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Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik – EpilepsiezentrumKlinik für Neurochirurgie

Stimulationsverfahren

Wenn operative Verfahren nicht in Frage kommen, können auch neue Behandlungsmethoden durch Hirnstimulationsverfahren eingesetzt werden. So kann beispielsweise die Anwendung eines Vagus-Nerv-Stimulators in einigen Fällen die Häufigkeit und Intensität epileptischer Anfälle verringern.

Wie funktioniert ein Vagus-Nerv-Stimulator?

Der Vagus-Nerv-Stimulator wird unter die Haut im oberen Brustbereich links eingesetzt und durch eine Elektrode mit dem Vagusnerv am Hals verbunden. Die Implantation erfolgt in Vollnarkose und dauert ca. 1 bis 1,5 Stunden. Im Anschluss an die Operation ist ein längerer Krankenhausaufenthalt für gewöhnlich nicht notwendig.  Als puls-gebendes und batteriebetriebenes Gerät hat der VNS gewisse Ähnlichkeiten mit einem Herzschrittmacher. Nach etwa 5-7 Jahren sollten die Batterien ausgetauscht werden.  In regelmäßigen Abständen von 5 Minuten gibt der VNS elektrische Reize ab, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Je nach Verträglichkeit und Wirkung auf die Häufigkeit der epileptischen Anfälle kann die Stärke der Stimulation in Monatsabständen individuell angepasst werden.   Sie können den Stimulator außerdem auch selbst beeinflussen. Dafür erhalten Sie einen Magneten, mit dem Sie eine zusätzliche und intensivere Stimulation auslösen können. So können Sie beispielsweise, wenn Sie eine Aura wahrnehmen, die Ausbreitung epileptischer Aktivität vermindern. Oder Angehörige lösen eine Stimulation aus, wenn Sie frühe Anzeichen eines Anfalls bei Ihnen bemerken.

Welchen Einfluss nimmt die Stimulation auf meine epileptischen Anfälle?

Die Wirksamkeit der Vagus-Nerv-Stimulation ist wissenschaftlich nachgewiesen. Es soll jedoch betont werden, dass in den meisten Fällen keine Anfallsfreiheit erreicht werden kann, sondern stattdessen eine Reduzierung der Häufigkeit bzw. der Schwere von epileptischen Anfällen erzielt wird. Allerdings profitieren nicht alle Patienten von dieser Behandlung. Bei bis zu 50% der Patienten kann durch den VNS ein Erfolg erzielt werden. Dieser positive Behandlungseffekt hält in der Regel über mehrere Jahre.   

Weitere positive Aspekte der Vagus-Nerv-Stimulation:  

  • die Wachheit wird günstig beeinflusst

  • die Stimmungslage wird häufig verbessert

  • seit einigen Jahren wird die VNS auch primär zur Behandlung von Depressionen eingesetzt

  • viele Patienten geben bereits frühzeitig eine verbesserte Lebensqualität an  

Hinsichtlich der Nebenwirkungen berichten über die Hälfte der behandelten Patienten von Heiserkeit während der Stimulation. In der Regel wird diese jedoch nicht als störend empfunden. Sofern erforderlich kann der Stimulator vorübergehend inaktiviert werden. Weitere Nebenwirkungen können Schmerzen im Kehlkopfbereich und Schluckstörungen sein. Insgesamt ist die Verträglichkeit gut. Kaum ein Patient wünscht die Beendigung der Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen. In Kombination mit Medikamenten kommt es nicht zu einer Zunahme von Nebenwirkungen.  

Kommt die Vagus-Nerv-Stimulation für mich in Frage?

Wenn sich Ihre Epilepsie durch medikamentöse Behandlung nicht kontrollieren lässt und ein epilepsiechirurgischer Eingriff nicht in Betracht kommt, stellt die Vagus-Nerv-Stimulation eine mögliche Behandlungsalternative für Sie dar. Im Einzelnen muss dies mit Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden. Ausschlussgründe können allerdings Herzerkrankungen, Schluckstörungen, Lungenerkrankungen oder ein behandlungsbedürftiges Magengeschwür sein.

 

Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik

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