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Interdisziplinäres Schmerzzentrum

Was ist Schmerz?

Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit akuter oder potentieller Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.

Definition der "International Association for the Study of Pain"

Schmerz ist eine unangenehme Erfahrung. Er ist jedoch lebensnotwendig, wenn er vor Krankheiten, Unfallfolgen, Abnutzungsreaktionen, drohenden Gesundheitsgefahren warnt. Der Schmerz kann sich aber auch zu einer eigenständigen Krankheit entwickeln, die nichts mehr mit der ursprünglichen Ursache gemeinsam hat. Dann peinigt der Schmerz unseren Körper und unsere Seele gleichermaßen und übt keine Signalfunktion mehr aus.

In Deutschland leiden etwa 800.000 - 900.000 Menschen an einer chronischen Schmerzkrankheit. Die Fortschritte der Schmerzforschung haben in den letzten Jahren zu einer Entwicklung von modernen Konzepten in Diagnose und Therapie geführt. Diese Konzepte werden in unserem Interdisziplinären Schmerzzentrum umgesetzt.

Der Akutschmerz

Durch den Schmerz werden wir auf unseren Körper aufmerksam gemacht. Er weist uns - und den Arzt - auf das Organ hin, das beschädigt ist oder beschädigt zu werden droht. Sobald jedoch die Schmerzursache beseitigt wird, verschwindet der Schmerz so rasch wie er gekommen ist. Das ist der Akutschmerz.

Der chronische Schmerz

Bei einem kleinen Teil der Schmerzpatienten bildet sich der Schmerz jedoch nicht zurück, obwohl die Schmerzursache längst nicht mehr vorhanden ist. Wenn der Schmerz fortbesteht und sich zu einem Dauerschmerz entwickelt spricht man von chronischen Schmerzen.

Chronische Schmerzen können alle Lebensbereiche beeinträchtigen: die Stimmung, den Schlaf, Freizeitaktivitäten und die Arbeitsfähigkeit.

Akuter Schmerz © drubig-photo - Fotolia.com

Der Akutschmerz:

  • hat eine Signal- und Warnfunktion und somit eine biologische Bedeutung
  • ist Zeichen einer Krankheit oder Funktionsstörung
  • hat fast immer eine gut faßbare Ursache

Der akute Schmerz ändert seine Lokalisation / seinen Ort, nicht, er weitet sich nicht auf andere Organe oder Regionen aus.

Dieser Schmerz verschwindet, wenn die Ursache endgültig beseitigt werden kann, fast spurlos.

Weltweit stellen Schlaganfälle laut WHO die häufigste Ursache für eine schwerwiegende Behinderung und die zweithäufigste Todesursache im Erwachsenenalter dar. In Deutschland erleiden jährlich ca. 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Bei ischämischen Schlaganfällen (d.h. durch einen Gefäßverschluss verursacht, ca. 80%) bestehen in den ersten Stunden sehr gute Heilungschancen, deren Erfolg jedoch mit zunehmender Zeit

Weltweit stellen Schlaganfälle laut WHO die häufigste Ursache für eine schwerwiegende Behinderung und die zweithäufigste Todesursache im Erwachsenenalter dar. In Deutschland erleiden jährlich ca. 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Bei ischämischen Schlaganfällen (d.h. durch einen Gefäßverschluss verursacht, ca. 80%) bestehen in den ersten Stunden sehr gute Heilungschancen, deren Erfolg jedoch mit zunehmender Zeit bis zur Intervention stark abnimmt („time is brain“). Therapie der Wahl innerhalb eines Zeitfensters von 4,5h nach Symptombeginn ist die intravenöse Gabe eines Thrombolytikums (systemische Thrombolyse), welches den Thrombus auflösen und damit das Blutgefäß wieder rekanalisieren soll, sowie die Behandlung auf einer Stroke Unit zur frühzeitigen Erkennung und Therapie von Komplikationen, früher Rehabilitation und Sekundärprophylaxe. Bei großen Thromben, die zu Verschlüssen der großen hirnversorgenden Blutgefäße führen (sog. Large Vessel Occlusion (LVO), bis zu 20-30% der Ischämien), kann das Thrombolytikum nur in 10-20% der Fälle eine Rekanalisierung erreichen. Bei bleibendem Verschluss resultiert meist ein sehr großer Schlaganfall mit schwerer und dauerhafter funktioneller Beeinträchtigung.

