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Klinik für Plastische und Handchirurgie

Ohrkorrektur (Otoplastik) bei abstehenden Ohren

Allgemeines

Abstehende Ohren sind bei 2/3 der Patienten bereits bei Geburt erkennbar. Jeder 5. Mensch kommt mit übermäßig abstehenden Ohren auf die Welt. Dies kommt bei Männern und Frauen gleichermaßen vor. Eine erbliche Komponente kann vorliegen. Eine Korrektur der abstehenden Ohren wird in der Kindheit unter Umständen von den Krankenkassen bezahlt. Menschen mit abstehenden Ohren haben keinerlei Beeinträchtigung hinsichtlich der Funktion des Ohres, jedoch belegen Studien, dass es bei Kindern mit „Segelohren“ aufgrund der Hänseleien im sozialen Umfeld (Kindergarten, Schule, Freizeit) zu Einschränkungen des Selbstwertgefühls und der Persönlichkeitsentwicklung kommen kann.

Wie kommt es zum Abstehen des Ohres?

Das Abstehen kann im Wesentlichen auf zwei Bestandteile des äußeren Ohres zurückgeführt werden: einen übermäßig große Ohrknorpel und ein zu wenig gefalteter Ohrknorpel. Beides kann in unterschiedlicher Ausprägung vorliegen. Unter Umständen kommt noch ein zu weit nach vorne ziehendes Ohrläppchen hinzu, was zu einem sogenannten „Telefonohr“ führen kann.

In welchem Alter sollte die Ohrkorrektur durchgeführt werden?

Unter Berücksichtigung der möglichen psychischen Beeinträchtigung durch Hänseleien wird eine Ohrkorrektur vor der Einschulung empfohlen. Typischerweise erfolgt die Operation im 5. Lebensjahr. Zu diesem Zeitpunkt ist das Wachstum des Ohres im Wesentlichen beendet und der Knorpel ist noch weich und gut formbar. Eine Korrektur zu jedem späteren Zeitpunkt im Leben ist selbstverständlich immer möglich. Hierbei gilt es jedoch durch entsprechende Auswahl des Operationsverfahrens der härteren Beschaffenheit des erwachsenen Ohrknorpels Rechnung zu tragen.

Wie erfolgt die Operation und was ist zu beachten?

Wie erfolgt die Operation und was ist zu beachten? Die Operation wird unter ambulanten Bedingungen in örtlicher Betäubung durch- geführt, bei Kindern in Vollnarkose. Der Eingriff dauert etwa 1,5 Stunden. Nach dem Eingriff wird ein Kopfverband angelegt, der eine Woche getragen werden sollte. Nach Entfernung der Fäden wird der Kopfverband dann durch ein Stirnband ersetzt, welches dann noch für weitere drei Wochen lediglich zur Nacht getragen wird. Kinder sollten nach der Ohrkorrektur eine Woche nicht zur Schule gehen, Erwachsene sollten eine Woche Urlaub einplanen. Darüber hinaus ist mit wenig Einschränkungen zu rechnen.

Welche Operationtechniken werden angewendet?

Abhängig von der Beschaffenheit des Knorpels und vom Ausmaß der Fehlformung erfolgt die Auswahl der Technik. Bei Kindern mit weichem formbarem Ohrknorpel und lediglich bestehender Minderfaltung des Knorpels, kann unter Umständen eine reine Nahttechnik ausreichend sein. Hier erfolgt die Formung des Ohrknorpels durch Einbringen von Fäden ohne die Notwendigkeit einer großen Schnittführung hinter dem Ohr. Bei älteren Patienten bzw. härterem Knorpel und übermäßig großer Ohrmuschel ist die alleinige Fadentechnik nicht zu empfehlen, da es hier aufgrund der Knorpelbeschaffenheit zu durch die Haut sichtbaren Knoten und zu einem erneuten Auftreten der Fehlformung kommen kann. In diesen Fällen erfolgt meist ein zarter Schnitt auf der Rückseite des Ohres. Über diesen Schnitt können dann knorpelformende Fäden und Fäden, die die Ohrmuschel verkleinern, eingebracht werden. Zusätzlich kann hierüber wenn notwendig eine Schwächung des Knorpels erfolgen.

Weitere ausführliche Informationen finden Sie hier.

Spezialsprechstunde

Freitag 13.00 - 14.00 Uhr

Anmeldung: 0761 270 - 27790