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Klinik für Neurologie und Neurophysiologie

Labor für Tremoranalyse

der Neurologischen Uniklinik Freiburg

Das Tremorlabor dient der Diagnostik des menschlichen Tremors (Zittern). Sie beruht auf der klinischen Beschreibung, der Berücksichtigung des klinischen Kontextes und der genauen polygraphischen Erfassung in Ruhe- und Halteposition sowie während einer Zielbewegung und Ableitung unter zusätzlicher Gewichtsbelastung.

Verwendung der im Freiburger Tremor-Labor erarbeiteten Tremoranalyse

Die Ableitung erfolgt unter standardisierten Bedingungen in sitzender Position mit unterstützten Unterarmen und Oberflächenableitung der Muskelpotentiale (Elektromyographie) von den Handstreckern und -beugern sowie einem Beschleunigungssensor (Akzelerometer) auf dem Handrücken.

  • Ruheposition: schlaffes Herabhängen der Hand
  • Halteposition: gestreckte Hand mit und ohne Gewichtsbelastung

Es erfolgt eine digitale Aufzeichnung über je 30 Sekunden und anschließende Datenverarbeitung bezüglich Frequenz, Amplitude und Auswirkung der Gewichtsbelastung.

Diagnostische Möglichkeiten mittels Tremoranalyse

Die Routinediagnostik ermöglicht während einer ca. 20 minütigen Datenaufnahme und -verarbeitung die Abgrenzung eines physiologischen (peripheren) Tremors von einem zentralen Tremor. Die Hauptformen des zentralen Tremors sind der Ruhe- und Haltetremor des Morbus Parkinson sowie der Halte- und ggf. Ruhe- und Zielbewegungstremor (Intentionstremor) des Essentiellen Tremors.

Der orthostatische Tremor zeichnet sich durch seine hohe Frequenz zwischen 12 und 18 Hz und eine hohe Rechts-Links-Kohärenz aus. Besondere Tremorformen wie der symptomatische Holmes-Tremor mit langsamem Ruhe-, Halte- und Intentionstremor, der relativ langsame zerebelläre Tremor in Abgrenzung zur zerebellären Ataxie, der verstärkt-physiologische Tremor in Abgrenzung zum Essentiellen Tremor, der Tremor bei Neuropathie und sympathischer Reflexdystrophie (CRPS) und andere seltene Tremorformen lassen sich polygraphisch gut charakterisieren. Der sehr langsame Gaumensegeltremor lässt sich von der Mundbodenmuskulatur ableiten und im Falle eines Ohrklicks mit dem akustischen Signal korrelieren.

Aufzeichnung der Beschleunigung (Akzelerometer) und der Muskelpotentiale von Beuge- und Streckmuskulatur des Handgelenks

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