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Zentrum für Kinder- und JugendmedizinKinderklinik

Allergologische Erkrankungen im Überblick

Atopische Dermatitis/Neurodermitis

Bei der atopischen Dermatitis besteht eine allergische Entzündung der Haut. Dabei sind oft keine einzelnen Allergen-Kontakte als Auslöser erkennbar. Der schubförmige Verlauf kann von innen kommen, weshalb die Erkrankung auch als endogenes Ekzem bezeichnet wird. Eine oft geforderte Abklärung ist daher in der Regel nicht zielführend.

Vielmehr baut die Behandlung der atopischen Dermatitis auf zwei grundlegenden Säulen auf: Zum einen auf der sogenannten Basistherapie der betroffenen Haut – durch Zufuhr der nötigen pflegenden und wasserbindenden Substanzen wird die Integrität und Barrierefunktion der Haut gestärkt. Zum anderen auf der Entzündungskontrolle, indem mit wirkstoffhaltigen (Kortikosteroide und Calcineurinhemmer) Cremes und Lotionen die Entzündung der betroffenen Hautareale gedämpft wird.

Insbesondere bei schwer betroffenen Säuglingen und Kleinkindern können Nahrungsmittelallergene eine zusätzliche Rolle spielen.

Allergische Rhinokonjunktivitis/Heuschnupfen

Heuschnupfen ist eine allergische Entzündung von Nasen- und Augen-Schleimhäuten. In der Regel gibt es  dafür  genau beobachtbare Auslöser, wie zum Beispiel Pollen und andere Allergene, die für das menschliche Auge weitgehend unsichtbar über die Luft an Augen und Nase gelangen.

Daher ist es wichtig und sinnvoll genau zu beobachten, zu welchen Zeiten im Jahr die Heuschnupfen-Beschwerden auftreten. Zusammen mit einem Pollenflug-Kalender kann man sein eigenes Beschwerdetagebuch führen und dadurch genau verstehen, welche Pollen den Heuschnupfen auslösen.

Neben der Linderung der Beschwerden durch antiallergisch wirksame Medikamente (vor allem Nasensprays, Augentropfen und Tabletten/Saft) kann ggf. eine Allergen-Immun-Therapie bei der Behandlung zum Einsatz kommen.

Insektengift-Allergie

Durchschnittlich jeder vierte Mensch entwickelt an der Stelle, an der er von einer Biene oder einer Wespe gestochen wurde, eine ungewöhnlich starke Hautreaktion.

Im Gegensatz zu diesem eher harmlosen Effekt kommt es bei der Insektengift-Allergie nach einem Stich durch eine Biene, Wespe oder Hornisse zu schweren allergischen Reaktionen, Dazu gehören neben Hautreaktionen entfernt von der Stichstelle auch  Heiserkeit, Asthmaanfall, Erbrechen, Kreislaufkollaps und der  Allergie-Schock.

In diesem Fall ist eine rasche, umfassende Abklärung nötig. Neben einer Notfallapotheke incl. Adrenalinspritzenautomat wird in der Regel eine sogenannte Hyposensibilisierung notwendig, die wir auf unserer Allergie-Station Moro in drei Tagen einleiten.

Akute oder chronische Urtikaria/Nesselsucht

Die Nesselsucht oder Urtikaria ist eine akut auftretende, in der Regel stark juckende Hautreaktion mit scharf begrenzten und erhabenen, roten Quaddeln. Sie kann als Frühsymptom einer allergischen Reaktion auftreten – häufiger kommt sie jedoch isoliert vor, d.h. ohne das Voranschreiten zu einer anaphylaktischen Reaktion.

Jedes siebte Kind erleidet mindestens einmal im Leben eine Episode akuter Nesselsucht. Von Bedeutung ist die Abgrenzung von einer allergischen Reaktion. Kommt es regelmäßig, über einen Zeitraum von mehr als 6 Wochen, zu Nesselsucht-Episoden, handelt es sich um eine chronische Urtikaria. Hier ist weitere Diagnostik nötig und spezifische Behandlung verfügbar.

Nahrungsmittel-Allergie

Bei fast jedem dritten Kind vermuten Eltern eine Allergie gegen Nahrungsmittel. Aber nur bei einem Bruchteil kommt es zu gesicherten Reaktionen auf Nahrungsmittel. Hierbei kann es sich um sogenannte Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten wie z.B. Laktoseintoleranz oder Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) handeln. Allergische Reaktionen sind wesentlich seltener.

Bei der Abklärung von vermuteten allergischen (Nahrungsmittel-) Reaktionen ist wichtig zu wissen, dass vielfach mehr Kinder und Jugendliche in Allergietests (Hauttests oder Labor-/Bluttests) positiv reagieren, ohne tatsächlich eine allergische Reaktion aufzuweisen. Das heißt, nicht jeder positive Allergie-Test ist mit einer Allergie gleichzusetzen oder mit dem Risiko einer allergischen Reaktion verbunden. Erfahrung und Umsicht bei der Abklärung ist daher oberstes Gebot.

Oft ist erst durch eine kontrollierte Exposition mit dem vermuteten Allergen (sogenannte Provokation) eine definitive Aussage zu treffen.

Und noch mehr…

Über die hier kurz vorgestellten Krankheitsbilder hinaus untersuchen und beraten wir zu selteneren Erkrankungen aus dem allergologischen Formenkreis wie Anaphylaxie/Allergie-Schock, allergische Arzneimittel-Reaktionen, Mastozytose sowie zu Fragen bzgl. Impfen und Allergie.

Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin

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