziel der palliativmedizinischen und hospizlichen Behandlung ist die Verbesserung oder Erhaltung der Lebensqualität – nicht eine Lebensverlängerung um jeden Preis. Die palliativmedizinische Betreuung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team aus Pflegenden, Ärzten, Seelsorgern, Sozialarbeitern, Psychologen, Kreativtherapeuten, Physiotherapeuten sowie Vertretern anderer Berufsgruppen. Im Sinne eines systemischen Ansatzes werden die An- und Zugehörigen der Patienten in die Betreuung mit einbezogen. Angehörige von Palliativpatienten sind von der Erkrankung und ihren sozialen und psychischen Folgen unmittelbar mit betroffen, nehmen häufig eine zentrale Rolle in der Pflege der Patienten ein und werden bei zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung zu zentralen Trägern von Verantwortung und Entscheidungen bezüglich der weiteren Behandlung des Patienten (Pestinger 2012).
Ziel der palliativmedizinischen Behandlung ist neben der psychosozialen und spirituellen Unterstützung die kompetente Behandlung belastender Symptome mit dem Ziel eines Verbesserns bzw. Erhaltens der Lebensqualität der Patienten. Dabei ist eine konstante menschliche Zuwendung unverzichtbarer Teil der Betreuung und tritt in den Vordergrund, während das medizinisch/technisch/theoretisch Machbare nur dann angewandt wird, wenn es auch der Lebensqualität des Patienten dient nach dem Grundsatz „high person, low technology“.
Für die palliativmedizinische Betreuung werden von den Behandelnden aller Berufsgruppen ein profunder fachlicher Sachverstand und ausprägte diagnostische Fähigkeiten gefordert, um das Ziel der mehrdimensionalen Beurteilung der jeweiligen Situation des individuellen Patienten sowie eine hochqualifizierte Betreuung zu gewährleisten. Die Betreuung des Patienten erfolgt bis zu seinem Tod und integriert auch die jeweiligen kulturellen Bedürfnisse der Patienten. Aktive Sterbehilfe wird in der Palliativmedizin strikt abgelehnt. Den Bedürfnissen der Zugehörigen soll über den Tod des Patienten hinaus auch in der sich anschließenden Trauerphase entsprochen werden. Palliativmedizin umfasst neben einer adäquaten Betreuung auch eine kontinuierliche Forschung sowie fortlaufende Dokumentation und Evaluation der Behandlungsergebnisse (Becker et al. 2012). Basis allen palliativmedizinischen Handelns ist die Akzeptanz des Todes als Teil des Lebens. Durch eine eindeutige Bejahung des Lebens soll der Tod weder beschleunigt noch hinausgezögert werden. Diese Prinzipien der Palliativmedizin wurden schon von der Begründerin der modernen Palliativmedizin Cicely Saunders (1918-2005) genannt und haben auch in der modernen Palliativmedizin weiter Gültigkeit.

(cax) Zielpunkt der Betreuung in der Palliativmedizin ist das Leben, nicht das Sterben. Denn Sterben ist eine intensive und bedeutende Phase des Lebens. Dieses zentrale Verständnis des Sterbens lenkt die Aufmerksamkeit auf die Lebensqualität als Ziel palliativmedizinsicher Betreuung.
Der Begriff Lebensqualität beschreibt ein multidimensionales Konzept, das im Wesentlichen die subjektiven Perspektiven des Patienten erfasst. Lebensqualität kann nur individuell beschrieben und gemessen werden und ist abhängig vom gegenwärtigen Lebensstil, den individuellen Lebenserfahrungen sowie den Hoffnungen und Wünschen für die Zukunft. Ist Lebensqualität überhaupt mit dem letzten Lebensabschnitt vereinbar und was macht die subjektive Lebensqualität schwerstkranker und sterbender Menschen aus? Lebensqualität ergibt sich aus dem Unterschied zwischen Erwartungen und Hoffnungen einer Person und ihrem aktuellen Erleben. Viele schwer kranke und sterbende Menschen definieren Qualität für ihr Leben entgegen der wahrscheinlichen Vorstellung von Gesunden nicht als Freiheit von Symptomen, sondern Lebensqualität liegt oft in kleinen Dingen und schließt Menschen und Aktivitäten ein, die Freude, Genuss, Zuneigung oder Sinn vermitteln. Dies führt dazu, dass Palliativpatienten ihre individuelle Lebensqualität als ähnlich gut oder besser beschreiben als Gesunde.

(cax) Palliativmedizin ist nicht auf bestimmte Patientengruppen wie zum Beispiel Tumorpatienten beschränkt, sondern widmet sich auch Patienten mit AIDS, neurologischen Erkrankungen oder Patienten im Endstadium des Organversagens wie terminaler, kardialer, renaler oder respiratorischer Insuffizienz. Palliativmedizinische Betreuung soll für alle Patienten mit einer unheilbaren und zum Tode führenden Erkrankung gewährleistet werden - vom neugeborenen Kind bis zum alten Menschen. Dabei versteht sich Palliativmedizin nicht als Betreuungsangebot für die letzten Lebenstage, sondern sollte im Sinne der sogenannten ‚early integration‘ als Behandlungsoption ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung einer potentiell unheilbaren Erkrankung in die Behandlung des Patienten integriert werden. 

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben,
sondern den Tagen mehr Leben.

                                                           - Dame Dr. Cicely Saunders -

Palliative Care beginnt mit der Diagnose einer unheilbaren Krankheit. Die grundlegende ärztliche Behandlung im Bereich Palliativmedizin unterliegt den selben Ansprüchen und Grundsätzen, die alles ärztliche Handeln leitet. Nur ist die Zielsetzung von Palliative Care eine andere: Nachdem alle Bemühungen die Erkrankung zu heilen vergeblich geblieben sind, bleiben Arzt und Patient keine andere Möglichkeit, als das Fortschreiten der Erkrankung anzunehmen. Keinem fällt dies leicht.

Bei Palliative Care geht es vorrangig darum:

  • Schmerzen und andere körperliche Symptome zu lindern
  • Patienten und ihre Angehörigen bei seelischen, sozialen oder spirituellen Belastungen zu unterstützen und zu begleiten
  • Patienten ein Leben in der von ihnen gewünschte Umgebung zu ermöglichen
  • als Ansprechpartner für Patienten und Angehörige auch nach der Entlassung zur Verfügung zu stehen
  • Patienten, die in der Klinik sterben, schützend zu begleiten

Klinik für Palliativmedizin

Robert-Koch-Straße 3
79106 Freiburg

Stationssekretariat:
Marika Ruge
Telefon: 0761 / 270 - 95900
Telefax: 0761 / 270 - 95431

palliativstation@uniklinik-freiburg.de

Ärztliche Direktorin

Prof. Dr. med. Dipl.-Theol. Dipl.-Caritaswiss. Gerhild Becker MSc Palliative Care (King's College London)

Direktionssekretariat:
Tanja Kühnle (vormittags)
Heike Kehl (nachmittags)
Telefon: 0761 / 270 - 95412
Telefax: 0761 / 270 - 95414
tanja.kuehnle@uniklinik-freiburg.de
heike.kehl@uniklinik-freiburg.de