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Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Methoden der Adipositas-Chirurgie und der Metabolischen Chirurgie

Jeder Patient braucht eine maßgeschneiderte Lösung zum Abnehmen

Einteilung der Operationsmethoden

 

Prinzipiell kommt es bei allen Operationsmethoden zu einer deutlichen Verringerung der Nahrungsaufnahme, weil der Magen entsprechend umgeformt bzw. verkleinert wird (Restriktion). Bei der Sleeve Gastrektomie wird ein großer Teil des Magens entfernt, und es verbleibt ein dünner schlauchartiger Magen mit einem Volumen von etwa 150 ml. Beim Magenbypass wird der Magen nicht entfernt (also potentiell umkehrbar), aber so umgangen, dass nur noch etwa 50 ml Restmagen (Pouch) in der Passage bleiben. Zudem wird die Nahrung eine Weile lang durch den Dünndarm geleitet, ohne relevant verstoffwechselt werden zu können. Hier spielt folglich eine gewisse malabsorptive Komponente eine Rolle, auch wenn der klassische Roux Y Magenbypass eine restriktive Operationsmethode ist. Die bekannteste, sehr stark malabsorptiv wirkende Operationsmethode ist die biliopankreatische Diversion mit duodenal switch (BPDDS), die zu einer relevanten Mangelernährung führen kann, wenn die notwendige zusätzliche und lebenslang notwendige Vitamineinnahme nicht erfolgt. Der BPD DS wird daher immer seltener operiert. Aktuell gibt es Bestrebungen, durch eine Anpassung der Darmschlingen-Längen den Magenbypass individuell zu gestalten und zur eigentlichen Restriktion einen bestimmten Anteil an Malabsorption hinzuzufügen.

 

Laparoskopischer konventioneller Roux-en-Y Gastric Bypass (LCRYGB)

Allgemeine Information

Der laparoskopische, konventionelle Roux-en-Y Gastric Bypass (LBRYGB) ist ein chirurgisches Verfahren, das minimalinvasiv durch die (Video-) Chirurgie durchgeführt werden kann. Das Verfahren schränkt die Nahrungsaufnahme und die Resorption von Nährstoffen ein. Die Resorption wird durch Überbrückung von Teilen des Darms, die damit nicht mehr an der Verdauung beteiligt sind, reduziert. Das Pouchvolumen (Magenbeutel) misst bei LCRYGB 15-25 ml. Der sogenannte "alimentäre Schenkel" (AL, im Bild grün) ist bei LBRYGB 120-150 cm lang, der "biliopankreatische Schenkel" (BPL, im Bild pink) besteht aus 50 cm vom Dünndarm.

Indikationen für einen laparoskopischen konventionellen Roux-en-Y Gastric Bypass (LCRYGB)

  • BMI 40 (35 mit Begleitkrankheiten) bis 50 kg/m2
  • BMI zwischen 45-55
  • Behandlung von:
    • Diabetes mellitus Typ 2
    • arterielle Hypertonie
    • andere Begleiterkrankungen
  • Reoperationen nach anderen metabolischen Eingriffen bei Patienten, die ein hohes Maß an Compliance zeigen
  • Akzeptiert die obligatorische Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralien
  • "Sweet Eaters"
  • Patienten mit Sodbrennen

Vorteile

  • Sehr erfolgreich (50-70 % Excess Weight Loss)
  • Operation für Patienten, bei denen restriktive Verfahren wie Ballon, Magenband und Sleeve-Gastrektomie versagt haben
  • Operation für "Sweet-Eaters"
  • Operation für Patienten mit Sodbrennen

Nachteile

  • Relativ hohe Rate an frühen Komplikationen
  • Mortalitätsrate von 0,5–2%
  • Irreversible Veränderung der Darmanatomie
  • Lebenslange Vitamin- und Mineraliengaben nach dem Eingriff
  • Konventionelle Gastroskopie von Duodenum und Restmagen ist nicht möglich

 

Operationsdauer

  • Die LCRYGB-Operation benötigt 1-2 Stunden.

Technische Beschreibung

Bei der LCRYGB-Operation wird die Magengröße durch eine chirurgische Staplernaht verkleinert. Dieses bariatrische Verfahren beschneidet den Magen soweit, dass ein Reservoir (Pouch) von der Größe einer Walnuss übrigbleibt. Dann wird der sogenannte "biliopankreatische Schenkel" gemessen (50 cm). Die distalen Darmschlingen werden mit dem Pouch verbunden (Gastroenteroanastomose GEA). Dies bewirkt einen Nahrungstransport vom Magen direkt ins Jejunum. Die Dünndarmverbindung (jejuno-jejuno Anastomose JJA) wird 120-150 cm von der GEA gebildet.

Hospitalisation

Das Verfahren benötigt einen 4-7 Nächte langen Krankenhausaufenthalt nach der Operation.

Nach der Operation

Der Patient muss eine besondere Diät einhalten sowie Vitamine einnehmen, um kontrolliert abzunehmen.

Verlauf des Gewichtsverlust

  • Der EWL nach dem konventionellen Bypass erreichte bis zu 58.2% nach fünf Jahren. Bessler führte die erste prospektive Studie durch, die konventionellen und "banded" Magenbypass direkt verglich.
  • Nach dem zweiten oder dritten postoperativen Jahr hat sich der Patient an die Folgen des Eingriffs gewöhnt und erholt sich von den leichten Nebenwirkungen, die das Abnehmen mit sich bringt.

 

 Lab Tests nach LBRYGB:

  • Morphologie1
  • Elektrolyte1
  • Eisen1
  • Creatinin
  • Leberfermente1
  • Vitamine B1, B12-level1
  • Ferritin2,3
  • Zink2,3
  • Magnesium2
  • 1,25-Dihydroxy-Vitamin D32,3
  • Hämoglobin A1c2

1. 1 Mon., 3 Mon., 6 Mon., jährlich
2. 6 Mon., 1 Jahr
3. jährlich

Supplementation nach LBRYGB:

 

  • Calcium mit Vit D3

 
1000mg (mit 130ug) am Tag
 

  • Multivit + Mineralien

 
1 Tab. am Tag
 

  • Fe+2 Eisen

 

1 Tab am Tag 30mg – eine Woche lang pro
Monat, (3 Wochen ohne Eisen)

 

  • Proteine

 
50g am Tag
 

  • Vit. B12

 
alle 3 Monate i.m. (1000 ug) oder 25000 I.U.
sublingual 2 x pro Woche
 

  • Vit B1

 
bei Bedarf
 

  • Zink

 
1 Tab.15 mg am Tag
 

  • Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11)

 
täglich, 3 Monate lang

 

 

Bariatric Analysis and Reporting Outcome Score – BAROS 

  • einmal im Jahr

Standardmedikation nach der Operation

  • PPI 20mg, 0-0-1 (3 Monate)

Sport and körperliche Aktivität

  • Drei Wochen nach der Operation
  • 3 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche unter sportmedizinischer Aufsicht und nach ärztlicher Anweisung.

