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Klinik für Neurologie und Neurophysiologie

Ultraschalllabor

Einsatz von Ultraschallverfahren in der Neurologischen Uniklinik Freiburg

Ultraschalluntersuchung in der Neurologischen Uniklinik Freiburg

In der Neurologischen Uniklinik in Freiburg bieten wir alle gängigen neurologischen Ultraschalluntersuchungen auf hochmodernen Ultraschallgeräten an. Insgesamt stehen uns 6 Farbduplexgeräte und 5 Doppler-Geräte zur Verfügung. Pro Jahr führen wir damit mehr als 5.000 Untersuchungen durch, vor allem von Blutgefäßen, aber auch von anderen Strukturen des Nervensystems.

Das Ultraschall-Labor der Neurologischen Universitätsklinik Freiburg war federführend in der Entwicklung der neurologischen Ultraschalldiagnostik in Deutschland. 1978 wurde hier erstmals in Deutschland die Duplex-Sonographie der Halsarterien als Untersuchungsmethode angewandt.

Untersuchungen und Diagnose mittels Ultraschallverfahren

Ultraschallwellen (im Bereich von 1-15 Megahertz) werden vom Gewebe des Körpers verschieden stark reflektiert, so dass ein Computer hieraus nahezu in Echtzeit ein Bild in Graustufen errechnen kann (B-Bild-Sonographie). Zudem werden Schallwellen durch fließendes Blut je nach Geschwindigkeit des Blutflusses mit veränderter Frequenz reflektiert (Doppler-Sonographie). Mit der Kombination dieser Methoden (Farbduplex-Sonographie) können Gefäßwandveränderungen und Änderungen des Blutflusses zuverlässig und gefahrlos dargestellt werden.

Farbduplexsonographie der Halsgefäße

Diagnostik von Einengungen (Stenosen) und Verschlüssen der hirnversorgenden Blutgefäße

Gefäßveränderungen sind für jeden dritten Schlaganfall verantwortlich und werden mittels Doppler- und Farbduplexsonographie am Hals und im Schädel selbst mit hoher Treffsicherheit erfasst. Die genaue und frühzeitige Diagnose mittels Ultraschall dient der optimalen Schlaganfallvorsorge und der rechtzeitigen Klärung von Behandlungsmöglichkeiten.

Untersuchung der Hirnarterien durch den Schläfenknochen mittels Farbduplex-Sonographie

Sonographie - Frühmarker der Arteriosklerose

Noch bevor es zu Verengungen der Halsschlagadern kommt, können schon beginnende Gefäßwandverdickungen bei früher Arteriosklerose sonographisch erfasst werden. Dies dient dazu Gefäß-Risikofaktoren besonders gut zu suchen und optimal zu behandeln. Im Idealfall können sich solche frühe Arteriosklerosezeichen dann sogar zurückbilden.

Diagnostik der Reserve von Hirndurchblutung und Mikroembolien mittels Doppler-Sonographie

Das Schlaganfallrisiko ist bei starken Einengungen und Verschlüssen der Halsgefäße (v.a. Arteria carotis) abhängig von der Durchblutungsreserve im Gehirn (CO2-Reserve, Autoregulation). Diese kann durch Einatmen von CO2 mit Luft oder durch Änderungen des Blutdrucks mit der funktionellen Doppler-Sonographie untersucht werden. Dabei wird die Hirndurchblutung an den Schläfen beidseits über kleine Ultraschallsonden (Doppler-Methode) gemessen. Auch das Ablösen von kleinen Ablagerungen aus Stenosen zeigt ein hohes Schlaganfallrisiko an. Diese kleinen Ablagerungen können ebenfalls durch eine länger dauernde Ultraschallableitung erfasst werden (Mikroembolie-Monitoring).

Typischer Befund einer Gefäßwandschwellung (Pfeile) der Schläfenarterie bei Gefäßentzündung im Querschnitt (sog. „Halo“), diagnostiziert mittels Farbsonographie

Darstellung von Gefäßentzündungen (Arteriitis cranialis) mittels Farbsonographie

Durch die Farbsonographie der Arteria temporalis und anderer Blutgefäße kann bei typischen Symptomen bei entsprechender Erfahrung nicht-invasiv die Diagnose gestellt werden. Eine Biopsie ist dann in der Regel nicht mehr nötig. In unserem Labor besteht eine über 10-jährige Erfahrung mit dieser Methode.

Parkinsondiagnostik mittels Ultraschall

Moderne Ultraschallgeräte erlauben auch die Darstellung des Hirngewebes (Parenchym-Sonographie) durch den Schädelknochen hindurch. Eine zunehmend häufige Anwendung ist die Darstellung bestimmter Strukturen im Gehirn bei Patienten mit Parkinsonerkrankungen. Hierdurch können Unterformen der Parkinsonerkrankung differenziert werden.

Eine Vergrößerung und hellere Darstellung der Substantia nigra im Ultraschall tritt sehr häufig bei M. Parkinson auf und kann zur Diagnosestellung mit beitragen

Messung von Hirndruckerhöhungen mittels Parenchym-Ultraschall

Durch die Parenchym-Sonographie können bei Patienten auf der Intensivstation direkt am Krankenbett Veränderungen von Hirnblutungen oder Nervenwasseraufstauungen im Gehirn diagnostiziert werden.

Diagnostik von Nervenerkrankungen – Nervensonographie

Hochauflösende Ultraschallsonden erlauben die Darstellung feiner Strukturen. Hiermit können Nervenauftreibungen und Quetschungen an bestimmten Stellen von Arm und Bein und deren Ursachen dargestellt werden (Nervensonographie).

Weitere Diagnosen mittels Ultraschallverfahren

Mittels Kontrastmitteluntersuchungen und sonographischer Ableitung der Hirngefäße kann auf einfache Weise der Nachweis von Rechts-Links Verbindungen des Vorhofs (Foramen ovale) erbracht werden. Moderne kontrastmittelunterstützte Verfahren erlauben unter anderem auch die Darstellung der Hirndurchblutung beim Schlaganfall.

Labor-Anmeldung für Ärzte und Krankenhäuser

Anmeldung bei der
Neurologischen Ambulanz

Telefon 0761-270 53450
Telefax 0761-270 53380

Händezittern und Muskelstarre: Nicht immer ist Parkinson die Ursache

Artikel im österreichischen Der Standard über eine Studie der Klinik für Neurologie.