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Klinik für Neurologie und Neurophysiologie

Epilepsieambulanz

Behandlung von Epilepsie

In der Epilepsieambulanz der Neurologischen Klinik betreuen wir Patienten mit bekannter Epilepsie und Patienten zur Abklärung von kurz andauernden anfallsartigen Ereignissen wie zum Beispiel:

 

  • Bewusstseinsverlust mit und ohne Sturz
  • Unklare motorische Entäußerungen
  • Unklare Verhaltensänderungen

Im Falle epileptischer Anfälle erfolgt eine diagnostische Einordnung des Epilepsiesyndroms:

  • Fokale Epilepsie (ggf. zugrunde liegende strukturelle Veränderung)
  • Generalisierte Epilepsie

und Abgrenzung von Anfällen die nicht im Rahmen von Epilepsien auftreten:

Anfälle z.B. bei ...

  • Stoffwechselentgleisung (Blutzucker, Schilddrüsenhormone etc.)
  • Alkohol- oder Medikamentenentzug
  • Überdosierungen/Vergiftungen mit anfallsprovozierenden Substanzen

Zusätzlich stehen wir beratend für neurologische Kollegen zur Seite bei diagnostisch und therapeutisch komplexeren Fällen sowie für spezielle Fragestellungen wie:

  • Medikamente: Pharmakoresistenz
  • Sozialmedizinische Aspekte
  • Kinderwunsch und Schwangerschaft

Die neurologische Epilepsieambulanz ist in die allgemeine neurologische Ambulanz integriert und wird von epileptologisch erfahrenen Oberärzten bzw. Fachärzten betreut.

Diagnostische Methoden

Für Patienten der Epilepsieambulanz steht das EEG zur Hirnstromkurvenableitung mit Video-Koregistrierung mit den relevanten Provokationsmethoden zur Verfügung:

  • Hyperventilation
  • Fotostimulation
  • Schlaf-EEG nach Schlafentzug

Zur weiteren diagnostischen Abklärung können elektrophysiologische (EMG, evozierte Potenziale, Neurographien etc.), neurovegetative (Kipptischuntersuchung, QSART, Nystagmographie etc.), neurovaskuläre (Doppler) und neuroradiologische Zusatzuntersuchungen (CCT, cMRT, Angiographie) erfolgen.

Ziel ist die optimale diagnostische Einschätzung von Anfällen unterschiedlichster Ursache anhand der Symptome und darauf basierende weitere Diagnostik und ggf. Therapieeinleitung. Insbesondere Komorbiditäten wie sie zum Beispiel bei Patienten im höheren Lebensalter auftreten stellen eine besondere Herausforderung dar, für die unsere Ambulanz optimal ausgerüstet ist. Bei schwer einstellbaren Epilepsien schließt dies die Optimierung der Therapie bzw. Aufklärung und ggf. Anregung einer operativen Therapie oder Stimulationstechniken ein (möglich ist eine Kontaktaufnahme zur prächirurgischen Epilepsiediagnostik).

Nach Feststellung einer Epilepsie ergeben sich sozialmedizinische Aspekte, beispielhaft seien hier Risiken am Arbeitsplatz oder die Fahreignung genannt. Dies beinhaltet im Einzelfall komplexe Konstellationen, bei deren Beurteilung wir beratend mit unserer Expertise zur Verfügung stehen.

Bei Patientinnen mit Epilepsie und Kinderwunsch oder bereits festgestellter Schwangerschaft stehen wir ebenfalls für eine Aufklärung zur Verfügung. Häufige Fragen beziehen sich auf Effekte der Medikation und von epileptischen Anfällen auf das Ungeborene, Anpassung der Medikation, Ablauf der Geburt, Verhalten im Umgang mit dem Neugeborenen etc. Wir bieten die Aufnahme in das europäische Schwangerschaftsregister EURAP an.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Je nach Fragestellung und Befundkonstellation erfolgt eine Besprechung mit den Ärzten der Neuroradiologie, Neurochirurgie (Epilepsiechirurgie und alternative Therapieverfahren), Kardiologie und Psychiatrie.

Anmeldung und Einweisung für Ärzte und Krankenhäuser