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Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Zentrum für Adipositas und Metabolische Chirurgie

Übergewicht und Epigenetik

18. Juli 2017

„Unsere Gene bestimmen wer wir sind – nicht umgekehrt.“ Wir sind bisher davon ausgegangen, dass unsere Gene unser Leben und auch unser Äußeres prägen und bestimmen. Aber seit einigen Jahren gewinnt die Epigenetik immer mehr an Bedeutung und stellt diese Annahme in Frage. Dieser Wissenschaftsbereich beschäftigt sich mit Prozessen, die nicht die Gen-Sequenz selbst (also deren Aminosäurenabfolge), wohl aber deren Funktion dramatisch verändern können. Gene können durch unterschiedliche Mechanismen, die nur teilweise verstanden sind, vollständig stillgelegt oder aktiviert werden. Diese dynamischen Veränderungen an unserem Erbgut prägen unser Verhalten, prägen unser Aussehen. Aber auch die umgekehrte Richtung ist möglich: bestimmte Verhaltensweisen, einige Umweltreize, unsere Ernährung haben doch einen erheblichen Einfluss auf den Zustand und die Funktionsweise unserer Gene. Ja, es geht sogar einen Schritt weiter. Diese Veränderung unseres Erbgutzustandes kann an folgende Generationen weitervererbt werden.

So wurde bereits in mehreren Tiermodellen nachgewiesen, dass ernährungsbedingte Fettleibigkeit durch epigenetische Veränderungen der Gene an Nachkommen weitergegeben wird. Also selbst wenn Elterntiere nicht wegen ihrer Gene unter Übergewicht leiden, können sie dieses durch ihr spezifisches Essverhalten und die damit verbundene, dynamische Veränderung ihres Erbgutes an ihre Nachkommen weitergeben.

In unserer Abteilung planen wir derzeit Studien, um die Zusammenhänge zwischen Epigenetik und Übergewicht und die Vererbung von Übergewicht noch genauer zu beleuchten. Wenn Sie Interesse haben teilzunehmen, können Sie uns sehr gerne ansprechen.

Edmonton Obesity Staging System: eine neue Klassifikation der Adipositas

12. Mai 2017

Seit einiger Zeit verwenden wir in unserer Sprechstunde nicht mehr nur den BMI (Body Mass Index, kg/m2) zur Bestimmung des Grades ihres Übergewichtes, sondern auch das EOSS (Edmonton Obesity Staging System). Zur Berechnung des BMI werden lediglich Größe und Gewicht des Patienten in ein Verhältnis gebracht, bei dem Größe besonders wichtig ist. Der Gesundheitszustand, persönliche Einschränkung durch die Erkrankung und Folgeerkrankungen spielen hier keine Rolle. Anders ist es beim EOSS, welches von Dr. Sharma entwickelt wurde. Folgeerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck werden hier genauso berücksichtigt wie die psychische Gesundheit, das Sozialleben und das allgemeine Wohlergehen des Patienten. Aufgrund der Einordnung in das EOSS kann sich der behandelnde Arzt (und auch alle zukünftigen behandelnden Ärzte) also ein viel besseres Gesamtbild vom Krankheitsstadium des Patienten machen: Handelt es sich noch lediglich um ein Gewichtsproblem, oder hat die Grunderkrankung bereits zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen und Einschränkungen geführt? Dieser Unterschied wirkt sich natürlich auch auf die Behandlung aus.

Wir hoffen Sie mit der Umstellung zum EOSS noch individualisierter begleiten zu können. Bei Fragen hierzu können Sie uns gerne in der Sprechstunde ansprechen.

Ihr Adipositas Team

Die chirurgische Therapie des Diabetes mellitus 2 findet weltweit höchste Akzeptanz

08. Juni 2016

Francesco Rubino hat als einer der Wegbereiter der metabolischen Chirurgie jetzt nicht nur einen hoch interessanten Artikel über die Entwicklung der metabolischen Chirurgie in den letzten 100 Jahren in der am meisten zitierten Zeitschrift "Nature" veröffentlicht. Er hat vielmehr entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass chirurgische Operationstechniken (z. B. Magenbypass) nun für die Therapie des Diabetes mellitus 2 in die Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft eingezogen und als ernstzunehmende Therapiealternative anerkannt sind.

Auch unser Zentrum forscht intensiv auf diesem Gebiet und stellt Patienten mit Diabetes mellitus 2 die verschiedenen Therapiealternativen in einem persönlichen Gespräch gerne dar.

