Krebsberatung für Angehörige – Entwicklung von Beratungs- und Austauschangeboten (KARA)
Angehörige krebserkrankter Menschen erleben vielfältige Belastungen. Beispielsweise finden sie sich mit einem Mal in einer neuen Rolle innerhalb ihrer Familie oder Partnerschaft. Zusätzlich zu eigenen Belastungen und Sorgen müssen sie oftmals komplexe Aufgaben übernehmen. Diese gehen von Unterstützung bei Arztterminen, pflegerischen Aufgaben und Kommunikation mit dem sozialen Umfeld bis zur emotionalen Unterstützung der Betroffenen. Sie berichten infolgedessen von einem Unterstützungsbedarf, der häufig durch die aktuellen professionellen Angebote und die organisierte Selbsthilfe nicht gedeckt ist. Es finden sich Hinweise, dass sowohl passende Angebote fehlen als auch der Zugang für Angehörige zu bestehenden Angeboten schwierig ist. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, passende Angebote für Angehörige zu entwickeln und praktisch zu erproben. Angehörige sind eine vielfältige Gruppe, die sehr verschiedene Belastungsthemen mitbringen und unterschiedliche Wünsche hinsichtlich passender Unterstützungsformate haben.
Um die Belastungssituation von Angehörigen zu verbessern, entwickelt und evaluiert das vorliegende Projekt neue Angebotsformate zur Unterstützung von Angehörigen in den psychosozialen Krebsberatungsstellen. Dies umfasst folgende Arbeitsschritte:
Wissenschaftliche Entwicklung von Angebotsmodulen und Identifizierung von Zugangswegen und Barrieren auf Basis bisheriger Ergebnisse einer Bedarfsanalyse (Vorstudie) und den Empfehlungen aus Fokusgruppen mit Angehörigen und Mitarbeitenden.
Erprobung des multimodalen Angebotskonzepts für Angehörige in einer Pilotierung in der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Freiburg. Anschließend Implementierung und wissenschaftliche Evaluation in bundesweit sechs weiteren Krebsberatungsstellen.
Integration der Befunde und Bewertung der Ergebnisse im Hinblick auf eine Verstetigung der Angebote in Krebsberatungsstellen bundesweit.
Projektleitung: Prof. Dr. phil. Joachim Weis (Gesamtleitung), Dr. phil. Martina Breuning, Dipl.-Psych. Cornelia Schulz
Projektmitarbeiterinnen: Dr. Martina Breuning (Dipl. Psych.) und Lu Elster (Psychologin M. Sc.)
Kooperationspartner: 6 Psychosoziale Krebsberatungsstellen bundesweit, Haus der Krebs-Selbsthilfe BV e.V., Deutsche ILCO e. V., Selbsthilfeverein Jung & Krebs e.V., Bundesarbeitsgemeinschaft für ambulante psychosoziale Krebsberatung e. V. (BAK)
Projektstart: Januar 2026
Projektdauer: 3 Jahre
Förderer: Deutsche Krebshilfe (www.krebshilfe.de)