Seit dem Jahr 2015 stehen bei Vorliegen eines LVO die mechanische Thrombektomie (MT) in Kombination mit der Thrombolyse als hocheffektive Therapie zur Verfügung. Der Therapieerfolg dieser Methode ist ebenfalls stark zeitabhängig, was weiterhin zu einem hohen Zeitdruck in der Notfallversorgung der Schlaganfallpatient*innen führt. Da die MT nur an großen neurovaskulären Zentren möglich ist, müssen je nach Notfallort für eine Behandlung daher weite Strecken zurückgelegt werden, was zu einer deutlichen zeitlichen Verzögerung der MT führt

Die frühe, präklinische Erkennung der Patient*innen mit LVO und direkte Zuweisung zu einem neurovaskulären Zentrum mit MT-Möglichkeit stellt eine Möglichkeit der Lösung dieses Problems dar. Dafür wurden in letzten 3-4 Jahren verschiedene klinische Scores für Notärzt*innen und Rettungsdienst entwickelt. Diese wurden allerdings bislang noch nicht systematisch hinsichtlich ihres klinischen Nutzens untersucht. Zur Anwendung von LVO-Scores durch Laien im Falle der konkreten Notfallsituation gibt es bisher ebenfalls keine publizierten Erfahrungen. . In den bislang überwiegend praktizierten Versorgungskonzepten, dem Drip and Ship- bzw. Mothership-Konzept, entstehen Zeitverluste durch die Sekundär-Verlegung von der erstversorgenden Klinik ins Zentrum bzw. durch die sequenzielle Alarmierung von Rettungsmitteln.

bis zur Intervention stark abnimmt („time is brain“). Therapie der Wahl innerhalb eines Zeitfensters von 4,5h nach Symptombeginn ist die intravenöse Gabe eines Thrombolytikums (systemische Thrombolyse), welches den Thrombus auflösen und damit das Blutgefäß wieder rekanalisieren soll, sowie die Behandlung auf einer Stroke Unit zur frühzeitigen Erkennung und Therapie von Komplikationen, früher Rehabilitation und Sekundärprophylaxe. Bei großen Thromben, die zu Verschlüssen der großen hirnversorgenden Blutgefäße führen (sog. Large Vessel Occlusion (LVO), bis zu 20-30% der Ischämien), kann das Thrombolytikum nur in 10-20% der Fälle eine Rekanalisierung erreichen. Bei bleibendem Verschluss resultiert meist ein sehr großer Schlaganfall mit schwerer und dauerhafter funktioneller Beeinträchtigung.

Seit dem Jahr 2015 stehen bei Vorliegen eines LVO die mechanische Thrombektomie (MT) in Kombination mit der Thrombolyse als hocheffektive Therapie zur Verfügung. Der Therapieerfolg dieser Methode ist ebenfalls stark zeitabhängig, was weiterhin zu einem hohen Zeitdruck in der Notfallversorgung der Schlaganfallpatient*innen führt. Da die MT nur an großen neurovaskulären Zentren möglich ist, müssen je nach Notfallort für eine Behandlung daher weite Strecken zurückgelegt werden, was zu einer deutlichen zeitlichen Verzögerung der MT führt

Die frühe, präklinische Erkennung der Patient*innen mit LVO und direkte Zuweisung zu einem neurovaskulären Zentrum mit MT-Möglichkeit stellt eine Möglichkeit der Lösung dieses Problems dar. Dafür wurden in letzten 3-4 Jahren verschiedene klinische Scores für Notärzt*innen und Rettungsdienst entwickelt. Diese wurden allerdings bislang noch nicht systematisch hinsichtlich ihres klinischen Nutzens untersucht. Zur Anwendung von LVO-Scores durch Laien im Falle der konkreten Notfallsituation gibt es bisher ebenfalls keine publizierten Erfahrungen. . In den bislang überwiegend praktizierten Versorgungskonzepten, dem Drip and Ship- bzw. Mothership-Konzept, entstehen Zeitverluste durch die Sekundär-Verlegung von der erstversorgenden Klinik ins Zentrum bzw. durch die sequenzielle Alarmierung von Rettungsmitteln.

Chronischer Schmerz © drubig-photo - Fotolia.com

Chronische Schmerzen können zu Folgeproblemen führen mit Beeinträchtigung der psychischen und sozialen Funktionen. In diesem Fall spricht man von der chronischen Schmerzkrankheit.

Die chronische Schmerzkrankheit:

  • ist eine eigenständige Erkrankung
  • ist abgekoppelt von der eigentlichen Ursache des Schmerzes
  • hat gleichzeitig körperliche, psychische und soziale Komponenten
  • führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung in Erleben und Verhalten
  • kann meistens nur gemeinsam mit Vertretern verschiedener Fachdisziplinen, auch unter Einbeziehung der Psychiatrie und der Psychologie, behandelt werden

 

Interdisziplinäres Schmerzzentrum

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schmerz@uniklinik-freiburg.de

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