Laparoskopischer Banded Roux-en-Y Gastric-Bypass (LBRYGB)

Allgemeine Information

Der laparoskopische Banded Roux-en-Y Gastric Bypass (LBRYGB) ist eine der häufigsten Methoden, die minimalinvasiv durchgeführt werden können. Das Verfahren schränkt die Nahrungsaufnahme und die Resorption von Nährstoffen ein. Die Resorption wird durch Überbrückung von Teilen des Darms, die damit nicht mehr an der Verdauung beteiligt sind, reduziert. Das Pouchvolumen (Magenbeutel) misst bei LBRYGB 15-25 ml. Die Verbindung zwischen dem Magenpouch und dem Darm wird durch einen Silikonring (GaBP-Ring) reguliert. Der sogenannte "alimentäre Schenkel" (AL, im Bild grün) ist bei LBRYGB 120-150 cm lang, der "biliopankreatische Schenkel" (BPL, im Bild pink) besteht aus 50 cm vom Dünndarm.

Funktionen des Rings

Neben seiner restriktiven Wirkung sorgt der Ring dafür, dass unerwünschte Nebenwirkungen wie das "Dumping-Syndrom" oder faule Flatulenz seltener auftreten. Der Banded Bypass bewirkt Sättigung und reduziert die Kalorienaufnahme durch Verzögerung der Magenentleerung; Sättigung stellt sich auch bei kleinen Speisemengen ein. Der Silikonring kontrolliert Durchmesser und Fläche der Gastroenterostomie.

Indikationen für LBRYGB

  • BMI zwischen 45-55 kg/m2
  • Behandlung von:
    • Diabetes mellitus Typ 2
    • arterielle Hypertonie
    • andere Begleiterkrankungen
  • Reoperationen nach anderen metabolischen Eingriffen bei Patienten, die ein hohes Maß an Compliance zeigen
  • Akzeptiert die obligatorische Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralien
  • "Sweet Eaters"
  • Patienten mit Sodbrennen

Vorteile

  • Sehr erfolgreich (50-70 % Excess Weight Loss)
  • Operation für Patienten, bei denen restriktive Verfahren wie Ballon, Magenband und Sleeve-Gastrektomie versagt haben
  • Operation für "Sweet-Eaters"
  • Operation für Patienten mit Sodbrennen
  • Kein Dumping-Syndrom

Nachteile

  • Relativ hohe Rate an frühen Komplikationen
  • Mortalitätsrate von 0,5–2%
  • Irreversible Veränderung der Darmanatomie
  • Lebenslange Vitamin- und Mineraliengaben nach dem Eingriff
  • Ring-bezogene Komplikation
  • Konventionelle Gastroskopie von Duodenum und Restmagen ist nicht möglich

Operationsdauer

Die LBRYGB-Operation benötigt 1,5-2,5 Stunden.

Technische Beschreibung

Bei der LBRYGB-Operation wird die Magengröße durch eine chirurgische Staplernaht verkleinert. Dieses bariatrische Verfahren beschneidet den Magen soweit, dass ein Reservoir von der Größe einer Walnuss übrigbleibt. Dieser sogenannte Pouch (Magenbeutel) wird vertikal mit einem kleinen Silikonring von 19-23mm Durchmesser gebildet. Dann wird der sogenannte "biliopankreatische Schenkel" gemessen (50 cm). Die distalen Darmschlingen werden mit dem Pouch verbunden (Gastroenteroanastomose GEA). Dies bewirkt einen Nahrungstransport vom Magen direkt ins Jejunum. Die Dünndarmverbindung (jejuno-jejuno Anastomose JJA) wird 120-150 cm von der GEA gebildet.

Hospitalisation

  • Das Verfahren benötigt einen 4-7 Nächte langen Krankenhausaufenthalt nach der Operation.

Nach der Operation

Der Patient muss eine besondere Diät einhalten sowie Vitamine einnehmen, um kontrolliert abzunehmen.

Verlauf des Gewichtsverlusts

  • Der Einfluss des Silikonring auf den prozentualen Excess Weight Loss (EWL) beträgt im ersten Jahr 81,3-73,5 %. Nach zwei Jahren beläuft er sich auf 80 %, und im 5-Jahres-Follow-up 75 %.
  • Eine leichte Gewichtszunahme von 2.5% bis 5% konnte zwischen dem zweiten und dem fünften postoperativen Jahr beobachtet werden.  Die konventionelle Methode des Bypass ohne Ring (LCRYGB) ergab im selben Zeitraum eine Wiederzunahme von über 10%.
  • Der EWL nach dem konventionellen Bypass erreichte bis zu 58.2% nach fünf Jahren. Bessler führte die erste prospektive Studie durch, die beide Methoden direkt verglich.
  • Nach dem zweiten oder dritten postoperativen Jahr hat sich der Patient an die Folgen des Eingriffs gewöhnt und erholt sich von den leichten Nebenwirkungen, die das Abnehmen mit sich bringt. Verglichen mit dem konventionellen Bypass ist das Wiederzunehmen, das damit einhergeht, aber gering.

 

 Lab Tests nach LBRYGB:

  • Morphologie1
  • Elektrolyte1
  • Eisen1
  • Creatinin
  • Leberfermente1
  • Vitamine B1, B12-level1
  • Ferritin2,3
  • Zink2,3
  • Magnesium2
  • 1,25-Dihydroxy-Vitamin D32,3
  • Hämoglobin A1c2

1. 1 Mon., 3 Mon., 6 Mon., jährlich
2. 6 Mon., 1 Jahr
3. jährlich

Supplementation nach LBRYGB:

 

  • Calcium with Vit D3

 
1000mg (mit 130ug) am Tag
 

  • Multivit + Mineralien

 
1 Tab. am Tag
 

  • Fe+2 Eisen

 

1 Tab am Tag 30mg – eine Woche lang pro
Monat, (3 Wochen ohne Eisen)

 

  • Proteine

 
50g am Tag
 

  • Vit. B12

 
alle 3 Monate i.m. (1000ug) oder 25000 I.U.
sublingual 2 mal pro Woche
 

  • Vit B1

 
bei Bedarf
 

  • Zink

 
1 Tab.15 mg am Tag
 

  • Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11)

 
täglich 3 Monate lang

 

 

Bariatric Analysis and Reporting Outcome Score – BAROS 

  • einmal im Jahr

Standardmedikation nach der Operation

  • PPI 20 mg, 0-0-1 (6 Monate)

Sport und körperliche Aktivität

  • Drei Wochen nach der Operation
  • 3 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche unter sportmedizinischer Aufsicht und nach ärztlicher Anweisung.

