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Wir überwinden Grenzen

Lebensgefährliche Zysten und großes Glück

Immunologie

(08.04.2016) Bereits mit acht Monaten wurde Elena* das erste Mal operiert. In einer regionalen Klinik wurden ihr zwei entzündete Zysten am Hals entfernt. Doch die Ursachen dafür waren lange unbekannt. Knapp ein Jahr nach der ersten Operation stellten Ärzte eine vergrößerte Leber fest. Bei der genauen Abklärung wurden allein sieben Abszesse in der Leber gefunden, einer in der Lunge, und auch das Zwerchfell war bereits durchbrochen. Elenas Zustand war lebensbedrohlich, nur eine schnelle Operation konnte sie retten.

Nach einem langen Klinikaufenthalt erfolgte dann die Überweisung an das Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI) am Universitätsklinikum Freiburg. Durch die Erfahrung und fachübergreifende Zusammenarbeit der Mediziner konnte bereits nach kurzer Zeit eine Diagnose gestellt und damit eine Erklärung für die vielen Infektionen gefunden werden. „Elena leidet an einer Irak4-Defizienz, einem vererbbaren Immundefekt. Bei dieser Krankheit wird das Immunsystem nach einer Infektion nicht richtig in Alarm versetzt, die Abwehrreaktion ist zu schwach und damit können schwere, lebensbedrohliche Infektionen entstehen. „Unbehandelt wäre die Erkrankung schon bald sehr gefährlich für Elena geworden“, sagt Professor Dr. Stephan Ehl, Medizinischer Direktor des CCI.

Heute geht es Elena wieder gut. Die sechsjährige ist ein fröhliches und pfiffiges kleines Mädchen, das gerne tanzt und malt, und nicht verstehen kann, warum sie auf ihre Einschulung noch ein paar Monate warten muss. Elena erhält dauerhaft Antibiotika und eine Antikörpertherapie, mit der sie vor schweren Infektionen geschützt werden kann. Erhöhte Aufmerksamkeit bei fieberhaften Erkrankungen ist dennoch geboten und eine sofortige Behandlung ist notwendig.

„Geheilt werden kann Elena zwar leider nicht. Aber mit der Behandlung kann sie fast ein ganz normales Kinderleben leben“, sagt Professor Ehl. Seit die Grundkrankheit bekannt ist und klar ist, wie man damit umgeht, hat sich die Lebensqualität der gesamten Familie erheblich verbessert. Die Zeiten, in denen Elena mit Mundschutz vor die Haustüre gehen musste um sich vor Ansteckung zu schützen, sind vorbei und das Mädchen freut sich unbeschwert auf die Schule. Später einmal möchte sie anderen Menschen helfen, so wie ihr geholfen wurde. „Wenn ich groß bin, möchte ich Ärztin werden“, sagt das Mädchen.

* Name von der Redaktion geändert  

Weitere Informationen:
Centrum für Chronische Immundefizienz

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