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Intersektorale telemedizinische Diagnostik und Therapieplanung in der ambulanten Versorgung chronischer Schmerzen

 

Chronische Schmerzen verursachen eine ausgeprägte Einschränkung der Lebensqualität sowie der sozialen Teilhabe der Betroffenen und sind als eigenständige Erkrankung anzusehen. Für viele Patient*innen sind die hausärztlichen Praxen die erste Anlaufstelle. Die Diagnostik und Behandlung der chronischen Schmerzerkrankung erfordert jedoch häufig ein interprofessionelles Vorgehen unter Berücksichtigung aller biopsychosozialen Belastungsfaktoren. Das Vorgängerprojekt telaskoop 1.0 (telemedizin.allgemeinmedizin.schmerztherapie.in Kooperation) zeigte, dass trilaterale Schmerzvideosprechstunden in der hausärztlichen Praxis gemeinsam mit Patient*innen und per Video zugeschalteten ärztlichen Schmerzspezialist*innen technisch machbar sind. Im Folgeprojekt telaskoop 2.0 wurde das Konzept einer ambulanten, interdisziplinären und online-basierten Schmerzdiagnostik (sog. Schmerzassessment) entwickelt. Im aktuellen Projekt telaskoop 3.0 erfolgt nun die Implementierungsphase und Prozessevaluation. 

telaskoop 3.0 bindet zusätzlich zu hausärztlichen Praxen auch ortsansässige Physio- und Psychotherapeut*innen ein: 

  • Vernetzung aller ambulanten Therapeut*innen durch Aufbau einer digitalen Plattform zum Austausch von Anmeldeunterlagen, Befundübermittlung und gemeinsame, digitale Teambesprechungen.

  • Standardisierte Abläufe mit digitaler Anmeldung, trilateralen Videosprechstunden zu Beginn und am Ende zur Therapieplanung. Diagnostische Einzeltermine vor Ort oder digital bei Physio- und Psychotherapie sowie Sozialberatung und gemeinsame Online-Therapieplanungsbesprechung.

Ziel ist es, eine zeitnahe, örtlich ungebundene, interprofessionelle Diagnostik chronischer Schmerzen zu ermöglichen und eine bedarfsgerechte Therapie gemeinsam mit den betroffenen Patient*innen und den beteiligten Therapeut*innen zu planen. Gemeinsam mit 5 hausärztlichen Praxen in Südbaden wird diese neue Versorgungsform im Rahmen des telaskoop 3.0 Projektes nun in den Praxen implementiert und evaluiert.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration des Landes Baden-Württemberg hat die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität mit dem Projekt beauftragt und die Finanzierung übernommen.

Vorbereitungs- und Planungsphase (telaskoop 2.0) 01.05.2025 – 30.04.2026

Implementierung und Prozessevaluation (telaskoop 3.0) 01.06.2026 – 31.05.2026

telaskoop kann folgende Benefits bieten:

  • Schulungsmaterialien stehen online jederzeit zur Verfügung

  • Niederschwellige Kommunikation zwischen allen Therapeut*innen

  • Digitale Plattform zum sicheren, schnellen Austausch von Befunden und Anmeldeunterlagen

  • Zeitnahe und ortsunabhängige, interprofessionelle Schmerzdiagnostik

  • Kompetenzgewinn durch Erfahrungsaustausch

  • Angemessene Aufwandsentschädigung für die teilnehmenden Praxen

Projektkoordination: 

Dr. Lisa Steinmetz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Interdisziplinären Schmerzzentrum, Universitätsklinikum Freiburg

Dr. med. Vera Fleig, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg

 

Projektleitung

Frau Dr. med. Kristin Kieselbach

Ärztliche Leiterin Interdisziplinäres Schmerzzentrum, Universitätsklinikum Freiburg

Fachärztin Neurochirurgie, Spezielle Intensivtherapie & Spezielle Schmerztherapie

kristin.kieselbach@uniklinik-freiburg.de

Prof. Dr. Andy Maun

Direktor Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Freiburg

Facharzt für Allgemeinmedizin, Ph.D. in Medical Science

andy.maun@uniklinik-freiburg.de