Laparoskopische konventionelle Sleeve-Gastrektomie (LCSG)

Allgemeine Information

Die konventionelle Sleeve-Gastrektomie (Schlauchmagenbildung) ist ein chirurgisches Verfahren, das minimalinvasiv durch die (Video-) Chirurgie durchgeführt werden kann. Das Verfahren verkleinert den Magen um 10 % seines Ursprungsvolumens und beschränkt die Kapazität, Nahrung aufzunehmen. Patienten haben ein Völlegefühl schon nach dem Verzehr kleiner Portionen. Das Magenvolumen beträgt nach LBSG 80-120 ml. Bei dem Verfahren wird die linke Seite des Magens durch Beschneidung und Klammernaht entfernt. Es entsteht ein neuer Magen in Form eines etwa 20 cm langen Schlauchs ("Sleeve"). Die Operation nimmt keine Umleitungen oder Neuverbindungen mit dem Darm vor und ist insofern weniger komplex als der Magenbypass. Außerdem wird der Pylorus nicht entfernt, also der Muskel, der die Magenleerung reguliert. LBSG wirkt gewissermaßen wie ein "natürliches", funktionales Magenband; es hält die Nahrung für eine Weile im Magen, so dass sich der Patient satt fühlt, während der Nahrungsbrei durchsickert. Zusammen mit dem Umstand, dass die Darmkontinuität nicht verändert wird, kommt es nicht zu den Komplikationen des Dumpings oder zu Ulcera. Die normalen Sättigungsmechanismen werden durch die Operation wiederhergestellt.

Indikationen für LBSG

  • BMI über 40 kg/m2
  • Keine "Sweet-Eaters"
  • Keine "Volumenesser"
  • Keine "Stress-Esser"
  • Zustimmung für das Follow-up-Programm
  • Kein Sodbrennen

Vorteile

  • Kann als erste Stufe einer Zweistufen-Operation benutzt werden (siehe unten).
  • Bei der Operation wird der Teil des Magens entfernt, der das appetitanregende Hormon Ghrelin produziert.
  • Niedrige Komplikationsrate.
  • Die Operation ist technisch einfacher als der Magenbypass.
  • Verändert die Darmanatomie nicht.

Nachteile

  • Gelegentlich nimmt man nach drei Jahren wieder zu.
  • Über mögliche Langzeitkomplikationen ist noch wenig bekannt.
  • Mögliche spätere Pouchdilatation, als Folge der Sekundäroperation.
  • Da die Operation Resektionen und Klammernähte beinhaltet, können damit zusammenhängende Komplikationen wie Leckagen auftreten.
  • Komplikationen im Zusammenhang mit dem Ring.
  • Gegenüber dem Magenbypass ist eine größere Diät-Disziplin erforderlich.

Operationsdauer

Die LBSG-Operation benötigt 40 Minuten bis 1 Stunde.

Was ist eine Zweistufen-Operation?

Bei manchen Patienten ist aufgrund ihrer individuellen Gestalt der chirurgische Eingriff technisch schwer durchzuführen. Beispielsweise haben Patienten mit einem BMI über 60 — besonders wenn das Gewicht im Bauchraum konzentriert ist — einen besonders hohen Risikofaktor für bariatrische Eingriffe. Wenn Sie in diese Kategorie fallen, können Sie von der zweistufigen OP profitieren. Mehrstufige Operationen wie der Magenbypass oder der Duodenalswitch können auf zwei Eingriffe verteilt werden, die einfacher und sicherer sind. Im ersten Schritt wird die Sleeve-Gastrektomie durchgeführt. Damit können ca. 40-50 kg oder mehr abgenommen werden, sodass der zweite Teil der Operation deutlich sicherer wird. Die zweite Stufe wird gewöhnlich 8-12 Monate nach der ersten angesetzt. Der "Schlauchmagen" wird dabei in einen Magenbypass umgeformt. Dadurch ist ein weiteres Abnehmen möglich. Beide Stufen können als "Schlüssellochchirurgie", also minimal-invasiv, durchgeführt werden. Vorteile sind schnellere Rekonvaleszenz, kleinere Narben, weniger Probleme mit der Wundheilung und weniger Schmerzen.

Technische Beschreibung

Die laparoskopische Sleeve-Gastrektomie verkleinert den Magen durch eine vertikale Staplernaht. Zu Beginn wird die große Magenkurvatur vom Omentum majus getrennt. Danach wird eine Magensonde (32-34 CH) in den Magen gelegt. Dies erlaubt eine genaue Modellierung des Sleeves. Die Resektion wird mit Staplern durchgeführt (GIA, die in einem Schneiden und Heften können). Der resezierte Teil des Magens wird durch die Bauchhöhle entfernt. Das Magenvolumen beträgt nach einem solchen Eingriff 80-120 ml.

Hospitalisation

Das Verfahren benötigt einen 4-7 Nächte langen Krankenhausaufenthalt nach der Operation.

Nach der Operation

Der Patient muss eine besondere Diät einhalten sowie Vitamine einnehmen, um kontrolliert abzunehmen.

Lab Tests nach LBSG:

  • Morphologie1
  • Elektrolyte1 (bei Erbrechen)
  • Eisen1
  • Kreatinin (bei Erbrechen oder Flüssigkeitsmangel)
  • Hämoglobin A1c1 durch DM

1. 1Mon., 3 Mon., 6 Mon., jährlich

Supplementation nach LBSG:

 

  • Multivit + Mineralien

 
1 Tab. am Tag
 

  • Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11), Zink

 
Bei Haarproblemen

 

Bariatric Analysis and Reporting Outcome Score – BAROS 

  • einmal im Jahr

Standardmedikation nach der Operation

  • PPI 20 mg, 0-0-1 (3 Monate)

Sport und körperliche Aktivitäten

  • Drei Wochen nach der Operation
  • 3 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche unter sportmedizinischer Aufsicht und nach ärztlicher Anweisung

Diät nach LCSG

Siehe: Diät nach einer Sleeve-Gastrektomie

Laparoskopische Banded Sleeve-Gastrektomie (LBSG)

