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Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Das Pankreaskarzinom

14.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an einem Pankreaskarzinom. Damit liegt es an vierter Stelle der Krebstodesfälle. Die Diagnose wird häufig erst sehr spät gestellt.

Wie auch bei anderen Tumoren der Verdauungsorgane stellt der Bauchspeicheldrüsenkrebs keine einheitliche Erkrankung dar, sondern es werden verschiedene Formen unterschieden. Die häufigste Form ist das ductale Adenokarzinom, darüber hinaus gibt es aber eine ganze Reihe anderer Tumoren (Zystadenokarzinom, Acinuszellkarzinom, neuroendokrine Tumoren), die sich in ihrer Aggressivität und in ihrer Fähigkeit Metastasen zu bilden zum Teil sehr deutlich unterscheiden.

Risikofaktoren

Auch für den Bauchspeicheldrüsenkrebs ist das Rauchen der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor. Zudem geht man davon aus, dass beim Vorliegen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebses besteht.

Obwohl das Pankreaskarzinom auch bei jungen Menschen vorkommt, steigt das Risiko mit zunehmendem Alter deutlich an

Symptome

Oftmals ist das erste und einzige Symptom, das auf einen Tumor der Bauchspeicheldrüse hindeutet eine Gelbsucht. Da sich eine bösartige Gewebeneubildung am häufigsten im Kopfbereich der Bauchspeicheldrüse ausbildet und hier leicht zur Einengung des Gallengangs führt, kommt es zu einem Rückstau der Galleflüssigkeit, was sich in einer Gelbsucht äußert. Oftmals werden leichte Verfärbungen der Augen zunächst nur durch Bekannte betroffener Patienten bemerkt. Viele Patienten mit einem Pankreaskarzinom leiden unter Appetitlosigkeit und verlieren rasch an Gewicht. Manchmal ist eine neu aufgetretene Zuckerkrankheit ein Hinweis auf eine Veränderung in der Bauchspeicheldrüse.

Chemotherapie und Strahlentherapie

Studien deuten darauf hin, dass eine Chemotherapie nach einer erfolgreichen Operation die Heilungschancen beim Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht, so dass wir diese Möglichkeit individuell mit unseren Patienten erörtern.

Ist eine Operation wegen Metastasen oder eines bereits fortgeschrittenen Tumors nicht möglich, besteht die Möglichkeit eine Chemotherapie (mit Gemcitabine) in Zusammenarbeit mit der Onkologie der Medizinischen Klinik durchzuführen, die das Wachstum des Tumors verlangsamen kann.

Diagnostik

Die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf einen Bauchspeicheldrüsentumor ist die Computertomographie. Damit kann der erfahrene Chirurg schon mit relativ hoher Gewissheit einschätzen, ob eine operative Entfernung des Tumors möglich ist und ob bereits Metastasen in der Leber und den umliegenden Organen vorhanden sind. Um sich ein vollständiges Bild über die Erkrankung zu machen, sind Laboruntersuchungen und meist auch eine endoskopische Gallengangsdarstellung (ERCP) notwendig. Wenn andere Ursachen wie Hepatitis (Entzündung der Leber verschiedenster Ursachen) oder Gallensteine ausgeschlossen wurden, sollte der Bauchspeicheldrüsenkopf operativ entfernt werden.

Die Diagnosesicherung durch Entnahme von Gewebeproben mittels Punktion vor der Operation ist meist extrem schwierig und unzuverlässig, so dass dies häufig nur zu einer Verzögerung der Operation führt. Da es sich bei der Entfernung eines Bauchspeicheldrüsentumors um eine große Operation handelt, sind zusätzlich Untersuchungen des Kreislaufsystems sowie der Atemorgane, abhängig vom Alter und von vorbestehenden Erkrankungen erforderlich. Zudem müssen Informationen über vorangegangene Operationen, insbesondere im Bauchraum, und andere chronische Erkrankungen vorliegen.

Operation

Bei der Bauchspeicheldrüsenoperation handelt es sich um eine der größten und schwierigsten Operationen (Whipple´sche Operation) im Bauchraum. Die Operation erfolgt über einen queren Oberbauchschnitt. Da die Bauchspeicheldrüse direkt an viele große, wichtige Gefäße und Organe angrenzt, muss der Tumor in der Regel durch Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes, zusammen mit dem Zwölffingerdarm, der Gallenblase, dem Gallengang und den umgebenden Lymphknoten entfernt werden. Entgegen der früheren Technik erhalten wir den Magen komplett, was zu einer deutlichen Verbesserung der Nahrungsaufnahme führt. Zur Wiederherstellung der Nahrungspassage werden dann Bauchspeicheldrüse, der Gallengang und der Magen wieder neu mit dem Darm verbunden werden.

Nach der Operation ist ein Aufenthalt auf der Intensivstation für wenige Tage erforderlich. Trotz der großen Operation müssen die Patienten bereits am ersten Tag nach der Operation das Bett mit Hilfe verlassen und werden intensiv physiotherapeutisch betreut. Es hat sich in den zurückliegenden Jahren gezeigt, dass durch diese Frühmobilisation Lungenentzündungen vermieden werden können. Normalerweise, das heißt bei komplikationslosem Verlauf können die Patienten nach 12 bis 14 Tagen nach der Operation die Klinik wieder verlassen.

Nachsorge

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist ein sehr aggressiver Tumor und tritt leider relativ häufig nach kompletter Tumorentfernung wieder auf, bzw. es bilden sich Metastasen in Leber, Lunge oder Bauchfell. Trotzdem ist die Operation derzeit die einzige Möglichkeit eine Heilung zu erzielen.

Die Entscheidung, ob eine Operation in Betracht kommt, kann im Einzelfall jedoch schwierig sein. Daher sollte dies immer unter Hinzuziehung eines erfahrenen Bauchspeicheldrüsenchirurgen erfolgen. Sie können sich zur individuellen Beantwortung Ihrer Fragen gerne an uns wenden. Wir bieten eine persönliche Beratung im Rahmen unserer Spezialsprechstunde "Bauchspeicheldrüsenerkrankungen" an. Zur Beurteilung ob ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse entfernt werden kann, sollten Sie bitte alle vorhandenen Unterlagen und Röntgenbilder mitbringe.

Leiter Pankreaskarzinomzentrum
Telefonische Anmeldung

Frau Elisabeth Hecht
Telefon: 0761 270-90640
Mobil: 0162 2535867
elisabeth.hech@uniklinik-freiburg.de