BZ - Interview mit Prof. Marjanovic

12. April 2016

Mit folgendem Link gelangen Sie zu der Internetseite, auf der Prof. Marjanovic in der Badischen Zeitung ein Interview zum Thema Adipositas hält und hier noch einmal ausführlich die Arbeit des Adipositas Zentrums Freiburg beschreibt.

http://www.badische-zeitung.de/kreis-breisgau-hochschwarzwald/wir-schenken-neues-leben--118374528.html

Änderungen bei Nachkontrollen im Rahmen unserer Sprechstunde

16. März 2015

Liebe Patientinnen und Patienten,

manchen ist schon aufgefallen, dass wir einen Freitag im Monat eine neue Unterstützung für unsere Sprechstunde haben. Frau Constanze Wach ist diplomierte Ernährungsberaterin und hat in Lörrach Ihre eigene Praxis für Ernährungsberatung (http://www.alles-in-balance.de). Manche von Ihnen kennen Sie bereits aus der Vorbereitung und viele von Ihnen werden sie im Rahmen unserer Spezialsprechstunde als Nachkontrolle sehen. Wir erhoffen uns dadurch eine noch bessere und engmaschigere Ernährungsberatung, die sich dann im langfristigen Erfolg der Gewichtskontrolle widerspiegeln wird. Selbstverständlich ist unser ärztliches Team bei Fragen oder Problemen immer dabei, so dass die Kontinuität gewahrt wird.

 

Prof. Dr. Goran Marjanovic

MISO Studie - Sleeve Gastrektomie mit oder ohne zusätzlichem Ring

16. März 2015

Liebe Patientinnen und Patienten,

wie viele von Ihnen schon wissen, führen wir als eines der wenigen Zentren weltweit die Sleeve Gastrektomie auch mit einem zusätzlichen Ring durch, der auf lange Sicht die Dehnung des Schlauchmagens verhindern soll. Damit wünschen wir uns für Sie eine bessere Gewichtsabnahme und einen stabileren Gewichtsverlauf. Im Rahmen der nun laufenden MISO-Studie (Minimizer for Sleeve Optimization) möchten wir in wenigen Jahren eine handfeste Aussage darüber treffen können, ob sich unsere bisherigen Erfahrungen und jetzigen Annahmen bestätigen. Falls auch bei Ihnen eine Sleeve Gastrektomie als Operation geplant ist und Sie Interesse haben, an dieser Studie teilzunehmen, sprechen Sie uns einfach in der Sprechstunde an oder schicken Sie uns eine Mail. Wir werden dann überprüfen, ob Sie tatsächlich teilnehmen können und alles weitere mit Ihnen vor Ort klären. Wichtig für Sie zu wissen ist, dass Ihre Operation völlig unabhängig von der Studie standardisiert auf höchstem Niveau durchgeführt wird und der Ring nur einen Zusatz darstellt. Wir freuen uns, Sie in unserer Sprechstunde begrüßen zu dürfen.

Prof. Dr. Goran Marjanovic

Neue S3 Leitlinie zur Prävention und Behandlung der Adipositas

07. Januar 2015

Liebe Patientinnen und Patienten,

seit Ende letzten Jahres wurde von der Deutschen Adipositasgesellschaft eine neue und überarbeitete Version der Leitlinie zur Prävention und Therapie der Adipositas herausgegeben und gilt nunmehr bis 2019. Aus chirurgischer Sicht gibt es ein paar Neuerungen, die uns in der Therapie der Adipositas weitere Möglichkeiten bieten. Bisher war eine chirurgische Therapie der Adipositas erst ab einem BMI > 35 mit relevanten Nebenerkrankungen oder prinzipiell ab einem BMI > 40, sofern der Patient im Rahmen eines koordinierten konservativen Therapieprogramms mindestens 6 Monate erfolglos teilgenommen hat. Ab einem extrem hohen BMI > 60 durfte auch vor Beendigung der 6 Monate ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden, da in solche Fällen die konservative Therapie keine wesentlichen Aussichten auf Erfolg hat. Diese Grenze wurde nun auf BMI > 50 abgesenkt, weil bereits ab diesem BMI der konservativen Therapie keine reellen Chancen eingeräumt werden. Das ist ein großer Schritt für viele unserer Patienten, die sich bei dem extrem hohen BMI von über 50 durch die 6 Monate quälen mussten, obwohl sie dringend einer chirurgischen Therapie bedurft haben. Das Vorbereitungsprogramm kann nun wesentlich verkürzt werden und damit die Wartezeit auf die lang ersehnte Operation. Ebenfalls tut sich etwas in der anderen BMI Grenze unter 35. Bei Patienten mit Diabetes mellitus 2 und einem BMI zwischen 30 und 35 kann nun in Einzelfällen und unter Studienbedingungen auch eine operative Therapie erwogen werden. Das sind insgesamt erfreuliche Nachrichten und ein Anzeichen dafür, dass die morbide Adipositas immer mehr als schwere Erkrankung eingestuft wird und dahinter ein rascher Behandlunsgbedarf besteht. Gerne können wir Ihnen im Rahmen unserer Spezialsprechstunde die Neuerungen und die Bedeutung für Sie näher erläutern.