Allgemeine Information

Laparoskopische Banded Sleeve-Gastrektomie, auch Schlauchmagenbildung genannt, ist ein chirurgisches Verfahren, welches die Magengröße um ca. 70 % des Ursprungsvolumens und bewirkt eine eingeschränkte Kapazität, Nahrung aufzunehmen. Patienten haben ein Völlegefühl schon nach dem Verzehr kleiner Portionen. Das Magenvolumen beträgt nach LBSG 80-120 ml. Bei dem Verfahren wird die linke Seite des Magens durch Beschneidung und Klammernaht entfernt. Es entsteht ein neuer Magen in Form eines etwa 20 cm langen Schlauchs ("Sleeve"). Im oberen Teil des Sleeves wird ein Silikonring implantiert. Die Operation nimmt keine Umleitungen oder Neuverbindungen mit dem Darm vor und ist insofern weniger komplex als der Magenbypass. Außerdem wird der Pylorus nicht entfernt, also der Muskel, der die Magenleerung reguliert. LBSG wirkt gewissermaßen wie ein "natürliches", funktionales Magenband; es hält die Nahrung für eine Weile im Magen, so dass sich der Patient satt fühlt, während der Nahrungsbrei durchsickert. Zusammen mit dem Umstand, dass die Darmkontinuität nicht verändert wird, kommt es nicht zu den Komplikationen des Dumpings oder zu Ulcera. Die normalen Sättigungsmechanismen werden durch die Operation wiederhergestellt.

Funktion des Rings

Durch das Einsetzen des Silikonrings können Dilatationen (Erweiterungen) des Sleeves vermieden werden. Auf der Basis von vergleichenden Studien über Lebensqualität und Ernährungsqualität zwischen LBSG und Magenbypass wurde ein Ringdurchmesser von 6,5 cm gewählt. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass im Vergleich zum Schlauchmagen ohne Ring bei LBSG neue Komplikationen auftreten können. Dazu zählen: Migration des Silikonbands, Dislokation, Infektionen oder Dysphagie und damit zusammenhängende Symptome. 

Indikationen für LBSG

  • BMI über 40 kg/m2
  • Keine "Sweet-Eaters"
  • Keine "Volumenesser"
  • Keine "Stress-Esser"
  • Zustimmung für das Follow-up-Programm
  • Kein Sodbrennen
  • Patienten mit klarer Kontraindikation gegen den Magenbypass oder LBPD
  • Patienten, bei denen angenommen werden kann, dass kein alternatives chirurgisches Verfahren eine Therapie einleiten kann
  • Patienten, deren Medikation eine zuverlässige Resorption im intakten Darm verlangt.

Vorteile

  • Kann als erste Stufe einer Zweistufen-Operation benutzt werden (siehe unten).
  • Bei der Operation wird der Teil des Magens entfernt, der das appetitanregende Hormon Ghrelin produziert.
  • Niedrige Komplikationsrate.
  • Die Operation ist technisch einfacher als der Magenbypass.
  • Verändert die Darmanatomie nicht.

Nachteile

  • Gelegentlich nimmt man nach drei Jahren wieder zu.
  • Über mögliche Langzeitkomplikationen ist noch wenig bekannt.
  • Mögliche spätere Pouchdilatation, als Folge der Sekundäroperation.
  • Da die Operation Resektionen und Klammernähte beinhaltet, können damit zusammenhängende Komplikationen wie Leckagen auftreten.
  • Komplikationen im Zusammenhang mit dem Ring.
  • Gegenüber dem Magenbypass ist eine größere Diät-Disziplin erforderlich.

Operationsdauer

  • Die LBSG-Operation benötigt 40 Minuten bis 1 Stunde.

Was ist eine Zweistufen-Operation?

Bei manchen Patienten ist aufgrund ihrer individuellen Gestalt der chirurgische Eingriff technisch schwer durchzuführen. Beispielsweise haben Patients mit einem BMI über 60 — besonders wenn das Gewicht im Bauchraum konzentriert ist — einen besonders hohen Risikofaktor für bariatrische Eingriffe. Wenn Sie in diese Kategorie fallen, können Sie von der zweistufigen OP profitieren. Mehrstufige Operationen wie der Magenbypass oder der Duodenalswitch können auf zwei Eingriffe verteilt werden, die einfacher und sicherer sind. Im ersten Schritt wird die Sleeve-Gastrektomie durchgeführt. Damit können ca. 40-50 kg oder mehr abgenommen werden, sodass die zweite Teil der Operation deutlich sicherer wird. Die zweite Stufe wird gewöhnlich 8-12 Monate nach der ersten angesetzt. Der "Schlauchmagen" wird dabei in einen Magenbypass umgeformt. Dadurch ist ein weiteres Abnehmen möglich. Beide Stufen können als "Schlüssellochchirurgie", also minimalinvasiv, durchgeführt werden. Vorteile sind schnellere Rekonvaleszenz, kleinere Narben, weniger Probleme mit der Wundheilung und weniger Schmerzen.

Technische Beschreibung

Die laparoskopische Sleeve-Gastrektomie verkleinert den Magen durch eine vertikale Staplernaht. Zu Beginn wird die große Magenkurvatur vom Omentum majus getrennt. Danach wird eine Magensonde (32-34 CH) in den Magen gelegt. Dies erlaubt eine genaue Modellierung des Sleeves. Die Resektion wird mit Staplern durchgeführt (GIA, die in einem Schneiden und Heften können). Der GaBP-Ring wird 60mm unterhalb des His-Winkels eingesetzt und geschlossen. Der resezierte Teil des Magens wird durch die Bauchhöhle entfernt. Das Magenvolumen beträgt nach einem solchen Eingriff 80-120 ml.

Hospitalisation

Das Verfahren benötigt einen 4-7 Nächte langen Krankenhausaufenthalt nach der Operation.

Nach der Operation

Der Patient muss eine besondere Diät einhalten sowie Vitamine einnehmen, um kontrolliert abzunehmen.

Lab Tests nach LBSG:

  • Morphologie1
  • Elektrolyte1 (bei Erbrechen)
  • Eisen1
  • Creatinin bei (Erbrechen oder Flüssigkeitsmangel)
  • Hämoglobin A1c1 durch DM

1. 1Mon., 3 Mon., 6 Mon., jährlich

Supplementation nach LBSG:

 

  • Multivit + Mineralien

 
1 Tab. am Tag
 

  • Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11), Zink

 
Bei Haarproblemen

 

 

Bariatric Analysis and Reporting Outcome Score – BAROS 

  • einmal im Jahr

Standardmedikation nach der Operation

  • PPI 20mg, 0-0-1 (3 Monate)

Sport und körperliche Aktivitäten

  • Drei Wochen nach der Operation
  • 3 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche unter sportmedizinischer Aufsicht und nach ärztlicher Anweisung.

