Zu den Inhalten springen

Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Kindernarkosen

Informationen

gezeichnet von Paula, 7 Jahre alt

Kinder benötigen eine speziell auf ihr Alter ausgerichtete Narkose. Aus diesem Grunde werden sie nur von Anästhesistinnen und Anästhesisten betreut, die über die notwendigen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in diesem Bereich verfügen.

Für die Eltern: Informationsbroschüre "Kindernarkosen" (pdf)

Für die Kinder: Vorbereitungsbuch für eine Operation (pdf)

Vorbereitungen vor der Narkose

Spätestens am Vortag vor einer geplanten Operation wird Ihr Kind von einem Narkosearzt untersucht. Es wird ein Aufklärungsgespräch mit Ihnen geführt, in dem das weitere Vorgehen besprochen wird. Vor großen operativen Eingriffen müssen beide Erziehungsberechtigten in die Anästhesie einwilligen.

Ihr Kind sollte infektfrei sein, wenn es zur Anästhesie kommt. Falls Ihr Kind Husten, eitrigen Schnupfen oder Fieber hat, sollte eine Operation daher, wenn möglich, verschoben werden. Sollte Ihr Kind eines dieser Symptome aufweisen, bitten wir Sie, sich mit unserer Anästhesieambulanz in Verbindung zu setzen (Telefon 0761 270-23860).

Es ist sehr wichtig, dass Ihr Kind nüchtern zur Operation kommt. Hiermit soll die Gefahr des Einatmens von Erbrochenem (Aspiration) während der Narkose verhindert werden.

In der Kinderanästhesie gelten folgende Nüchternheitsgebote:

Feste Nahrung > 6 Stunden
(Flaschen-) Milch > 4 Stunden
Brustmilch > 3 Stunden
Tee / (Mineral-) Wasser / Apfelsaft > 1 Stunde

Das Nüchternheitsgebot ist notwendig, um eine Aspiration (Einatmen von erbrochenem Mageninhalt) während der Narkose zu verhindern.

Medikamente dürfen nur in Absprache mit dem Anästhesisten gegeben werden.

Kinder, die älter als 6 Monate sind, bekommen evtl. etwa eine halbe Stunde vor Narkosebeginn ein Beruhigungsmittel (Prämedikation) als Sirup oder Tablette verabreicht.

Sie dürfen Ihr Kind (älter als 6 Monate) bis in den Einleitungsraum begleiten und bei Ihrem Kind bleiben, bis es eingeschlafen ist. Auf diese Weise fühlt sich Ihr Kind nie von Ihnen alleine gelassen. Danach bitten wir Sie, den Einleitungsraum zu verlassen. Sie können außerhalb des Operationsbereichs warten, bis die Anästhesie zu Ende ist und das Kind in den Aufwachraum gebracht worden ist. Dort dürfen Sie wieder zu Ihrem Kind. Bitte haben Sie Verständnis, dass nur ein Elternteil bzw. Erziehungsberechtigter anwesend sein kann. Verständigen Sie sich bitte vor der Operation, wer das Kind in den Einleitungsraum begleiten soll. Es ist ratsam, dass die gleiche Person am Ende der Operation im Aufwachraum anwesend ist.

Auch bei Kindern ist ein Venenzugang aus Sicherheitsgründen notwendig. Vor der Venenpunktion kann auf die Haut ein schmerzstillendes Pflaster aufgeklebt werden, sodass die Punktion fast nicht zu spüren ist. Alternativ kann die Narkose auch über eine Atemmaske eingeleitet werden. Die Infusionskanüle wird dann in Narkose angelegt.

Verfahren der örtlichen Betäubung sind auch im Kindesalter möglich. Bei bestimmten Eingriffen kann daher zusätzlich zur Narkose eine Nervenblockade zur Schmerzbehandlung durchgeführt werden. Diese bietet sich z.B. bei Penisoperationen, Leisten- und Hodenoperationen (Kaudalanästhesie) an. Die Nervenblockade erfolgt, wenn das Kind bereits in Narkose ist. Es spürt also nichts von der Punktion.

Vorteile dieser zusätzlichen Nervenblockade sind eine geringere Dosierung von Narkosemitteln während der Operation und mehrere Stunden Schmerzfreiheit nach der Operation. Bei größeren kooperativen Kindern kann eine örtliche Betäubung auch ohne zusätzliche Narkose durchgeführt werden.

Während der Operation ist ein speziell ausgebildeter Anästhesist / Anästhesistin durchgehend bei Ihrem Kind, steuert die Narkosetiefe und überwacht die lebensnotwendigen Funktionen.

Im Aufwachraum wird Ihr Kind überwacht, bis die Narkose abgeklungen ist. Falls noch erforderlich, werden Medikamente zur Schmerzbehandlung verabreicht, damit ihr Kind schmerzfrei ist. Eine gelegentliche Nebenwirkung nach Narkose ist Übelkeit. Auch sie kann im Aufwachraum mit wirksamen Medikamenten behandelt werden.

Ansprechpartnerin

Dr. med. Heike Kaltofen
Oberärztin

Fachärztin für Anästhesiologie
Notfallmedizin

E-Mail: heike.kaltofen@uniklinik-freiburg.de