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Klinik für Thoraxchirurgie

Endoskopische Lungenvolumenreduktion

Thoraxchirurgie

Wir führen die endoskopische Lungenvolumenreduktion seit einiger Zeit als Alternative zu den chirurgischen Verfahren durch und wählen jeweils für den einzelnen Patienten die beste Option. Darüber hinaus können Patienten, die für eine Volumenreduktion nicht in Frage kommen evtl. in unserem Zentrum einer Lungentransplantation unterzogen werden.

Anwendungsgebiete: In welchen Fällen wird eine endoskopische Lungenvolumenreduktion durchgeführt?

Das Lungenemphysem beruht auf einer Zerstörung der Lungenbläschen und endet in einer Lungenüberblähung, die die Belastbarkeit und die Lebensqualität der Patienten stark einschränkt. Bei Patienten, bei denen eine chirurgische Lungenvolumenreduktion nicht in Frage kommt, lässt sich in bestimmten Fällen ein Lungenemphysem auch über einen bronchoskopischen Eingriff behandeln.

Ablauf: Welche Operationen bietet das Uniklinikum und wie laufen sie ab?

Um Patienten mit schwerer bis sehr schwerer COPD bzw. Lungenemphysem eine Operation mit möglichen Komplikationen zu ersparen, wurden in den vergangenen Jahren Methoden entwickelt, die im Rahmen einer flexiblen Bronchoskopie Anwendung finden. Aktuell stehen zwei  Verfahren auch außerhalb von klinischen Studien zur Verfügung: Die sog. endobronchialen Ventile und die sog. Coils. Allerdings unterscheidet sich der Einsatzbereich der beiden Möglichkeiten. Die kleinen Einweg-Ventile, die über einen Katheter in die Atemwege eingebracht werden erlauben zwar das Ausströmen von Luft aus dem erkrankten überblähten Lungenabschnitt, nicht aber das Einströmen von Luft in diesen Bereich. Dadurch entleert sich der behandelte Lungenlappen und schrumpft, so dass sich die gesünderen Lungenabschnitte wieder besser ausdehnen können. Von besonderer Bedeutung für den Erfolg der Methode ist das Fehlen einer sogenannten Kollateralventilation. Durch eventuell vorhandene Kurzschlussverbindungen zwischen den einzelnen Lungenlappen kann die gewünschte Entlüftung der blockierten Abschnitte und damit die Lungenverkleinerung verhindert werden. Es empfiehlt sich deshalb, vor einer geplanten Ventilimplantation diese Kollateralventilation zu messen bzw. auszuschließen. Dies ist im Rahmen einer einfachen Lungenspiegelung mittels eines speziellen Messgerätes problemlos möglich. Alternativ können kleine Spiralen aus Nitinol,  so genannte Coils in das Lungengewebe eingebracht werden, was durch eine Raffung des Lungengewebes ebenfalls zu einer Schrumpfung der behandelten Lungenabschnitte führt. Hierbei ist das Vorhandensein einer Kollateralventilation ohne Bedeutung.

Folgen: Welche Folgen hat der Einsatz von Ventilen oder Coils?

Inzwischen zeigen mehrere Studie für eine Untergruppe von Patienten gute Resultate im Hinblick auf die Lungenfunktion (Einsekundenkapazität), Gehstrecke und Lebensqualität. Schwerwiegende Komplikationen sind zum Glück sehr selten. Beim Einsatz von Ventilen kann es in bis zu 20% der Patienten zu einem Pneumothorax kommen, einem Riss in der Lunge, durch den Luft in den die Lunge umgebenden Rippenfellspalt austreten kann. Ein solcher Riss heilt normalerweise nach Behandlung mit einer Brustkorb-Drainage folgenlos von selbst ab. Nur sehr selten ist eine Entfernung der Ventile oder gar eine Operation erforderlich. Nach Coilimplantation kann es zu einer lokalen Gewebereaktion begleitet von Fieber, Müdigkeit, Luftnot und Brustschmerzen kommen. Deshalb wird die vorbeugende Einnahme eines Antibiotikums und von Kortisontabletten für 1 Woche empfohlen.

Infobroschüre Lungenemphysem

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Klinik für Thoraxchirurgie

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79106 Freiburg

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