Laparoskopische biliopankreatische Diversion mit Duodenal-Switch (LBPD-DS)

Allgemeine Information

Die biliopankreatische Diversion mit duodenalem Switch ist ein chirurgisches Verfahren, dass minimal-invasiv durchgeführt werden kann. Hierbei wird die Nahrungsaufnahme nur leicht restriktiv beeinflusst (Restriktion bei der Sleeve-Gastrektomie), sehr stark dagegen die Resorption von Nährstoffen im Darm. Die Resorption wird begrenzt, indem ein langer Abschnitt des Darms mit einem Bypass umgangen und somit nicht genutzt wird. Die Nahrung wandert schneller durch den Verdauungstrakt, sodass für die Resorption von Nährstoffen nur wenig Zeit bleibt. Das Magenvolumen ist nach der LBPD-DS zwischen 150 und 250 ml groß, der aktive Teil des Darms, der sogenannte "Common Channel" (in dem die Nahrung auf die Verdauungssäfte trifft) 75-100 cm lang.

Der  "alimentäre Schenkel" (AL, im Bild grün) ist nach LBPD-DS 150-200 cm lang, der "biliopankeratische Schenkel" (BPL, im Bild pink) besteht aus dem verbliebenen Teil des Dünndarms.

Indikationen für BPD-DS

  • BMI über 50 kg/m2
  • Behandlung von:
    • Diabetes mellitus Typ II
    • arterielle Hypertonie
    • Hyperlipoproteinämie
    • andere Begleitkrankheiten
  • Reoperationen nach anderen metabolischen Eingriffen bei Patienten, die ein hohes Maß an Compliance zeigen
  • Akzeptiert die obligatorische Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralien
  • "Sweet Eaters"
  • "Volumenesser"
  • "Stress-Esser"
  • Patienten mit Sodbrennen

 

Indikation für das Zweistufen-Verfahren:

  • BMI über 60 kg/m2 oder

  • BMI über 50 kg/m2 bei hohen perioperativen Risiken

Vorteile

  • sehr erfolgreich (70-90%  Excess Weight Loss)
  • Operation für Patienten, bei denen restriktive Verfahren wie Ballon, Magenband und Sleeve-Gastrektomie versagt haben
  • Operation für "Volumenesser"
  • Operation für "Stress-Esser"
  • Operation für Patienten mit Sodbrennen

Nachteile

  • Relativ hohe Rate an frühen Komplikationen (z.B. "Dumping-Syndrom")
  • Mortalitätsrate von 1–2%, mit dem BMI steigend
  • Irreversible Veränderung der Darmanatomie
  • Lebenslange Vitamin- und Mineraliengaben nach dem Eingriff
  • Fauliger Flatus
  • Flatulenz
  • Diarrhöe
  • Malabsorption (Dünndarmsyndrom)

Operationsdauer

  • LBPD-DS benötigt zwischen 2,5 und 4 Stunden

Technische Beschreibung

Bei der LBPD mit duodenalem Switch wird der Magen mit einer chirurgischen, horizontalen Klammernaht verkleinert (Sleeve-Gastrektomie). Im Magen bleibt ein Reservoir von ca. 150-250 ml. Anschließend werden die letzten 75-100 cm und 150-175 cm des distalen Dünndarms abgemessen. Der Darm wird mit einer Staplermaschine (GIA), die gleichzeitig nähen und schneiden kann, geteilt. Die Darmverbindung (jejuno-ileale Anastomose JIA) wird sodann mit GIA und Handnaht zwischen BP- und alimentärem Schenkel geformt, dann die Verbindung zwischen Duodenum (Zwölffingerdarm), wobei die Pylorusfunktion und der alimentäre Schenkel bewahrt bleiben. Auf diese Weise wird die Nahrung vom Magen unmittelbar ins letzte Drittel des Dünndarms geleitet. Die beiden ersten Drittel sind überbrückt und nicht mehr an der Resorption beteiligt.

Hospitalisationsdauer

Das Verfahren erfordert einen 4-7 Nächte langen Klinikaufenthalt nach der Operation.

Nach der Operation

Der Patient muss eine besondere Diät einhalten sowie Vitamine einnehmen, um kontrolliert abzunehmen.

Lab Tests:

  • Morphologie1
  • Elektrolyte1
  • Eisen1
  • Creatinin
  • Leber Fermente1
  • Vitamine B1, B12-level1
  • Ferritin2,3
  • Zink2,3
  • Magnesium2
  • 1,25-Dihydroxy-Vitamin D3, Vitamin A2,3
  • Hämoglobin A1c2
  • Parathormon2,3
  • Parathormon - Related Protein2

1. 1 Mon., 3 Mon., 6 Mon., jährlich
2. 6 Mon., 1 Jahr
3. jährlich

Supplementation:

 

  • Calcium mit Vit D3

 
2000 mg (mit130ug) am Tag
 

  • Multivit + Mineralien

 
1 Tab. am Tag
 

  • Fe+2 Eisen

 
1 Tab am Tag 30 mg – für Woche im Monat, (3 Wochen ohne Eisen)
 

  • Proteine

 
70-90 g am Tag
 

  • Vit. B12

 
alle 3 Monate i.m. (1000 ug) or 25000 I.U. sublingual 2 x pro Woche
 

  • Vit A

 
1 Tab. 1 mg am Tag
 

  • Vit B1

 
1 Tab. 2.5 mg am Tag
 

  • Zink

 
1 Tab. 15 mg am Tag
 

  • Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11)

 
täglich 4 Monate lang

 

Bariatric Analysis and Reporting Outcome Score – BAROS 

  • einmal im Jahr

Standardmedikation nach der Operation

  • PPI 20 mg, 0-0-1 (3 Monate)

Sport und körperliche Aktivitäten

  • Drei Wochen nach der Operation
  • 3 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche unter sportmedizinischer Aufsicht und nach ärztlicher Anweisung

Laparoscopic Adjustable Gastric Banding (LAGB)

Allgemeine Information

Das Einsetzen eines Magenbands ist ein chirurgisches Verfahren, das minimalinvasiv durch die (Video-) Chirurgie durchgeführt werden kann. LAGB begrenzt die Geschwindigkeit der Nahrungsaufnahme, indem es den oberen Teil des Magens verengt. Es entsteht ein sog. Pouch (Beutel), in dem sich die Nahrung zunächst sammelt, bevor sie langsam durch den größeren Teil des Magens passiert. Sobald der obere Pouch mit Nahrung gefüllt ist, stellt sich beim Patienten schon beim Verzehr kleiner Portionen das Sättigungsgefühl ein.

