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Klinik für Thoraxchirurgie

Rippenfellerkrankungen

Thoraxchirurgie

Die beiden Lungenflügel werden von einer dünnen Schleimhaut, der Pleura visceralis (Lungenfell) überzogen. Beim Gesunden liegt sie, nur durch einen dünnen Flüssigkeitsfilm (den Pleuraspalt) getrennt, der Pleura parietalis (Rippfell) an. Diese Schleimhaut wiederum kleidet von innen her den Brustkorb aus.

Der dünne Flüssigkeitsfilm sorgte durch die physikalische Kraft der Adhäsion dafür, dass die Lunge der inneren Brustwand zwar unmittelbar anhaftet, beim Ein- und Ausatmen aber gegen diese verschieblich bleibt.

Der Begriff Rippenfellentzündung bezeichnet zwar eine entzündliche Veränderung der Pleura parietalis, es sind aber in der Regel beide Blätter, d. h. das Lungen- wie das Rippenfell betroffen sind. Eine Pleuritis tritt selten als eigenständige Erkrankung auf, sondern ist meist Folge eines übergeordneten Krankheitsgeschehens: am häufigsten als Begleitreaktion bei einer Lungenentzündung, aber auch bei Lungentuberkulose oder Lungeninfarkts (Lungenembolie). Gelegentlich können auch Erkrankungen der Leber, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, ein Herzinfarkt oder auch Erkrankungen des rheumatologischen Formenkreises zu einer Pleuritis führen.

Abb. 1: Röntgenbild mit einem Pleuraerguss links (Pfeil). Die normale Lungenausdehnung wird durch die grüne Linie dargestellt.

Symptome

Das Rippfell (Pleura parietalis) ist sehr schmerzempfindlich und eine Entzündung in diesem Bereich führt häufig zu starken atemabhängigen Schmerzen im Bereich des Brustkorbs. Oftmals sind diese so ausgeprägt, dass es der Patient vermeidet, tief durchzuatmen und eine Körperhaltung annimmt, in der die betroffene Seite entlastet wird. Oft, aber keineswegs immer, kommt es im Rahmen eines solchen Entzündungsgeschehens zu einer Vermehrung der durch die Schleimhäute gebildeten Flüssigkeit und somit zu einem entzündlichen Pleuraerguss. Dieser kann je nach Ergussmenge zu einem Druckgefühl und zur Atemnot führen. Probleme beim Atmen zeigen sich zunächst bei körperlicher Anstrengung, bei großen Ergussmengen, aber auch in Ruhe.

Eine Pleuritis im Rahmen einer Lungenentzündung geht auch mit einem erheblichen allgemeinen Krankheitsgefühl einher. Nicht selten bestehen Fieber, Husten, Auswurf, allgemeine Abgeschlagenheit und Schwäche.

Diagnose

Aufgrund der vielen möglichen Ursachen steht hier die Erkennung der Grunderkrankung im Vordergrund. Blutuntersuchungen und eine Röntgen-Thorax-Aufnahme bilden die Basis. Oft ist auch eine Ultraschall-Untersuchung des Brustkorbs insbesondere zur Diagnose eines Pleuraergusses hilfreich. Sollte ein solcher vorhanden sein, sollte dieser immer mittels einer feinen Nadel punktiert werden, um anhand der gewonnenen Probe genaue Angaben zu dessen Ursache machen zu können. Oft bringt eine CT-Thorax-Untersuchung (ein Schicht-Röntgen des Brustkorbs) wichtige Informationen bezüglich Art und Ausmaß der Erkrankung. In manchen Fällen lässt sich eine Diagnose letztlich nur durch Gewinnung einer aussagekräftigen Gewebeprobe im Rahmen eines kleinen thorakoskopischen Eingriffs (siehe Schlüsselloch-Chirurgie) stellen.

Therapie

An erster Stelle steht die Behandlung des Grundleidens. Darüber hinaus helfen eine konsequente Schmerz- und Atemtherapie oft, die Beschwerden deutlich zu lindern und eine weitere Schädigung der Lunge zu verhindern.

Rippenfelltumoren

Primäre Rippenfelltumoren (also ursprünglich vom Rippfell ausgehende Geschwulste) sind insgesamt relativ selten, wobei man grundsätzlich auch hier zwischen benignen (gutartigen) und malignen (bösartigen) Tumoren unterscheidet. Letztere sind in der Gruppe der Pleuramesotheliome zusammengefasst.

Benigne Pleuratumore wie Pleurafibrome, Lipome der Pleura oder Pleurazysten sind insgesamt selten und bereiten meist keinerlei Beschwerden, können aber als „Zufallsbefunde“ in der Bildgebung zu erheblichen differenzialdiagnostischen Schwierigkeiten führen. Letztlich empfiehlt sich in den meisten Fällen eine operative Entfernung um einen bösartigen Prozess sicher auszuschließen. Außerdem können auch gutartige Tumoren mitunter eine erhebliche Größe erreichen und in Einzelfällen durch Druck auf angrenzende Nervenbahnen zu Schmerzen führen oder die Funktion der Nachbarorgane wie Lunge und Herz deutlich beeinträchtigen. Mögliche Symptome wären z. B. Atemnot bei Verdrängung der Lunge oder Rhythmusstörungen bei Druck auf den Herzbeutel. Unter den sekundären Rippenfelltumoren sind die bereits o. g. Metastasen im Bereich des Rippfells zusammengefasst, also Absiedelungen von bösartigen Prozessen, deren Ursprung in anderen Organen liegen.

Pleuraerguss

Zu der Diagnose Pleuraerguss haben wir für Sie eine separate Internetseite erstellt.

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