Ihr

PD Dr. Goran Marjanovic

Endobarrier

17. Februar 2014

Wir sind eines der wenigen Zentren in Deutschland, das das Endobarrier System für Patienten mit Diabetes mellitus 2 und auch für Adipositas anbietet. Das System wird ohne Operation implantiert, ist sehr effektiv und kann sogar als diagnostisches Mittel eingesetzt werden. Weitere Informationen können Sie gerne in unserer Spezialsprechstunde bekommen.

 

Neue Hoffnung bei Adipositas

04. April 2011

Adipositas ist eine Krankheit mit vielen Ursachen. Viele Aspekte kommen bei ihrer Entstehung und im Verlauf zusammen: Genetische und metabolische Faktoren, das Verhalten und manchmal auch Virusinfektionen (so mit dem Adenovirus Ad-36) können eine Rolle spielen. Adipositas lässt sich aber auch als Konsequenz einer "positiven Energiebilanz" beschreiben. Eine konstante Energiebilanz des Körpers resultiert aus der Balance zwischen "empfangener" und "ausgegebener" Energie; bei Adipositas wird mehr empfangen als ausgegeben.

Diese Prozesse werden von peripheren Signalen reguliert, die an das Zentrale Nervensystem gesendet und in bestimmten Bereichen des Gehirns verarbeitet werden: Stammhirn, Nucleus arcuatus des Hypothalamus und melanocortinales System.

Banded versus nonbanded sleeve gastrectomy: 5-year results of a matched-pair analysis.

Jodok M. Fink, Anais von Pigenot, Gabriel Seifert, Claudia Laessle, Stefan Fichtner-Feigl, Goran Marjanovic.
Volume 15, Issue 8, August 2019, Pages 1233-1238
PMID: 31285129

DOI: 10.1016/j.soard.2019.05.023

 

Putting the Hindgut Hypothesis to the Test in a Diabetic Zucker Rat Model

Claudia Laessle, Ke Jin, Gabriel J Seifert, Sylvia Timme-Bronsert, Stefan Fichtner-Feigl, Goran Marjanovic, Jodok Matthias Fink
Obesetiy Surgery 2019

PMID: 31367988

DOI: 10.1007/s11695-019-04079-w

 

Duodenal Exclusion but Not Sleeve Gastrectomy Preserves Insulin Secretion, Making It the More Effective Metabolic Procedure.

Laessle C,Nenova G, Marjanovic G, Seifert G, Kousoulas L, Jaenigen B, Fichtner-Feigl S, Fink JM. Obes Surg. 2018 May;28(5):1408-1416.

doi: 10.1007/s11695-017-3045-3.

PMID: 29235009

Banding the Sleeve Improves Weight Loss in Midterm Follow-up

Fink JM, Hoffmann N, Küsters S, Siefert G, Läßle C, Glatz T, Hopt UT, Karcz WK, Marjanovic G. Obes 2017; 27(4):1098-1103

doi: 10.1007/s11695-017-2610-0.

PMID: 28214956

Der deutsche Schneeballeffekt:Ein zunehmenden Nachsorgeproblem in der bariatrischen Chirurgie.

Marjanovic G, Seifert G, Läßle C, Nenova G, Höppner J, Fichtner-Feigl S, Fink JM. Chirurg. 2018 Sep 4 . [Epub ahead of print]

doi: 10.1007/s00104-018-0722-2

PMID: 30182266

A Prospective Clinical Study Evaluating the Development of Bowel Wall Edema During Laparoscopic and Open Visceral Surgery.

Marjanovic G, Kuvendziska J, Holzner P, Glatz T,  Sick O, Seifert G,Kulemann B, Küsters S, Fink J, Timme S,  Hopt UT, Wellner U, Keck T, Karcz WK. J Gastrointest Surg (2014) 18:2149–2154

DOI 10.1007/s11605-014-2681-3

PMID: 25326126

Ansprechpartner

Prof. Dr. Goran Marjanovic
Leiter des Zentrums für Metabolische und Adipositaschirurgie

Terminvereinbarung

Telefon: 0761 270-29420, Frau Hossaini

Sie erreichen uns telefonisch montags, dienstags und donnerstags von 11 Uhr bis 15 Uhr, mittwochs von 10 Uhr bis 12 Uhr.
Außerhalb dieser Sprechzeiten können Sie uns eine Mail schicken an: chir.adipositas@uniklinik-freiburg.de