Das weiche Silikonband wird rund um den oberen Teil des Magens gelegt. Das Band begrenzt die Kapazität des Magens und reduziert die Nahrungsmenge, die bei einer Mahlzeit verzehrt werden kann. Das bedeutet, Sie fühlen sich satt, auch wenn Sie nur wenig gegessen haben. Sie essen weniger als gewohnt und nehmen folglich ab. Das Magenband kann ohne weitere chirurgischen Eingriffe justiert werden: Es lässt sich lockern, wenn der Gewichtsverlust zu schnell eintritt, oder straffen, wenn Sie zu langsam abnehmen. Im Gegensatz zu Operationen, die sich nicht rückgängig machen lassen (bei sehr schwerer Adipositas), kann das Magenband jederzeit wieder entfernt werden, ohne Spuren am Magen zu hinterlassen.

Indikationen für LABG

  • Patient mit BMI 35- 50
  • Gute Motivation (stimmt Diät zu und erfüllt psychologische Kriterien)
  • Kein "sweet eater"
  • Kein "Volumenesser"
  • Kein "Stress-Esser"
  • Akzeptiert Nachsorgeprogramm
  • Akzeptiert die Vorstellung, ein Implantat im Körper zu haben
  • Kein Sodbrennen
  • Kein instabiler Diabetes mellitus Typ II

Vorteile

  • Minimal-invasive Chirurgie
  • Keine Umleitung im Darm
  • Keine Schnitte oder Klammern an Magen oder Darm
  • Kleine Öffnung mit minimaler OP-Narbe
  • Wenig Schmerz; kurzer Klinikaufenthalt (1 Tag) und kurze Erholungsphase
  • Signifikant geringeres Mortalitätsrisiko im Vergleich zu anderen bariatrischen OPs
  • Kein Risiko einer Mangelernährung
  • Kein "Dumping Syndrom" durch Verzehr von Zucker
  • Erlaubt durch individuelle Justierung langandauernden Gewichtsverlust
  • Justierungen ohne chirurgische Eingriffe
  • Lässt sich bei Schwangerschaft durch Erweitern des Banddurchmessers dem erhöhten Nährstoffbedarf der werdenden Mutter anpassen
  • Kann jederzeit entfernt werden
  • Magen und andere Organe nehmen wieder ihre alte Form und Funktion an
  • Bevorzugte Operation tausender Chirurgen weltweit
  • Verfahren seit 1995 etabliert

Nachteile

  • Patient darf keine weiche Kost, kalorienreiche Getränke und Alkohol konsumieren
  • Legt dem Patienten große Verantwortung auf
  • Manche Patienten können die Idee eines Implantats im Körper nicht tolerieren

Operationsdauer

  • Die LAGB-Operation dauert zwischen 30 Minuten und einer Stunde.

Technische Beschreibung

LAGB reduziert die Magengröße, indem es eine Verengung zwischen oberem und unterm Magen erzeugt. Gegenwärtig wird das Magenband durch die pars-flaccida-Technik eingesetzt. Wir verwenden ein spezielles Band, mit dem Fundoplikation ausgeschlossen werden kann. Das Magenvolumen beträgt nach einer solchen Operation zwischen 15 und 20 ml.

Hospitalisation

Der Eingriff verlangt postoperativ einen 1-3 Nächte langen im Krankenhausaufenthalt.

Nach der Operation

Nach dem Eingriff muss der Patient verschiedene Diätvorschriften einhalten sowie regelmäßig Vitamine einnehmen.

Supplementation after LABG:

  • Multivit + Mineralien 1 Tab. täglich
  • Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11); Zink bei Haarproblemen

Bariatrische Analyse and  Reporting Outcome Score – BAROS 

  • Einmal im Jahr

Standardmedikation nach der Operation

  • PPI 20mg, 0-0-1 (1 Monat)

Sport und körperliche Aktivitäten

  • In den ersten drei Wochen:
  • 3 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche unter sportmedizinischer Aufsicht und nach ärztlicher Anweisung

Wichtige Hinweise

  • Ein Expertenteam muss die Implantation des Bandes befürworten.
  • Da Ihr Wohl und Ihre Sicherheit bei uns wie auch bei Ihnen von allergrößter Wichtigkeit sind, werden Sie über Vor- und Nachteile der verschiedenen Operationsverfahren sorgfältig und detailliert aufgeklärt.
  • In der Vorbereitungsphase werden Sie von Ärzten, Psychologen und Ernährungsberatern betreut. Dieses Expertenteam wird Sie mit allem vertraut machen, was nach der Operation auf Sie zukommt: was, wann und wie oft Sie essen und trinken dürfen, welche Übungen Sie ausführen sollen, welche individuellen therapeutischen Maßnahmen nötig sind, um Ihre Adipositas zu beherrschen.
  • Durch das Tragen des Magenbandes und die Befolgung der Ratschläge, die Sie vom Expertenteam erhalten, haben Sie beste Aussichten, Ihr Gewicht deutlich zu verringern und Ihre Gesundheit zu verbessern. Stellen Sie sich nur vor, dass Sie wieder Kleidung Größe L tragen können! Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten und verbessern Sie Ihren Lebensstil.
  • Nach der Operation können Sie ungefähr 30 kg pro Jahr abnehmen, vorausgesetzt, Sie halten sich an die Diät, machen eine Bewegungstherapie und nehmen an einer geführten Selbsthilfegruppe teil.
  • Nur wenn Sie entschlossen daran arbeiten, sich zu ändern, werden Sie Ihr eine gesunde Gewichtsabnahme erreichn. Das wird nicht Ihnen nicht immer leicht fallen. In jedem Fall aber werden Sie mit jedem verlorenen Kilo ein Stück Lebensqualität, Gesundheit und eine größere Lebenserwartung zurückgewinnen.

 

Endoskopischer intragastrischer Ballon (EIB)

Der Magenballon füllt den Magen teilweise aus und schränkt damit die Nahrungszufuhr ein. Patienten berichten von einem andauernden Sättigungsgefühl. Dieses Verfahren wird ohne chirurgischen Eingriff in einer ambulanten Sitzung durchgeführt.

