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Institut für Rechtsmedizin

Laufende Forschungsprojekte des Arbeitsbereichs Forensische Medizin

Alkoholkonsummarker sind Stoffwechselprodukte des Alkohols, die stattgehabten Alkoholkonsum anzeigen. Zu diesen gehören Ethylglukuronid und Ethylsulfat, die eine hohe Spezifität im Alkoholnachweis aufweisen. Routinemäßig wird die Bestimmung von Ethylglukuronid und Ethylsulfat in Körperflüssigkeiten eingesetzt, um – vor allem vor dem Hintergrund von Fragen zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis oder im Rahmen von psychiatrischen Entwöhnungsbehandlungen – eine kurz (bis wenige Tage) zurückliegende Aufnahme von Trinkalkohol nachzuweisen. Das Nachweisfenster wird auf wenige bis mehrere Monate erweitert, wenn Haare für die Analyse eingesetzt werden.

Auch postmortal fanden die beiden Marker bereits Verwendung; da die Substanzen zu Lebzeiten in Leberzellen gebildet werden, zeigt das Vorhandensein der Marker in Körpergeweben einen Alkoholkonsum in zeitlicher Nähe zum Todeszeitpunkt an. Dies kann zur Abgrenzung von postmortal gebildeten Fäulnisalkoholen dienen. Die Stabilität von Ethylglukuronid und Ethylsulfat wurde – auch unter Extrembedingungen – in-vitro getestet. Schwerpunkt unserer Untersuchungen sind die Sensitivität und Spezifität der Marker.

Dorothee Geisenberger, Markus Große Perdekamp, Rebecca Pircher und Stefan Pollak

Die Ballistik umfasst die Teilgebiete der Innenballistik, Außenballistik und Endballistik. Die Innenballistik beschreibt die Vorgänge innerhalb einer Waffe, die Außenballistik befasst sich mit der freien Flugbahn eines Geschosses und die Endballistik untersucht die Geschoss-wirkung im Zielmedium; wenn es sich bei dem Zielmedium um den menschlichen Körper handelt, wird von Wundballistik gesprochen.
Am Freiburger Institut für Rechtsmedizin wird das Gebiet der Wundballistik seit 2005 von einer Arbeitsgruppe beforscht. Neben einer wissenschaftlichen Aufarbeitung von mitteilungswürdigen Schusstodesfällen wurde und wird experimentell mit Verbundmodellen (aus Simulanzien) gearbeitet. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern* konnten wesentliche Bei-träge zum biomechanischen Verständnis von Schussverletzungen geleistet werden. 2016 wurde diese kontinuierliche Forschungstätigkeit durch die Vergabe des Konrad-Händel-Stiftungspreises honoriert.
Aktuelle Projekte befassen sich mit Besonderheiten von Verletzungen, die durch Bolzenschussgeräte oder Armbrüste hervorgerufen werden.

*Kooperationspartner:

  • Abteilung Forensische Physik und Ballistik am Berner Institut für Rechtsmedizin
  • Bundesamt für Rüstung (armasuisse) der Schweiz
  • Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik/Ernst-Mach-Institut in Kandern,
  • Institut für Klinische Pathologie am Universitätsklinikum Freiburg
  • Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Universitätsklinikum Freiburg
  • Klinik für Diagnostische Radiologie am St. Josefskrankenhaus Freiburg
  • Klinik für Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg
  • Kriminaltechnisches Institut des Landeskriminalamts Baden-Württemberg

 

 

Forensische Medizin:

Telefon: 0761 203-6853

Forensische Molekularbiologie:

Telefon: 0761 203-6866

Forensische Toxikologie:

Telefon: 0761 203-6867