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CAFOGES

Klimaneutralität im Gesundheitswesen

Fallstudiengestützte Carbon Footprint Bewertung nach GHG Protocol und Potenzialanalyse von Klimaschutzmaßnahmen im Klinikbetrieb

Der Hintergrund

Der Gesundheitssektor in Deutschland trägt zu einem erheblichen Teil der gesamten Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) bei. Nach Schätzungen der WHO beträgt dieser Anteil rund 6,7%. Bisher fehlt jedoch eine genaue Quantifizierung der CO2 Emissionen einzelner Kliniken.

Zur genauen Berechnung des Carbon Footprints verschiedener Institutionen dienen die bereits vielseitig eingesetzten „GHG (greenhouse gas) Protocols“, welche jedoch bisher nicht im klinischen Bereich angewendet wurden.

In dieser Fallstudie des Universitätsklinikums Freiburg sollen daher erstmalig die konkreten THG-Emissionen im Klinikbetrieb genauer analysiert und relevante Einflussfaktoren auf den Carbon Footprint ermittelt werden.

Für den Erfolg des Konzepts Planetary Health, welches sich mit den Wechselwirkungen zwischen der menschlichen Gesundheit und den umweltbedingten Lebensgrundlagen befasst, ist eine nachhaltige Transformation im Gesundheitswesen essentiell.

Die THG-Bilanzierung soll auf Basis einer international etablierten Methode für die Berechnung und Berichterstattung von klimarelevanten Emissionen einer Organisation erfolgen. Das GHG Protocol ist der de-facto Standard für die THG-Bilanzierung von Organisationen, das generelle Prinzipien und Berechnungsregeln enthält und dabei drei Betrachtungsebenen (Engl.: Scopes) unterscheidet:

  • Scope 1: direkte THG-Emissionen aus Quellen im Einflussbereich einer Organisation (z.B. eigene Anlagen, Gebäude und Prozesse).
  • Scope 2: indirekte THG-Emissionen aus der Nutzung von extern bereitgestellten Energieträgern (z.B. der eigene Stromverbrauch, Wärme, Kühlung, etc.).
  • Scope 3: indirekte THG-Emissionen in der Lieferkette, Fahrzeugnutzung, Dienstreisen und Transporte sowie erbrachte Dienstleistungen des Gesundheitssektors.

Das vorgeschlagene Projekt soll durch das Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut e.V. durchgeführt werden.

Bisher gibt es nur unzureichende Berechnungen der THG Emissionen von Kliniken. Insbesondere der Scope 3 wird häufig nur unvollständig berücksichtigt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass dieser Bereich einen Anteil von rund 80% der Gesamtemissionen einnimmt. In dieser Fallstudie soll der Scope 3 daher eine besondere Berücksichtigung finden. Die Ergebnisse werden als öffentlich zugängliche und übertragbare Daten für die Berechnungen an weiteren Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung gestellt.

Deutsche Bundestiftung Umwelt

Laufzeit: 01.01.2022 – 30.06.2023

 

Für die Uniklinik Freiburg wird es erstmalig belastbare Daten zu CO2 Emissionen nach GHG Protocol an Kliniken geben. Damit hat die Studie einen Pilotcharakter und kann mittels der öffentlich einsehbaren Daten auf andere Gesundheitseinrichtungen dieser Größe übertragen werden.

 

Öko-Institut
Dr. Andreas Köhler
Bereich Produkte und Stoffströme
Merzhauser Str. 173, 79100 Freiburg
Tel: 0761-45295-283
eMail: A.Koehler@oeko.de

 

Institut für Allgemeinmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Prof. Dr. Andy Maun
Direktor, Facharzt für Allgemeinmedizin
Elsässer Str. 2m, 79110 Freiburg
Tel: +49 (0)761 270-72490
email: andy.maun@uniklinik-freiburg.de

 

Weiterführende Informationen:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) - https://www.dbu.de/

Öko-Institut e.V. (Institut für angewandte Ökologie - https://www.oeko.de/

Greenhouse Gas Protocol - https://ghgprotocol.org/

Healthcare without Harms - Green Paper Number One (.pdf)

Projektleitung am Institut für Allgemeinmedizin
Prof. Dr. Andy Maun

Prof. Dr. Andy Maun
andy.maun@uniklinik-freiburg.de

Elsässer Str. 2m
79110 Freiburg

Telefon +49 (0) 761 270-72490
Telefax +49 (0) 761 270-72480

Wissenschaftliche Mitarbeiter


Leonard Terres
ifa.cafoges@uniklinik-freiburg.de

Telefon: +49 761 270-72651 / 72652