Der Magenballon besteht aus weichem, gut verträglichem Silikon und ist mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllt. Der gefüllte Ballon bewirkt ein Gefühl der Sättigung. Normalerweise kann er nach maximal sechs Monaten wieder entfernt werden.

Typischer Patient für eine Magenballon-Implantation

  • BMI 30-70 kg/m2
  • Der Patient
    • verträgt keine chirurgischen Eingriffe
    • wünscht eine zeitlich begrenzte (6 Monate max.) Behandlung
    • ist gut motiviert (akzeptiert Diät und psychologische Kriterien)
    • ist kein "Sweeteater"
    • ist kein "Volumenesser"
    • ist kein "Stress-Esser"
    • akzeptiert das Nachsorgeprogramm
    • akzeptiert ein temporäres Implantat im Magen
    • hat kein Sodbrennen
    • hat kein instabiles Diabetes mellitus Typ II

Vorteile

  • Der Patient verspürt Sattheit
  • Der Patient verliert durchschnittlich mehr Gewicht als mit anderen Diätprogrammen
  • Der Patient wird von einem Team medizinischer Experten unterstützt
  • Der Patient lernt, wie er den Gewichtsverlust halten kann
  • Der Patient schätzt die Vorteile einer nicht-chirurgischen und nicht-pharmakologischen Therapie

Nachteile

  • Die Therapie beschränkt sich auf 6 Monate
  • Einige Patienten vertragen keine restriktive Therapie
  • Übelkeit und Erbrechen, besonders in den ersten Tagen
  • Strenge Diät- und Übungsprogramme
  • Schlechtes Kosten/ Effizienz-Verhältnis

Wie wird der Ballon in den Magen eingesetzt?

Der leere Ballon wird durch Mund und Speiseröhre mithilfe einer endoskopischen Kamera in den Magen geführt. Mit einem danach zu entfernenden Katheter wird nun die Füllung vorgenommen. Diese Prozedur dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Nach ein- bis zweitäger Erholungszeit können Sie wieder nach Hause.

Wie lange bleibt der Ballon im Magen?

Maximal sechs Monate. Nach Maßgabe Ihres Gewichtsverlusts entscheidet der Arzt, wie früh der Ballon entfernt werden kann.

Wie wird der Magenballon entfernt?

Eine endoskopische Kamera wird noch einmal durch die Speiseröhre eingeführt. Der Ballon wird punktiert, entleert, mit Klammern gegriffen und entfernt.

Wie viel Gewicht werde ich verlieren?

Sie können zwischen 15 und 25 kg abnehmen. Der Gewichtsverlust hängt auch von Ihrer Disziplin ab und davon, dass Sie die Diät einhalten.

Welche Nebenwirkungen können bei dem Magenballon auftreten?

Die häufigsten Beschwerden sind Übelkeit und Erbrechen, was im frühen Stadium auftreten kann. Fragen Sie bitte Ihren behandelnden Arzt über mögliche Risiken.

Nach der Implantation

Nach dem Eingriff muss der Patient eine spezielle Diät mit Vitaminzugabe befolgen, um in kontrollierter Weise abzunehmen.

Nahrungsergänzung nach EIB:

* Multivit + Mineralien: 1 Tab. täglich

* Biotin, Selen, Vitamin B9 (B11); Zink: Bei Haarproblemen

Bariatrishe Analyse and  Reporting Outcome Score – BAROS 

Vor Implantation und nach Explantation

Standardmedikation nach der Operation

* PPI: 20mg, 0-0-1 (3-6 Monate)

Sport und körperliche Aktivitäten

Drei Wochen nach der Operation: 3 Stunden physische Aktivität pro Woche unter sportmedizinischer Aufsicht und nach ärztlicher Anweisung.

Es gibt verschiedene Methoden, Übergewicht zu beherrschen. Als Zentrum für Metabolische Chirurgie ist die Entwicklung und Anwendung innovativer Techniken ein Teil unserer Arbeit. Wir arbeiten mit den wichtigsten Instituten und Forschern auf der ganzen Welt zusammen, um immer auf der dem neuesten Stand der bariatrischen und metabolischen Chirurgie zu sein.

Neue chirurgische Methoden sind bestrebt, noch weniger invasiv zu sein, die Einschnittwunden zu verkleinern, weniger Schmerzen zu verursachen und den Krankenhausaufenthalt zu verkürzen.

Endobarriere

Die Endbarriere trennt die Nahrungspassage von den Verdauungsenzymen (Gallenflüssigkeit, Pankreasenzyme), vergleichbar dem Duodenalswitch, aber ohne chirurgische Schnitte und ohne Veränderung der Darmanatomie. Sie besteht aus einem besonders präparierten Folienschlauch (60 cm), der in das Duodenum und den oberen Dünndarm eingeführt wird. Der Nahrungsbrei wandert durch den Schlauch und kommt somit nicht gleich mit den Verdauungssäften in Kontakt. Eine Verbesserung des Diabetes mellitus II ist damit sehr gut zu erreichen. Wir führen hierzu innovative Studien durch.

Vor und Nach der OP

Prinzipien der Entscheidung für chirurgische Operationen

INFORMATION

In Übereinstimmung mit den Richtlinien der International Federation of Obesity Surgery (IFSO) müssen die Patienten folgende Pflichten und Richtlinien akzeptieren:

Dies sind die Grundprinzipien der Entscheidung für eine bariatrische Operation
 

Der Erfolg einer bariatrischen Operation hängt maßgeblich von der Kooperation des Patienten ab, sowohl vor als auch nach dem chirurgischen Eingriff. Der Chirurg, sein Team, das Krankenhaus und die behandelnden Ärzte haben das Recht, ein vernünftiges und verantwortliches Verhalten vom Patienten und seiner/ ihrer Familie zu erwarten, um den Erfolg zu garantieren. Folgende Aussagen benennen einige wichtige Verpflichtungen auf Seiten des Patienten.

Der Patient und seine/ ihre Familie sind verantwortlich für:

1.    Kooperation
Kooperieren Sie uneingeschränkt mit der Klinik, dem Chirurgen, seinem Team und dem behandelnden Arzt. Versäumen Sie keine Termine, Labortests oder Studien.

2.    Respekt und Rücksichtnahme
Seien Sie respektvoll sowohl gegenüber dem Chirurgen und seinem Team als auch dem Klinikpersonal und dem Eigentum der Klinik (denken Sie daran, nicht unhöflich, ungesittet oder aufsässig zu sein. Respektieren Sie die anderen Patienten und deren Eigentum).

