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IDEE Projekt

Erforschung von Veränderungen im Körper-, Selbst- und Welterleben

Wie erleben wir unseren Körper und unser Selbst in außergewöhnlichen Situationen? Warum können augenscheinlich ähnliche Veränderungen einmal als bereichernd und ein anderes Mal als belastend oder sogar krankhaft empfunden werden?
Beim IDEE Projekt handelt es sich um einen InterDisziplinären Ansatz zur Erforschung extremer Embodimenterfahrungen (kurz: IDEE). Wir interessieren uns für Momente, in denen sich das gewohnte Körper-, Selbst- und Welterleben verändert. Solche Erfahrungen treten beispielsweise bei Meditation, Flow, intensiver Mediennutzung oder auch im Zusammenhang mit Depressionen, Angst- oder Essstörungen auf. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen positiven und belastenden Formen solcher Erlebnisse zu identifizieren und ein neues, integratives Verständnis dieser Phänomene zu entwickeln. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, psychische Gesundheit besser zu verstehen, Potenziale für Wohlbefinden und persönliche Entwicklung aufzuzeigen sowie zukünftige Mensch-Technik-Interaktionen verantwortungsvoll zu gestalten. Gefördert wird das Projekt durch die Heidelberger Akademie der Wissenschaften im Rahmen des WIN-Kollegs (Link zum WIN-Forschungsprojekt).

Die IDEE Studie: Eine qualitative Erfassung von Veränderungen im Körper-, Selbst- und Welterleben

Diesen zentralen empirischen Teil des IDEE Projekts führen wir in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg durch. 

Studienhintergrund

In dieser Studie interessieren wir uns dafür, wie belastende Veränderungen des Selbst-, Körper- und Welterlebens im Kontext psychischer Erkrankungen, aber auch bei Lampenfieber und Flow-Erfahrungen in der Musik erlebt werden. Derartige Veränderungen werden im medizinischen Bereich häufig als Dissoziation bezeichnet. Klinisch versteht man unter Dissoziation, dass verschiedene Bereiche des Erlebens nicht mehr wie gewohnt zusammenarbeiten. Dazu gehören unter anderem Bewusstsein, Gedächtnis, motorischer Kontrolle, Wahrnehmung, Körperrepräsentation, Emotion und Identität. Im Zustand der Dissoziation werden diese Komponenten für einen gewissen Zeitraum nicht mehr im Einklang miteinander erlebt, sondern finden getrennt voneinander statt oder werden als fremd empfunden. Diese Erfahrungen gehören zum normalen Spektrum des Selbsterlebens und sind nicht per se als pathologisch zu werten. Im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen können diese Veränderungen jedoch gehäuft, intensiver oder länger andauern. Da es sich bei dissoziativen Phänomenen um schwer beschreibbare und diffuse Phänomene handelt, werden diese trotz ihres emotional belastenden und häufig beunruhigenden Charakters von medizinischen und psychiatrischen Fachkräften oftmals nicht erkannt. Außerdem bestehen offene Fragen bezüglich der diagnostischen Erfassung und des theoretischen Verständnisses dieser Phänomene. Aus diesem Grund wählen wir in unserer Studie einen qualitativen phänomenologischen Ansatz. Das heißt wir möchten mit Hilfe von Interviews eine feinere Beschreibung dieser Phänomene ermöglichen. 

Studienziel 

Ziel der Studie ist es, zu verstehen, wie sich die Wahrnehmung von Selbst, Körper und Umwelt unter bestimmten Bedingungen verändern kann. Dabei werden diese Veränderungen des Selbst- und Welterlebens bei Musiker*innen, die Zustände von Flow und Lampenfieber erleben, sowie bei Menschen mit Depressionen, Angst- und Essstörungen systematisch durch Interviews erfasst und detailliert beschrieben.

Teilnahmevorraussetzungen

Sie können teilnehmen, wenn Sie …

  • Musiker*in sind und beim Musizieren besondere Wahrnehmungserlebnisse hatten, zum Beispiel:

    • ein „Flow-Gefühl“, bei dem Sie völlig in der Musik aufgegangen sind, oder

    • im Rahmen von Auftrittsangst eine veränderte Wahrnehmung erfahren.

  • Sie haben derzeit keine bekannte psychische oder neurologische Erkrankung.

  • Frühere psychische Diagnosen schließen eine Teilnahme nicht aus.

ODER

  • aktuell an einer der folgenden Erkrankungen leiden UND für diese Erkrankung in Behandlung sind:

    • Depression 

    • Angst- oder Panikstörung

    • Essstörung (Anorexie oder Bulimie)

Weitere Voraussetzungen für die Teilnahme sind:

  • Sie sind mindestens 18 Jahre alt

  • Sie können die Informationen auf Deutsch gut verstehen

  • Sie können eine Einverständniserklärung unterschreiben

  • Sie haben keine akuten Suizidgedanken, akute Psychose oder Wahnvorstellungen

  • Sie haben keine akute posttraumatische Belastungsstörung oder starke dissoziative Symptome

  • Sie können sich über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden (mit Pausen) konzentrieren

  • Sie sind bereit über ihr eigenes Erleben in einem Interview zu sprechen

Vergütung

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und wird nicht vergütet.

Studienablauf

Nachdem Sie Kontakt mit uns aufgenommen haben, werden wir Sie zunächst telefonisch kontaktieren, um ein Erstgespräch mit Ihnen zu vereinbaren. 

Im ersten Termin bekommen Sie mehr Informationen zur Studie, können Fragen stellen und entscheiden, ob Sie teilnehmen möchten. Falls Sie sich für eine Teilnahme entscheiden, füllen Sie anschließend einige Fragebögen aus und vereinbaren einen Termin für die weitere Datenerhebung. 

Im zweiten Termin führen wir ein Interview mit Ihnen, in dem Sie über Ihre persönlichen Erfahrungen veränderter Wahrnehmung von Selbst, Körper und Umwelt sprechen. Das Gespräch dauert ca. 60-90 Minuten. Es kann jederzeit von Ihnen unterbrochen oder auf einen weiteren Termin gestreckt werden.

Insgesamt dauert die Teilnahme maximal 2,5 Stunden. Das Interview wird von geschulten Mitarbeitenden durchgeführt und per Video aufgezeichnet. Die Videoaufnahmen werden ausschließlich für die wissenschaftliche Auswertung der Studie verwendet.  Inhalte werden nur in anonymisierter Form veröffentlicht.

Wo findet die Studie statt?

Die Befragung und Gespräche finden in den Räumlichkeiten der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg statt. 

Wie wird die Studie finanziert?

Die Studie wird durch die Heidelberger Akademie der Wissenschaften finanziell gefördert und am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt.

Das Forschungsteam

Studienleitung: PD Dr. Prisca Bauer und Dr. Fynn-Mathis Trautwein

Doktorandinnen: Franziska Landgrebe, Hannah-Sophie Kollmann, Johanna Elsner, Lena Neunerdt, Marine Bauerreis

Kontakt

Haben Sie Interesse teilzunehmen? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail mit Ihrem Namen und Ihrer Telefonnummer an:

psm.idee-studie@uniklinik-freiburg.de

Wir nehmen zeitnah telefonisch Kontakt mit Ihnen auf.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!