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Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Lebertumore

Durch Fortschritte der bildgebenden Verfahren in den letzten Jahrzehnten und durch die generelle Verfügbarkeit der Sonographie werden Leberrundherde zunehmend häufig entdeckt. Aufgrund ihres biologischen Verhaltens werden sie in gutartige Tumore und bösartige Tumore eingeteilt.

Hier finden Sie Informtionen zu einigen Tumorarten:

Gutartige Lebertumore

Hämangiome
Leberzelladenom
Fokal noduläre Hyperplasie
Zysten

Bösartige Lebertumore

Lebermetastasen
Hepatozelluläres Karzinom (HCC)
Cholangio-Karzinom (CCC)

Gutartige Lebertumore

Gutartige Tumore bedürfen in der Regel keiner operativen Behandlung. Allerdings können gutartige Lebertumore, wie z. B. Zysten oder auch sogenannte follikulär noduläre Hyperplasien (FNH) stark an Größe zunehmen und so bei den betroffenen Patienten abdominelle Schmerzen oder Völlegefühl verursachen. Selten ist dies auch bei Blutschwämmen, sogenannten Hämangiomen der Fall. Unter besonderen Umständen besteht also auch bei prinzipiell gutartigen Lebertumoren die Indikation zur operativen Entfernung.

Etwas anders verhält es sich mit so genannten Leberadenomen. Diese haben mit ansteigendem  Alter ein, wenn auch geringes Risiko, für eine Entartung, d.h. sie können bösartig werden. Manche Arten von Adenomen sind zusätzlich Ursprung für spontan auftretende Blutungen.

Gutartige Leberzysten, das sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in der Leber, die nicht durch eine Fuchsbandwurm oder Bandwurmerkrankung hervorgerufen sind, können heutzutage minimalinvasiv, d.h. mittels Schlüssellochtechnik operiert werden, wenn bei dem entsprechenden Patienten bedingt durch die Größe der Zyste entsprechende Beschwerden vorliegen.

Hämangiom

Das Hämangiom wird im Volksmund auch Blutschwämmchen genannt. Es ist der häufigste gutartige Tumor der Leber mit einer absoluten Häufigkeit von 0,5-7% in der Normalbevölkerung. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Das Wachstum des Hämangioms ist in der Regel hormonabhängig.

Leberzelladenom

Das Leberzelladenom (LZA) ist ein seltener gutartiger Lebertumor, der vorwiegend bei Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren auftritt. In den meisten Fällen geht der Entwicklung eines LZA eine Hormontherapie (u.a. die „Pille“) voraus.

Fokal-noduläre Hyperplasie

Die fokal-noduläre Hyperplasie (FNH) tritt ebenfalls vorwiegend bei Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren auf. Es ist ein seltener gutartiger, bindegewebiger, knotiger Tumor der Leber.

Zystische Leberläsionen

Zysten sind gutartige flüssigkeitsgefüllte Hohlräume der Leber, die solitär oder multipel auftreten können. Die Häufigkeit in der Normalbevölkerung beträgt 1-20%. Unter Umständen liegt auch ein vererbliches Krankheitsbild vor, die einen fast kompletten Umbau der Leber zu Zysten verursacht. Auch hier kann in ausgewählten Fällen eine chirurgische Therapie Linderung der Symptome bewirken.

Infektiöse Leberläsionen

Innerhalb der Leber können sich sog. Abszesse (Eiterhöhlen) bilden. Diese Erkrankung ist meist mit Fieber und anderen akut auftretenden Symptomen vergesellschaftet. In der Regel werden diese Abszesse mittels einer durch die Haut eingelegten Draiange und mit Medikamenten ohne Operation behandelt. Wichtig ist die Erforschung der Ursache einer solchen Eiterhöhle. Hier kommen u.a. Infektionen des Darmes in Frage.

Echinokokkuszysten

Eine weitere Infektiöse Erkrankung der Leber sind sogenannte Echinokokkuszysten.  Diese treten viele Jahr nach einer Infektion mit einem Hunde- oder Fuchsbandwurm auf. Obwohl diese Erkrankung sehr selten ist, kann sie zu Problemen führen und muss unbedingt behandelt werden. Die Behandlung besteht aus einer medikamentösen Therapie und der anschließenden chirurgischen Entfernung der infektiösen Zysten.

Die Behandlung sollte aufgrund der Seltenheit immer von Spezialisten eines großen Zentrums in enger Zusammenarbeit mit Kollegen der Infektiologie und Chirurgie erfolgen. 

Weitere gutartige Leberrundherde

Hämangioendotheliome, Gallengangsadenome, entzündliche Pseudotumore, Lipome, Angiolipome Myelolipome und Angiomyolipome sind bei unklarem Leberrundherd in die Differenzialdiagnose mit einzubeziehen. Die zunehmende Häufigkeit von Übergewicht, Fettstoffwechselstörung und Diabetes mellitus sowie die hiermit häufig assoziierte Leberzellverfettung haben dazu geführt, dass die fokalen Verfettungsstörungen der Leber zu den führenden Pseudotumoren der Leber in der Bildgebung geworden sind. Sie können sowohl als fokale Minderverfettung als auch als Mehrverfettung auftreten.

Klinik

Die gutartigen Leberrundherde machen meistens keine Beschwerden und werden häufig als Zufallsdiagnose bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchraums entdeckt. Bei großen oder mehreren Läsionen können Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Brechreiz auftreten.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass eine sorgfältige Diagnostik durchgeführt wird. Durch die immer besser werdende Ultraschalluntersuchung z.B. beim Hausarzt werden zwar immer mehr Herde in der Leber diagnostiziert, dies heißt aber nicht, dass es sich öfters um krankhafte Befunde handelt, die einer Therapie bedürfen.

Therapie

Leberzelladenome, Hämangiome und fokal noduläre Hyperplasien zeigen ein hormonabhängiges Wachstum, so dass bei diesen Tumoren bis zur letztendlichen Klärung keine Hormontherapie durchgeführt werden sollte. Die Gefahr der Ruptur der Tumore selbst für große oder kapselnahe Läsionen wird aber als gering eingestuft, so dass in der Regel keine therapeutischen Maßnahmen eingeleitet werden müssen. Eine Überwachung der Raumforderungen mittels Sonographie wird empfohlen.

Bösartige Lebertumore

Bösartige Lebertumore werden an unserer Klinik immer interdisziplinär, d.h. in Kooperation mit dem Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer CCCF behandelt.

Informationen zu Lebermetastasen finden Sie hier.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Sven A. Lang
Leitender Oberarzt
sven.lang@uniklinik-freiburg.de

 

Spezialsprechstunde für Lebererkrankungen

Montag 11 bis 16 Uhr
Ambulanzräume in Hauptgeschoss der Chirurgischen Klinik

Anmeldung:
Frau L. Dufner
Telefon 0761 270-24440
Telefax 0761 270-28040
laura.dufner@uniklinik-freiburg.de