3.    Informationspflicht
Versuchen Sie, alle benötigten Informationen wie irgend möglich zu geben. Geben Sie exakte Informationen über alle derzeitigen Beschwerden, vergangene Erkrankungen, Medikationen, Krankenhausaufenthalte usw.

4.    Fragen Sie, wann immer Ihnen etwas unklar ist!
Informieren Sie sich gründlich über Ihre Situation. Zögern sie nicht zu fragen, wenn Ihnen was auch immer unklar ist.

5.    Berichten Sie von Ihren Problemen!
Berichten Sie von allen Risikofaktoren, Symptomen und Problemen. Berichten Sie auch so früh wie möglich, wenn sich Ihr Gesundheitszustand unerwartet ändert.

6.    Aufrichtigkeit
Seien Sie bitte rundum aufrichtig und offen bezüglich aller Probleme und Meinungsverschiedenheiten, auch wenn Sie es unhöflich finden. Tabuisieren Sie die Probleme nicht, sondern reden Sie darüber.

7.    Halten Sie finanzielle Vereinbarungen ein!
Stellen Sie sicher, dass die mit Chirurg, Klinik und Team getroffenen finanziellen Vereinbarungen pünktlich eingehalten werden.

8.    Passen Sie auf sich auf!
Sie sind die Person, die am meisten für ihr eigenes psychisches und körperliches Wohlbefinden verantwortlich ist. Bleiben Sie so aktiv wie möglich, suchen Sie aktiv nach Rat und Hilfe.

9.    Halten Sie den Chirurgen auf dem Laufenden!
Informieren Sie den Chirurgen unverzüglich über alles, was sich bei Ihnen verändert, auch wenn es nicht direkt mit der Adipositasbehandlung zusammenzuhängen scheint.

10.     Berichten Sie das Auftauchen von Problemen sofort!
Sagen Sie dem Chirurgen so früh wie möglich, wenn Probleme usw. auftauchen. Warten Sie nicht, bis sich die Dinge so weit verschlimmert haben, dass Sie keine Wahl mehr haben.

11.    Befolgen Sie Anweisungen!
Befolgen Sie den Anweisungen und Regeln des Behandlungsplans, der für Sie aufgestellt worden ist. Wenn Sie Vorbehalte haben, sprechen Sie diese unverzüglich an.

12.    Nehmen Sie die Medikamente und Supplementationen!
Alle verschriebenen Medikamente und Supplementationen (Vitamine usw.), die im Behandlungsplan aufgeführt werden, müssen Sie einnehmen.

13.    Nehmen Sie keine Medikamente, die nicht verschrieben/ empfohlen werden!
Vermeiden Sie Mittel, die Sie nicht einnehmen sollen oder die nicht mit dem Chirurgen abgesprochen worden sind.

14.    Halten Sie sich an ein angemessenes Essverhalten!
 Essen Sie ihre Mahlzeiten so, wie es vom Chirurgen und seinem Team empfohlen worden ist; "Junk Food", Fast Food, Speiseeis sind verboten. Essen Sie nur so viel, bis Sie satt sind.

15.    Treiben Sie regelmäßig Sport!
Bewegen Sie sich so viel wie möglich, am besten 40 Minuten täglich.

16.    Akzeptieren Sie bekannte Komplikationen und Nebenwirkungen!
Akzeptieren Sie Komplikation, die allgemein bekannt sind und Ihnen als realistische Risiken erklärt wurden. Wenn diese Komplikationen auftreten, versuchen Sie nicht, jemanden dafür zu beschuldigen. Arbeiten Sie mit dem Personal zusammen, um den bestmöglichen Weg zu finden, mit den Komplikationen umzugehen.

17.    Verantwortung für Konsequenzen
Sie sind sich darüber im Klaren, dass Sie selbst verantwortlich für die Konsequenzen sind, wenn Sie sich nicht an den Behandlungsplan halten oder Termine usw. versäumen.

18.    Unterschreiben Sie die Einverständniserklärung nicht, wenn Sie nicht alles verstanden haben!
Vergewissern Sie sich, dass Sie alles verstanden haben, dass alle Ihrer Fragen beantwortet sind und dass Sie Klarheit über alle Konsequenzen gewonnen haben, bevor Sie Ihr Einverständnis erklären.

19.   Nutzen Sie alle möglichen Informationsquellen bei Ihrer Entscheidung, ob Sie sich einer Operation unterziehen sollen!
Beziehen Sie zusätzlich zu Ihrem Wissen die Erfahrungen anderer Adipositaspatienten und Ihre eigenen Erfahrungen mit Chirurgie bei Ihrer Entscheidungsfindung mit ein, um sich einen umfassenden Begriff von der Operation zu bilden.

20.    Pflegen Sie die Kommunikation mit dem Chirurgen und seinem Team!
Halten Sie sich an die Vereinbarung für das Follow-up, die mit dem Chirurgen getroffen worden sind. Schicken Sie Gewichtstabellen und Laborbefunde Ihres Hausarztes ein, wenn Sie einen Follow-up-Termin nicht einhalten können.

21.    Versäumen Sie keinen Labortest!
Lassen Sie Ihre Blutwerte regelmäßig so, wie es der Chirurg empfiehlt, bestimmen. Wenn Sie dies außerhalb des Klinikums machen, vergewissern Sie sich, dass der Chirurg die Befunde so früh wie möglich erhält.

22.   Sprechen Sie über ihre Gedanken mit Personen, die Ihnen wichtig sind! Informieren Sie sie!
Erklären Sie Ihrer Familie, wie wichtig die bariatrische Operation für Sie ist, einschließlich Ihres Wissens, Ihrem Einverständnis, die Risiken und Konsequenzen zu akzeptieren.

23.    Befolgen Sie die mögliche Empfehlung einer begleitenden psychologischen Behandlung!
Wenn der Chirurg eine Psychotherapie vorschlägt oder fordert, sollten Sie sich dieser Behandlung ohne Vorbehalt unterziehen. Emotionale Ausgeglichenheit ist ein wesentlicher Bestandteil im Prozess, Gewicht abzunehmen.

24.    Verlassen Sie sich nicht auf zweifelhafte Informationen!

Ansprechpartner

Prof. Dr. Goran Marjanovic
Leiter des Zentrums für Metabolische und Adipositaschirurgie

Terminvereinbarung

Telefon: 0761 270-29420, Frau Hossaini

Sie erreichen uns telefonisch montags, dienstags und donnerstags von 11 Uhr bis 15 Uhr, mittwochs von 10 Uhr bis 12 Uhr.
Außerhalb dieser Sprechzeiten können Sie uns eine Mail schicken an: chir.adipositas@uniklinik-freiburg.de